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Die Botschaft vom Kreuz

Es waren einmal zwei Freunde. Wir wollen sie Franz und Heinrich nennen. Während ihrer Kindheit und Jugendzeit waren sie unzertrennlich. Nach Beendigung ihrer Schulzeit haben sie sich aus den Augen verloren. Eines Tages, nach vielen Jahren, treffen sie sich wieder. Der Ort des Treffens war kein angenehmer. Es war ein Gerichtssaal. Der eine von beiden ist der Angeklagte, es ist Franz, der andere ist der Richter, es ist Heinrich. Franz, der Angeklagte, freut sich, seinen Freund Heinrich nach all den Jahren wieder zu treffen. Er hofft auf ein mildes Urteil, da der Richter sein Freund ist. Allerdings sieht er im Gesicht von Heinrich kein Anzeichen dafür, dass Heinrich ihn wieder erkennt. Heinrich behandelt ihn während des Verfahrens nicht wie einen Freund, sondern wie jeden anderen Angeklagten. Franz ist enttäuscht. Als er das Urteil hört, ist er frustriert und dann sehr verärgert. Er weiß nicht, wie er diese Strafe bezahlen soll. Als er wütend den Gerichtssaal verlassen will, hört er die Stimme des Freundes, die ihn bittet zu warten. Die Stimme Heinrichs klingt freundlich und hat nichts mehr von der Strenge, die die Stimme des Richters hatte. Franz merkt, jetzt spricht nicht mehr der Richter zu ihm, sondern sein Freund. Deshalb bleibt er stehen. Und dann geschieht für ihn etwas Unerwartetes, etwas sehr Erfreuliches. Sein Freund bietet ihm an, die Strafe für ihn zu bezahlen.

 Der Richter hätte es sich einfach machen können. Er hätte für ein mildes Urteil sorgen können. Er hätte das Verfahren auch straffrei ausgehen lassen können. Das Problem wäre aber gewesen, dass Heinrich dann kein gerechter Richter gewesen wäre. Er wäre ungerecht gewesen. Er wäre seiner Rolle und seiner Aufgabe als Richter nicht gerecht geworden. In seiner Funktion als Richter wäre er nicht mehr glaubhaft gewesen. Er hat als Richter nicht auf das Ansehen einer Person zu achten. Er darf sich auch von seinen Beziehungen zu Angeklagten und Anwälten nicht beeinflussen lassen. Allein die Tat und die Folgen der Tat hat er zu berücksichtigen. Seine persönlichen Befindlichkeiten hat er von seinen beruflichen Aufgaben zu trennen. Ein Richter hat die Pflicht, das Gesetz im Obersten Interesse des Staates aufrechtzuerhalten und anzuwenden. Gnade ist im Gesetz nicht vorgesehen. Auch wenn Angeklagte Reue zeigen, hat der Richter die Pflicht, ein Urteil über sie zu sprechen.

Es kommt immer wieder vor, dass Menschen in eine Doppelrolle geraten. Ein Vater vergibt seinem Kind im familiären Rahmen bedingungslos, wenn es Reue zeigt. Ist dieser Vater allerdings Rektor an einer Schule und sein Sohn ein Schüler an genau derselben Schule, kann er den Sohn als Schüler nicht so behandeln, wie er ihn als Sohn behandeln würde. Als Rektor muss der Vater Fehlverhalten seines Sohnes ahnden, damit die Disziplin an der Schule aufrechterhalten bleiben kann. Die anderen Schüler würden die ungleiche Behandlung mitbekommen, sie als ungerecht empfinden und den Rektor in seiner Funktion nicht mehr respektieren.
Auch wenn diese Beispiele hinken, so machen sie doch das Dilemma Gottes deutlich: Wie kann Gott vergeben – wonach sich sein Herz sehnt – und gleichzeitig „Richter der ganzen Erde“ sein? Vergebung und Gericht – das passt nach unserem menschlichen Verständnis nicht zusammen. Wir können nicht gleichzeitig gerecht handeln und gnädig sein. Wir üben entweder Gerechtigkeit oder Gnade au.


Wie ist das bei Gott?

Ps. 89, 15: Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue gehen vor dir ein

Jetzt stellt sich die Frage: Wie kann Gott gleichzeitig gerecht und gnädig sein?

