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Die Botschaft vom Kreuz
Es waren einmal zwei Freunde. Wir wollen sie Franz und Heinrich nennen.
Während ihrer Kindheit und Jugendzeit waren sie unzertrennlich. Nach
Beendigung ihrer Schulzeit haben sie sich aus den Augen verloren. Eines
Tages, nach vielen Jahren, treffen sie sich wieder. Der Ort des
Treffens war kein angenehmer. Es war ein Gerichtssaal. Der eine von
beiden ist der Angeklagte, es ist Franz, der andere ist der Richter, es
ist Heinrich. Franz, der Angeklagte, freut sich, seinen Freund Heinrich
nach all den Jahren wieder zu treffen. Er hofft auf ein mildes Urteil,
da der Richter sein Freund ist. Allerdings sieht er im Gesicht von
Heinrich kein Anzeichen dafür, dass Heinrich ihn wieder erkennt.
Heinrich behandelt ihn während des Verfahrens nicht wie einen Freund,
sondern wie jeden anderen Angeklagten. Franz ist enttäuscht. Als er das
Urteil hört, ist er frustriert und dann sehr verärgert. Er weiß nicht,
wie er diese Strafe bezahlen soll. Als er wütend den Gerichtssaal
verlassen will, hört er die Stimme des Freundes, die ihn bittet zu
warten. Die Stimme Heinrichs klingt freundlich und hat nichts mehr von
der Strenge, die die Stimme des Richters hatte. Franz merkt, jetzt
spricht nicht mehr der Richter zu ihm, sondern sein Freund. Deshalb
bleibt er stehen. Und dann geschieht für ihn etwas Unerwartetes, etwas
sehr Erfreuliches. Sein Freund bietet ihm an, die Strafe für ihn zu
bezahlen.
Der Richter hätte es sich einfach machen können. Er hätte für ein
mildes Urteil sorgen können. Er hätte das Verfahren auch straffrei
ausgehen lassen können. Das Problem wäre aber gewesen, dass Heinrich
dann kein gerechter Richter gewesen wäre. Er wäre ungerecht gewesen. Er
wäre seiner Rolle und seiner Aufgabe als Richter nicht gerecht
geworden. In seiner Funktion als Richter wäre er nicht mehr glaubhaft
gewesen. Er hat als Richter nicht auf das Ansehen einer Person zu
achten. Er darf sich auch von seinen Beziehungen zu Angeklagten und
Anwälten nicht beeinflussen lassen. Allein die Tat und die Folgen der
Tat hat er zu berücksichtigen. Seine persönlichen Befindlichkeiten hat
er von seinen beruflichen Aufgaben zu trennen. Ein Richter hat die
Pflicht, das Gesetz im Obersten Interesse des Staates
aufrechtzuerhalten und anzuwenden. Gnade ist im Gesetz nicht
vorgesehen. Auch wenn Angeklagte Reue zeigen, hat der Richter die
Pflicht, ein Urteil über sie zu sprechen.
Es kommt immer wieder vor, dass Menschen in eine Doppelrolle geraten.
Ein Vater vergibt seinem Kind im familiären Rahmen bedingungslos, wenn
es Reue zeigt. Ist dieser Vater allerdings Rektor an einer Schule und
sein Sohn ein Schüler an genau derselben Schule, kann er den Sohn als
Schüler nicht so behandeln, wie er ihn als Sohn behandeln würde. Als
Rektor muss der Vater Fehlverhalten seines Sohnes ahnden, damit die
Disziplin an der Schule aufrechterhalten bleiben kann. Die anderen
Schüler würden die ungleiche Behandlung mitbekommen, sie als ungerecht
empfinden und den Rektor in seiner Funktion nicht mehr respektieren.
Auch wenn diese Beispiele hinken, so machen sie doch das Dilemma Gottes
deutlich: Wie kann Gott vergeben – wonach sich sein Herz sehnt – und
gleichzeitig „Richter der ganzen Erde“ sein? Vergebung und Gericht –
das passt nach unserem menschlichen Verständnis nicht zusammen. Wir
können nicht gleichzeitig gerecht handeln und gnädig sein. Wir üben
entweder Gerechtigkeit oder Gnade au.
Wie ist das bei Gott?
Ps. 89, 15: Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue gehen vor dir ein
Jetzt stellt sich die Frage: Wie kann Gott gleichzeitig gerecht und gnädig sein?