Wir wissen, unser Gott ist ein gerechter und heiliger Gott und auch ein Gott der Barmherzigkeit und Nachsicht. Gott handelt aber nie im Widerspruch zu seiner eigenen Gerechtigkeit. Die göttliche Vergebung darf sein Gesetz nicht beugen. Es gäbe sonst keine Gerechtigkeit mehr.

Als gerechter Gott hat er gerechte Gesetze festgelegt. Die ersten vier Gebote betreffen den Dienst an Gott und seine Verehrung. Durch diese Gebote wird deutlich: Gott ist an uns interessiert. Er liebt uns. Er möchte Gemeinschaft mit uns. Die weiteren sechs Gebote regeln den gesellschaftlichen Umgang der Menschen miteinander. Gott hat eine klare Vorstellung darüber, wie wir ihm begegnen und wie wir andere Menschen behandeln sollen.

Warum wurden die Gebote notwendig? Sie wurden notwendig, weil durch den Sündenfall eine ungetrübte, natürliche Beziehung zu Gott nicht mehr möglich war. Mit der eigenwilligen Entscheidung der ersten Menschen, gegen Gottes Anordnung zu handeln, verloren sie und auch wir das Vorrecht, Gott zu begegnen und mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu sprechen (1. Mos. 2-3). Durch ihren Ungehorsam sündigten sie. Gott hatte sie zuvor nicht in Ungewissheit gelassen. Er hatte ihnen eine klare Anweisung gegeben. Interessant ist dabei, dass es nur eine einzige Anweisung war. Sie sollten nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen. Adam und Eva gelang es nicht, diese einzige Regel einzuhalten. Sie ließen sich verunsichern. Dies führte dazu, dass sie an Gott zweifelten. Sie waren sich nicht mehr sicher, ob Gott ehrlich ihnen gegenüber war. Sie stellten somit Gottes Glaubwürdigkeit und seine Wahrhaftigkeit in Frage.

Die Konsequenz ihrer Sünde war, dass es eine unverhüllte und offene Begegnung mit Gott nicht mehr geben konnte, denn dies hätte den Tod zur Folge gehabt (2. Mos. 33,20). Wenn der Mensch sich ab diesem Zeitpunkt Gott nahen wollte, war ein Tieropfer nötig. Das Opfer starb stellvertretend für die Sünden desjenigen, der das Opfer dargebracht hat. Das Blut des Opfers bewirkte eine Entsühnung (3. Mos. 17,11), so dass der Sünder dadurch rein und heilig vor Gott stehen konnte. Gott ist gerecht und heilig. Nur wer gerecht und heilig ist, kann sich Gott nahen. Gott forderte sein Volk immer wieder auf:

„Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott. (3. Mos. 20,7).“

Das Volk Gottes hatte im Alten Testament durch die Tieropfer zwar die Möglichkeit, immer wieder rein vor Gott stehen zu können, aber das Volk wartete dennoch auf den Messias, der ihnen von Gott verheißen worden war. Gott versprach ihnen, einen Retter, einen Erlöser zu schicken. Dieser Retter sollte die Kluft zwischen Gott und den Menschen überbrücken und die Menschheit von ihren Sünden erlösen. Diese Kluft ist da, weil die Sünde der Menschen so groß und die Heiligkeit Gottes so rein ist. Diese Kluft vermag der Mensch von sich aus nicht zu überbrücken. Gott hat diese Kluft überbrückt – durch den Kreuzestod seines Sohnes.

Durch seinen Tod stellte Jesus alles zur Verfügung, was der Sünder in Bezug auf die Sünde benötigt hat. Somit wurde der Sünder in die Lage versetzt, ewige Gemeinschaft mit Gott zu haben. Gleichzeitig hat Jesus damit alle Anforderungen erfüllt, die für einen rechtschaffenen und gerechten Gott Voraussetzung dafür waren, dass er Sünde vergeben und wieder Gemeinschaft mit dem Menschen haben kann.
Die Botschaft vom Kreuz ist die Antwort Gottes, um gleichzeitig gerecht und gnädig sein zu können.

Sünde hat Konsequenzen. Sie trennt uns von Gott und hat den Tod zur Folge. Das ist Gottes gerechte Strafe für die Sünde. Gott kann aufgrund seiner Gerechtigkeit nicht anders als den Sünder für seine Schuld zu bestrafen.

Er hat als Richter den Entschluss gefasst, die Strafe selbst zu bezahlen. Jesus und somit Gott selbst hat stellvertretend für uns die Strafe auf sich genommen. Jesus war selbst ohne Sünde und nahm dennoch unsere Schuld auf sich. Er hat mit seinem Blut für unsere Schuld bezahlt. Somit kann Gott dem Sünder gnädig sein, wenn dieser an ihn glaubt, da Jesus bereits für die gerechte Strafe mit seinem Blut bezahlt hat.

Joh. 3,16: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Die Botschaft vom Kreuz ist somit eine Botschaft mit Ewigkeitsgarantie. Sie verheißt uns ewiges Leben. Wir wären ganz schön überheblich, wenn wir denken würden, wir hätten die Vergebung Gottes nicht nötig. Adam und Eva hatten nur ein Gebot – und scheiterten. Sie konnten einerseits der Versuchung nicht widerstehen, andererseits hatten sie Zweifel an Gott. Es wäre naiv zu denken, dass es uns gelingen könnte, ein Leben ohne Sünde zu führen, wenn es nicht einmal diesen beiden Menschen möglich war, ein Gebot einzuhalten.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der Liebe Gottes. Gott war bereit, unsere Strafe auf sich zu nehmen – das tut nur derjenige, der den anderen liebt. Unser Schicksal ist Gott nicht gleichgültig. Er empfindet auch keine Schadenfreude, wenn wir den Weg der Verdammnis wählen. Gott hat uns erschaffen – aus Liebe. Er will Gemeinschaft in Ewigkeit mit uns haben – aus Liebe. Er hat die Strafe auf sich genommen – ebenfalls aus Liebe. Gott verliert seinen Plan mit der Menschheit nicht aus dem Blickfeld. Er könnte sich von uns wegen unserer Sünden enttäuscht abwenden. Er tut es nicht – aus Liebe. Er wendet sich uns zu – aus Liebe. Er wartet auf uns – aus Liebe. Er wartet darauf, dass wir uns ihm wieder zuwenden – aus Liebe. Seine Geduld ist grenzenlos – aus Liebe.

Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der persönlichen Entscheidung. Diese Botschaft betrifft jeden Menschen. Wenn ein Mensch denkt, diese Botschaft hat nichts mit ihm zu tun, hat er bereits eine Entscheidung getroffen. Er hat sich entschieden, nicht an Gott zu glauben. Es kann sein, dass diese Entscheidung mit einer „falschen“ Vorstellung über den Glauben zustande gekommen ist. Der Glaube hat aber nichts mit Ritualen, nichts mit Gesetzlichkeit, nichts mit Freudlosigkeit usw. zu tun. Es geht um meine, deine, unsere persönliche Entscheidung und um meine, deine, unsere persönliche Beziehung zu Gott. Der Kreuzestod geschah nicht in der Anonymität der jüdischen Kultur und der damaligen Welt. Die Menschen wussten davon. Die Aufschrift des Kreuzes Jesus wurde in drei Sprachen verfasst. Gott bleibt auch heute nicht anonym. Er macht sich auch heute noch präsent durch seine Nachfolger und den Heiligen Geist.  Er möchte auch heute noch, dass wir Menschen an ihn glauben.

Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft, die uns Hoffnung gibt. Betrachten wir Hiob, er hat alles verloren. Sein Leben war scheinbar verloren, sinnlos, hoffnungslos. Sein Leid ließ ihn jammern, klagen und hadern. In der Begegnung mit Gott hat er Hoffnung erfahren. Er hat erkannt, mein Leben dreht sich nicht nur um mich, mein Leben dreht sich um Gott.  Er hat erkannt, dass das Leben mehr ist als Reichtum, Ansehen, Gesundheit und Familie. Er hat erkannt, mein Leben kommt von Gott.

Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der Freude. Sie ist eine Freude in vielerlei Hinsicht.

Durch die Botschaft vom Kreuz haben wir Frieden mit Gott und wir finden Frieden mit uns selbst durch die Vergebung Jesu.
Es kommt immer wieder vor, dass Menschen in eine Doppelrolle geraten. Ein Vater vergibt seinem Kind im familiären Rahmen bedingungslos, wenn es Reue zeigt. Ist dieser Vater allerdings Rektor an einer Schule und sein Sohn ein Schüler an genau derselben Schule, kann er den Sohn als Schüler nicht so behandeln, wie er ihn als Sohn behandeln würde. Als Rektor muss der Vater Fehlverhalten seines Sohnes ahnden, damit die Disziplin an der Schule aufrechterhalten bleiben kann. Die anderen Schüler würden die ungleiche Behandlung mitbekommen, sie als ungerecht empfinden und den Rektor in seiner Funktion nicht mehr respektieren.