Wir wissen, unser Gott ist ein gerechter und heiliger Gott und auch ein
Gott der Barmherzigkeit und Nachsicht. Gott handelt aber nie im
Widerspruch zu seiner eigenen Gerechtigkeit. Die göttliche Vergebung
darf sein Gesetz nicht beugen. Es gäbe sonst keine Gerechtigkeit mehr.
Als gerechter Gott hat er gerechte Gesetze festgelegt. Die ersten vier
Gebote betreffen den Dienst an Gott und seine Verehrung. Durch diese
Gebote wird deutlich: Gott ist an uns interessiert. Er liebt uns. Er
möchte Gemeinschaft mit uns. Die weiteren sechs Gebote regeln den
gesellschaftlichen Umgang der Menschen miteinander. Gott hat eine klare
Vorstellung darüber, wie wir ihm begegnen und wie wir andere Menschen
behandeln sollen.
Warum wurden die Gebote notwendig? Sie wurden notwendig, weil durch den
Sündenfall eine ungetrübte, natürliche Beziehung zu Gott nicht mehr
möglich war. Mit der eigenwilligen Entscheidung der ersten Menschen,
gegen Gottes Anordnung zu handeln, verloren sie und auch wir das
Vorrecht, Gott zu begegnen und mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu
sprechen (1. Mos. 2-3). Durch ihren Ungehorsam sündigten sie. Gott
hatte sie zuvor nicht in Ungewissheit gelassen. Er hatte ihnen eine
klare Anweisung gegeben. Interessant ist dabei, dass es nur eine
einzige Anweisung war. Sie sollten nicht vom Baum der Erkenntnis von
Gut und Böse essen. Adam und Eva gelang es nicht, diese einzige Regel
einzuhalten. Sie ließen sich verunsichern. Dies führte dazu, dass sie
an Gott zweifelten. Sie waren sich nicht mehr sicher, ob Gott ehrlich
ihnen gegenüber war. Sie stellten somit Gottes Glaubwürdigkeit und
seine Wahrhaftigkeit in Frage.
Die Konsequenz ihrer Sünde war, dass es eine unverhüllte und offene
Begegnung mit Gott nicht mehr geben konnte, denn dies hätte den Tod zur
Folge gehabt (2. Mos. 33,20). Wenn der Mensch sich ab diesem Zeitpunkt
Gott nahen wollte, war ein Tieropfer nötig. Das Opfer starb
stellvertretend für die Sünden desjenigen, der das Opfer dargebracht
hat. Das Blut des Opfers bewirkte eine Entsühnung (3. Mos. 17,11), so
dass der Sünder dadurch rein und heilig vor Gott stehen konnte. Gott
ist gerecht und heilig. Nur wer gerecht und heilig ist, kann sich Gott
nahen. Gott forderte sein Volk immer wieder auf:
„Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott. (3. Mos. 20,7).“
Das Volk Gottes hatte im Alten Testament durch die Tieropfer zwar die
Möglichkeit, immer wieder rein vor Gott stehen zu können, aber das Volk
wartete dennoch auf den Messias, der ihnen von Gott verheißen worden
war. Gott versprach ihnen, einen Retter, einen Erlöser zu schicken.
Dieser Retter sollte die Kluft zwischen Gott und den Menschen
überbrücken und die Menschheit von ihren Sünden erlösen. Diese Kluft
ist da, weil die Sünde der Menschen so groß und die Heiligkeit Gottes
so rein ist. Diese Kluft vermag der Mensch von sich aus nicht zu
überbrücken. Gott hat diese Kluft überbrückt – durch den Kreuzestod
seines Sohnes.
Durch seinen Tod stellte Jesus alles zur Verfügung, was der Sünder in
Bezug auf die Sünde benötigt hat. Somit wurde der Sünder in die Lage
versetzt, ewige Gemeinschaft mit Gott zu haben. Gleichzeitig hat Jesus
damit alle Anforderungen erfüllt, die für einen rechtschaffenen und
gerechten Gott Voraussetzung dafür waren, dass er Sünde vergeben und
wieder Gemeinschaft mit dem Menschen haben kann.
Die Botschaft vom Kreuz ist die Antwort Gottes, um gleichzeitig gerecht und gnädig sein zu können.
Sünde hat Konsequenzen. Sie trennt uns von Gott und hat den Tod zur
Folge. Das ist Gottes gerechte Strafe für die Sünde. Gott kann aufgrund
seiner Gerechtigkeit nicht anders als den Sünder für seine Schuld zu
bestrafen.