Auch wenn diese Beispiele hinken, so machen sie doch das Dilemma Gottes deutlich: Wie kann Gott vergeben – wonach sich sein Herz sehnt – und gleichzeitig „Richter der ganzen Erde“ sein? Vergebung und Gericht – das passt nach unserem menschlichen Verständnis nicht zusammen. Wir können nicht gleichzeitig gerecht handeln und gnädig sein. Wir üben entweder Gerechtigkeit oder Gnade aus.

Wie ist das bei Gott?

Ps. 89, 15: Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue gehen vor dir ein

Jetzt stellt sich die Frage: Wie kann Gott gleichzeitig gerecht und gnädig sein?

Wir wissen, unser Gott ist ein gerechter und heiliger Gott und auch ein Gott der Barmherzigkeit und Nachsicht. Gott handelt aber nie im Widerspruch zu seiner eigenen Gerechtigkeit. Die göttliche Vergebung darf sein Gesetz nicht beugen. Es gäbe sonst keine Gerechtigkeit mehr.

Als gerechter Gott hat er gerechte Gesetze festgelegt. Die ersten vier Gebote betreffen den Dienst an Gott und seine Verehrung. Durch diese Gebote wird deutlich: Gott ist an uns interessiert. Er liebt uns. Er möchte Gemeinschaft mit uns. Die weiteren sechs Gebote regeln den gesellschaftlichen Umgang der Menschen miteinander. Gott hat eine klare Vorstellung darüber, wie wir ihm begegnen und wie wir andere Menschen behandeln sollen.

Warum wurden die Gebote notwendig? Sie wurden notwendig, weil durch den Sündenfall eine ungetrübte, natürliche Beziehung zu Gott nicht mehr möglich war. Mit der eigenwilligen Entscheidung der ersten Menschen, gegen Gottes Anordnung zu handeln, verloren sie und auch wir das Vorrecht, Gott zu begegnen und mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu sprechen (1. Mos. 2-3). Durch ihren Ungehorsam sündigten sie. Gott hatte sie zuvor nicht in Ungewissheit gelassen. Er hatte ihnen eine klare Anweisung gegeben. Interessant ist dabei, dass es nur eine einzige Anweisung war. Sie sollten nicht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse essen. Adam und Eva gelang es nicht, diese einzige Regel einzuhalten. Sie ließen sich verunsichern. Dies führte dazu, dass sie an Gott zweifelten. Sie waren sich nicht mehr sicher, ob Gott ehrlich ihnen gegenüber war. Sie stellten somit Gottes Glaubwürdigkeit und seine Wahrhaftigkeit in Frage.

Die Konsequenz ihrer Sünde war, dass es eine unverhüllte und offene Begegnung mit Gott nicht mehr geben konnte, denn dies hätte den Tod zur Folge gehabt (2. Mos. 33,20). Wenn der Mensch sich ab diesem Zeitpunkt Gott nahen wollte, war ein Tieropfer nötig. Das Opfer starb stellvertretend für die Sünden desjenigen, der das Opfer dargebracht hat. Das Blut des Opfers bewirkte eine Entsühnung (3. Mos. 17,11), so dass der Sünder dadurch rein und heilig vor Gott stehen konnte. Gott ist gerecht und heilig. Nur wer gerecht und heilig ist, kann sich Gott nahen. Gott forderte sein Volk immer wieder auf:

„Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott. (3. Mos. 20,7).“

Das Volk Gottes hatte im Alten Testament durch die Tieropfer zwar die Möglichkeit, immer wieder rein vor Gott stehen zu können, aber das Volk wartete dennoch auf den Messias, der ihnen von Gott verheißen worden war. Gott versprach ihnen, einen Retter, einen Erlöser zu schicken. Dieser Retter sollte die Kluft zwischen Gott und den Menschen überbrücken und die Menschheit von ihren Sünden erlösen. Diese Kluft ist da, weil die Sünde der Menschen so groß und die Heiligkeit Gottes so rein ist. Diese Kluft vermag der Mensch von sich aus nicht zu überbrücken. Gott hat diese Kluft überbrückt – durch den Kreuzestod seines Sohnes.