Er hat als Richter den Entschluss gefasst, die Strafe selbst zu
bezahlen. Jesus und somit Gott selbst hat stellvertretend für uns die
Strafe auf sich genommen. Jesus war selbst ohne Sünde und nahm dennoch
unsere Schuld auf sich. Er hat mit seinem Blut für unsere Schuld
bezahlt. Somit kann Gott dem Sünder gnädig sein, wenn dieser an ihn
glaubt, da Jesus bereits für die gerechte Strafe mit seinem Blut
bezahlt hat.
Joh. 3,16: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen
eigenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht,
sondern ewiges Leben hat.
Die Botschaft vom Kreuz ist somit eine Botschaft mit Ewigkeitsgarantie.
Sie verheißt uns ewiges Leben. Wir wären ganz schön überheblich, wenn
wir denken würden, wir hätten die Vergebung Gottes nicht nötig. Adam
und Eva hatten nur ein Gebot – und scheiterten. Sie konnten einerseits
der Versuchung nicht widerstehen, andererseits hatten sie Zweifel an
Gott. Es wäre naiv zu denken, dass es uns gelingen könnte, ein Leben
ohne Sünde zu führen, wenn es nicht einmal diesen beiden Menschen
möglich war, ein Gebot einzuhalten.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der Liebe Gottes. Gott war
bereit, unsere Strafe auf sich zu nehmen – das tut nur derjenige, der
den anderen liebt. Unser Schicksal ist Gott nicht gleichgültig. Er
empfindet auch keine Schadenfreude, wenn wir den Weg der Verdammnis
wählen. Gott hat uns erschaffen – aus Liebe. Er will Gemeinschaft in
Ewigkeit mit uns haben – aus Liebe. Er hat die Strafe auf sich genommen
– ebenfalls aus Liebe. Gott verliert seinen Plan mit der Menschheit
nicht aus dem Blickfeld. Er könnte sich von uns wegen unserer Sünden
enttäuscht abwenden. Er tut es nicht – aus Liebe. Er wendet sich uns zu
– aus Liebe. Er wartet auf uns – aus Liebe. Er wartet darauf, dass wir
uns ihm wieder zuwenden – aus Liebe. Seine Geduld ist grenzenlos – aus
Liebe.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der persönlichen
Entscheidung. Diese Botschaft betrifft jeden Menschen. Wenn ein Mensch
denkt, diese Botschaft hat nichts mit ihm zu tun, hat er bereits eine
Entscheidung getroffen. Er hat sich entschieden, nicht an Gott zu
glauben. Es kann sein, dass diese Entscheidung mit einer „falschen“
Vorstellung über den Glauben zustande gekommen ist. Der Glaube hat aber
nichts mit Ritualen, nichts mit Gesetzlichkeit, nichts mit
Freudlosigkeit usw. zu tun. Es geht um meine, deine, unsere persönliche
Entscheidung und um meine, deine, unsere persönliche Beziehung zu Gott.
Der Kreuzestod geschah nicht in der Anonymität der jüdischen Kultur und
der damaligen Welt. Die Menschen wussten davon. Die Aufschrift des
Kreuzes Jesus wurde in drei Sprachen verfasst. Gott bleibt auch heute
nicht anonym. Er macht sich auch heute noch präsent durch seine
Nachfolger und den Heiligen Geist. Er möchte auch heute noch,
dass wir Menschen an ihn glauben.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft, die uns Hoffnung gibt.
Betrachten wir Hiob, er hat alles verloren. Sein Leben war scheinbar
verloren, sinnlos, hoffnungslos. Sein Leid ließ ihn jammern, klagen und
hadern. In der Begegnung mit Gott hat er Hoffnung erfahren. Er hat
erkannt, mein Leben dreht sich nicht nur um mich, mein Leben dreht sich
um Gott. Er hat erkannt, dass das Leben mehr ist als Reichtum,
Ansehen, Gesundheit und Familie. Er hat erkannt, mein Leben kommt von
Gott.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der Freude. Sie ist eine Freude in vielerlei Hinsicht.
Durch die Botschaft vom Kreuz haben wir Frieden mit Gott und wir finden Frieden mit uns selbst durch die Vergebung Jesu.
Es kommt immer wieder vor, dass Menschen in eine Doppelrolle geraten.
Ein Vater vergibt seinem Kind im familiären Rahmen bedingungslos, wenn
es Reue zeigt. Ist dieser Vater allerdings Rektor an einer Schule und
sein Sohn ein Schüler an genau derselben Schule, kann er den Sohn als
Schüler nicht so behandeln, wie er ihn als Sohn behandeln würde. Als
Rektor muss der Vater Fehlverhalten seines Sohnes ahnden, damit die
Disziplin an der Schule aufrechterhalten bleiben kann. Die anderen
Schüler würden die ungleiche Behandlung mitbekommen, sie als ungerecht
empfinden und den Rektor in seiner Funktion nicht mehr respektieren.
Auch wenn diese Beispiele hinken, so machen sie doch das Dilemma Gottes
deutlich: Wie kann Gott vergeben – wonach sich sein Herz sehnt – und
gleichzeitig „Richter der ganzen Erde“ sein? Vergebung und Gericht –
das passt nach unserem menschlichen Verständnis nicht zusammen. Wir
können nicht gleichzeitig gerecht handeln und gnädig sein. Wir üben
entweder Gerechtigkeit oder Gnade aus.
Wie ist das bei Gott?
Ps. 89, 15: Gerechtigkeit und Gericht sind deines Thrones Stütze, Gnade und Treue gehen vor dir ein
Jetzt stellt sich die Frage: Wie kann Gott gleichzeitig gerecht und gnädig sein?
Wir wissen, unser Gott ist ein gerechter und heiliger Gott und auch ein
Gott der Barmherzigkeit und Nachsicht. Gott handelt aber nie im
Widerspruch zu seiner eigenen Gerechtigkeit. Die göttliche Vergebung
darf sein Gesetz nicht beugen. Es gäbe sonst keine Gerechtigkeit mehr.
Als gerechter Gott hat er gerechte Gesetze festgelegt. Die ersten vier
Gebote betreffen den Dienst an Gott und seine Verehrung. Durch diese
Gebote wird deutlich: Gott ist an uns interessiert. Er liebt uns. Er
möchte Gemeinschaft mit uns. Die weiteren sechs Gebote regeln den
gesellschaftlichen Umgang der Menschen miteinander. Gott hat eine klare
Vorstellung darüber, wie wir ihm begegnen und wie wir andere Menschen
behandeln sollen.
Warum wurden die Gebote notwendig? Sie wurden notwendig, weil durch den
Sündenfall eine ungetrübte, natürliche Beziehung zu Gott nicht mehr
möglich war. Mit der eigenwilligen Entscheidung der ersten Menschen,
gegen Gottes Anordnung zu handeln, verloren sie und auch wir das
Vorrecht, Gott zu begegnen und mit ihm von Angesicht zu Angesicht zu
sprechen (1. Mos. 2-3). Durch ihren Ungehorsam sündigten sie. Gott
hatte sie zuvor nicht in Ungewissheit gelassen. Er hatte ihnen eine
klare Anweisung gegeben. Interessant ist dabei, dass es nur eine
einzige Anweisung war. Sie sollten nicht vom Baum der Erkenntnis von
Gut und Böse essen. Adam und Eva gelang es nicht, diese einzige Regel
einzuhalten. Sie ließen sich verunsichern. Dies führte dazu, dass sie
an Gott zweifelten. Sie waren sich nicht mehr sicher, ob Gott ehrlich
ihnen gegenüber war. Sie stellten somit Gottes Glaubwürdigkeit und
seine Wahrhaftigkeit in Frage.
Die Konsequenz ihrer Sünde war, dass es eine unverhüllte und offene
Begegnung mit Gott nicht mehr geben konnte, denn dies hätte den Tod zur
Folge gehabt (2. Mos. 33,20). Wenn der Mensch sich ab diesem Zeitpunkt
Gott nahen wollte, war ein Tieropfer nötig. Das Opfer starb
stellvertretend für die Sünden desjenigen, der das Opfer dargebracht
hat. Das Blut des Opfers bewirkte eine Entsühnung (3. Mos. 17,11), so
dass der Sünder dadurch rein und heilig vor Gott stehen konnte. Gott
ist gerecht und heilig. Nur wer gerecht und heilig ist, kann sich Gott
nahen. Gott forderte sein Volk immer wieder auf:
„Darum heiligt euch und seid heilig; denn ich bin der HERR, euer Gott. (3. Mos. 20,7).“
Das Volk Gottes hatte im Alten Testament durch die Tieropfer zwar die
Möglichkeit, immer wieder rein vor Gott stehen zu können, aber das Volk
wartete dennoch auf den Messias, der ihnen von Gott verheißen worden
war. Gott versprach ihnen, einen Retter, einen Erlöser zu schicken.
Dieser Retter sollte die Kluft zwischen Gott und den Menschen
überbrücken und die Menschheit von ihren Sünden erlösen. Diese Kluft
ist da, weil die Sünde der Menschen so groß und die Heiligkeit Gottes
so rein ist. Diese Kluft vermag der Mensch von sich aus nicht zu
überbrücken. Gott hat diese Kluft überbrückt – durch den Kreuzestod
seines Sohnes.