Durch seinen Tod stellte Jesus alles zur Verfügung, was der Sünder in Bezug auf die Sünde benötigt hat. Somit wurde der Sünder in die Lage versetzt, ewige Gemeinschaft mit Gott zu haben. Gleichzeitig hat Jesus damit alle Anforderungen erfüllt, die für einen rechtschaffenen und gerechten Gott Voraussetzung dafür waren, dass er Sünde vergeben und wieder Gemeinschaft mit dem Menschen haben kann.

Die Botschaft vom Kreuz ist die Antwort Gottes, um gleichzeitig gerecht und gnädig sein zu können.

Sünde hat Konsequenzen. Sie trennt uns von Gott und hat den Tod zur Folge. Das ist Gottes gerechte Strafe für die Sünde. Gott kann aufgrund seiner Gerechtigkeit nicht anders als den Sünder für seine Schuld zu bestrafen.

Er hat als Richter den Entschluss gefasst, die Strafe selbst zu bezahlen. Jesus und somit Gott selbst hat stellvertretend für uns die Strafe auf sich genommen. Jesus war selbst ohne Sünde und nahm dennoch unsere Schuld auf sich. Er hat mit seinem Blut für unsere Schuld bezahlt. Somit kann Gott dem Sünder gnädig sein, wenn dieser an ihn glaubt, da Jesus bereits für die gerechte Strafe mit seinem Blut bezahlt hat.

Joh. 3,16: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Die Botschaft vom Kreuz ist somit eine Botschaft mit Ewigkeitsgarantie. Sie verheißt uns ewiges Leben. Wir wären ganz schön überheblich, wenn wir denken würden, wir hätten die Vergebung Gottes nicht nötig. Adam und Eva hatten nur ein Gebot – und scheiterten. Sie konnten einerseits der Versuchung nicht widerstehen, andererseits hatten sie Zweifel an Gott. Es wäre naiv zu denken, dass es uns gelingen könnte, ein Leben ohne Sünde zu führen, wenn es nicht einmal diesen beiden Menschen möglich war, ein Gebot einzuhalten.

Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der Liebe Gottes. Gott war bereit, unsere Strafe auf sich zu nehmen – das tut nur derjenige, der den anderen liebt. Unser Schicksal ist Gott nicht gleichgültig. Er empfindet auch keine Schadenfreude, wenn wir den Weg der Verdammnis wählen. Gott hat uns erschaffen – aus Liebe. Er will Gemeinschaft in Ewigkeit mit uns haben – aus Liebe. Er hat die Strafe auf sich genommen – ebenfalls aus Liebe. Gott verliert seinen Plan mit der Menschheit nicht aus dem Blickfeld. Er könnte sich von uns wegen unserer Sünden enttäuscht abwenden. Er tut es nicht – aus Liebe. Er wendet sich uns zu – aus Liebe. Er wartet auf uns – aus Liebe. Er wartet darauf, dass wir uns ihm wieder zuwenden – aus Liebe. Seine Geduld ist grenzenlos – aus Liebe.

Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der persönlichen Entscheidung. Diese Botschaft betrifft jeden Menschen. Wenn ein Mensch denkt, diese Botschaft hat nichts mit ihm zu tun, hat er bereits eine Entscheidung getroffen. Er hat sich entschieden, nicht an Gott zu glauben. Es kann sein, dass diese Entscheidung mit einer „falschen“ Vorstellung über den Glauben zustande gekommen ist. Der Glaube hat aber nichts mit Ritualen, nichts mit Gesetzlichkeit, nichts mit Freudlosigkeit usw. zu tun. Es geht um meine, deine, unsere persönliche Entscheidung und um meine, deine, unsere persönliche Beziehung zu Gott. Der Kreuzestod geschah nicht in der Anonymität der jüdischen Kultur und der damaligen Welt. Die Menschen wussten davon. Die Aufschrift des Kreuzes Jesus wurde in drei Sprachen verfasst. Gott bleibt auch heute nicht anonym. Er macht sich auch heute noch präsent durch seine Nachfolger und den Heiligen Geist.  Er möchte auch heute noch, dass wir Menschen an ihn glauben.

Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft, die uns Hoffnung gibt. Betrachten wir Hiob, er hat alles verloren. Sein Leben war scheinbar verloren, sinnlos, hoffnungslos. Sein Leid ließ ihn jammern, klagen und hadern. In der Begegnung mit Gott hat er Hoffnung erfahren. Er hat erkannt, mein Leben dreht sich nicht nur um mich, mein Leben dreht sich um Gott.  Er hat erkannt, dass das Leben mehr ist als Reichtum, Ansehen, Gesundheit und Familie. Er hat erkannt, mein Leben kommt von Gott.

Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der Freude. Sie ist eine Freude in vielerlei Hinsicht.

Durch die Botschaft vom Kreuz haben wir Frieden mit Gott und wir finden Frieden mit uns selbst durch die Vergebung Jesu.

Durch die Botschaft vom Kreuz erfahren wir die Liebe Gottes, die er zu uns hat

Durch die Botschaft vom Kreuz erleben wir die Gnade Gottes, weil er die gerechte Strafe, die uns gegolten hätte auf sich genommen hat.

Durch die Botschaft vom Kreuz haben wir Hoffnung auf ein Leben in Ewigkeit mit Gott.

Die Botschaft vom Kreuz endet nicht mit dem Kreuz. Jesus ist am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz auferstanden.

Ohne die Auferstehung wäre unsere Predigt, unser Glaube inhaltslos. Wir hätten nur die Botschaft des Todes und der Trauer um einen besonderen Mann. Das Evangelium wäre ohne Auferstehung kraftlos. Erst durch die Auferstehung und den Sieg Jesu über Tod, Hölle und Grab hat das Evangelium seine Kraft erhalten, die sie heute noch hat.

Ohne die Auferstehung wäre der Tod Jesu nur dem Tod eines Märtyrers gleichgekommen, der für seinen Glauben starb. Die Auferstehung demonstriert, Jesus ist der Sohn Gottes

Ohne die Botschaft vom Kreuz gäbe es keine Vergebung der Sünden. Durch Jesus haben wir die Vergebung. Er wurde uns zur Gerechtigkeit vor Gott. Wäre Jesus tot, wie könnten wir durch ihn Vergebung haben? Ein toter Mensch hat keine Kraft. Durch seine Auferstehung verleiht er uns die Kraft, die uns die Vergebung bringt

Jesus ist der Erstling der Entschlafenen  (1. Kor. 15,20). Wir hätten keine Hoffnung auf ein ewiges Leben, wäre Jesus nicht auferstanden.

Mit der Auferstehung Jesu und der Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten erleben die Menschen plötzlich die lang verheißene Herzensveränderung aus Hesekiel 11,19 (Gott gibt uns ein neues Herz und einen neuen Geist). Wer immer den stellvertretenden Tod Jesu für sich persönlich in Anspruch nimmt, erfährt eine neue Realität Gottes. Jesus verändert Menschen und schenkt ihnen eine neue Beziehung zum himmlischen Vater. Die Kraft Gottes wird im Leben real erfahrbar.

Welche Rolle spielt Jesus in deinem Leben? Spürst du die Kraft Gottes in deinem Leben? Von mir kann ich sagen, dass mein Leben aus Höhen und Tiefen besteht. Mein Tief im letzten Jahr habe ich als besonders tief erlebt. Allein die Tatsache, als Christ an einer Depression erkrankt zu sein, war schwer für mich zu akzeptieren. Ich – krank – und dann noch depressiv – das geht von Haus aus nicht. Das passt nicht in mein Lebensschema. Das passt nicht in mein Bild, das ich von mir haben will. Ich wusste sehr schnell, dass ich offen damit umgehen musste. Das war schwer. Das Positive war, dass  ich wusste, Gott ist da. Auch wenn es mir nicht gut ging, war er da. Ich erlebte Gottes Nähe immer wieder. Bin ich gesund? Ich würde sagen, ich bin auf dem Weg dahin. Gott ist nach wie vor dabei, mein Bild von ihm und mein Bild von mir und mein Bild von anderen gerade zu rücken, da wo es krankt. Warum erzähle ich das?

Wenn Gott die Kraft hat, mein Leben zu verändern, kann er es auch mit jedem anderen. Ich wünsche jedem von euch Gottes Kraft und Segen. Amen.


Gemeinde Gottes Nördlingen

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