Durch seinen Tod stellte Jesus alles zur Verfügung, was der Sünder in
Bezug auf die Sünde benötigt hat. Somit wurde der Sünder in die Lage
versetzt, ewige Gemeinschaft mit Gott zu haben. Gleichzeitig hat Jesus
damit alle Anforderungen erfüllt, die für einen rechtschaffenen und
gerechten Gott Voraussetzung dafür waren, dass er Sünde vergeben und
wieder Gemeinschaft mit dem Menschen haben kann.
Die Botschaft vom Kreuz ist die Antwort Gottes, um gleichzeitig gerecht und gnädig sein zu können.
Sünde hat Konsequenzen. Sie trennt uns von Gott und hat den Tod zur
Folge. Das ist Gottes gerechte Strafe für die Sünde. Gott kann aufgrund
seiner Gerechtigkeit nicht anders als den Sünder für seine Schuld zu
bestrafen.
Er hat als Richter den Entschluss gefasst, die Strafe selbst zu
bezahlen. Jesus und somit Gott selbst hat stellvertretend für uns die
Strafe auf sich genommen. Jesus war selbst ohne Sünde und nahm dennoch
unsere Schuld auf sich. Er hat mit seinem Blut für unsere Schuld
bezahlt. Somit kann Gott dem Sünder gnädig sein, wenn dieser an ihn
glaubt, da Jesus bereits für die gerechte Strafe mit seinem Blut
bezahlt hat.
Joh. 3,16: Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen
eigenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht,
sondern ewiges Leben hat.
Die Botschaft vom Kreuz ist somit eine Botschaft mit Ewigkeitsgarantie.
Sie verheißt uns ewiges Leben. Wir wären ganz schön überheblich, wenn
wir denken würden, wir hätten die Vergebung Gottes nicht nötig. Adam
und Eva hatten nur ein Gebot – und scheiterten. Sie konnten einerseits
der Versuchung nicht widerstehen, andererseits hatten sie Zweifel an
Gott. Es wäre naiv zu denken, dass es uns gelingen könnte, ein Leben
ohne Sünde zu führen, wenn es nicht einmal diesen beiden Menschen
möglich war, ein Gebot einzuhalten.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der Liebe Gottes. Gott war
bereit, unsere Strafe auf sich zu nehmen – das tut nur derjenige, der
den anderen liebt. Unser Schicksal ist Gott nicht gleichgültig. Er
empfindet auch keine Schadenfreude, wenn wir den Weg der Verdammnis
wählen. Gott hat uns erschaffen – aus Liebe. Er will Gemeinschaft in
Ewigkeit mit uns haben – aus Liebe. Er hat die Strafe auf sich genommen
– ebenfalls aus Liebe. Gott verliert seinen Plan mit der Menschheit
nicht aus dem Blickfeld. Er könnte sich von uns wegen unserer Sünden
enttäuscht abwenden. Er tut es nicht – aus Liebe. Er wendet sich uns zu
– aus Liebe. Er wartet auf uns – aus Liebe. Er wartet darauf, dass wir
uns ihm wieder zuwenden – aus Liebe. Seine Geduld ist grenzenlos – aus
Liebe.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der persönlichen
Entscheidung. Diese Botschaft betrifft jeden Menschen. Wenn ein Mensch
denkt, diese Botschaft hat nichts mit ihm zu tun, hat er bereits eine
Entscheidung getroffen. Er hat sich entschieden, nicht an Gott zu
glauben. Es kann sein, dass diese Entscheidung mit einer „falschen“
Vorstellung über den Glauben zustande gekommen ist. Der Glaube hat aber
nichts mit Ritualen, nichts mit Gesetzlichkeit, nichts mit
Freudlosigkeit usw. zu tun. Es geht um meine, deine, unsere persönliche
Entscheidung und um meine, deine, unsere persönliche Beziehung zu Gott.
Der Kreuzestod geschah nicht in der Anonymität der jüdischen Kultur und
der damaligen Welt. Die Menschen wussten davon. Die Aufschrift des
Kreuzes Jesus wurde in drei Sprachen verfasst. Gott bleibt auch heute
nicht anonym. Er macht sich auch heute noch präsent durch seine
Nachfolger und den Heiligen Geist. Er möchte auch heute noch,
dass wir Menschen an ihn glauben.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft, die uns Hoffnung gibt.
Betrachten wir Hiob, er hat alles verloren. Sein Leben war scheinbar
verloren, sinnlos, hoffnungslos. Sein Leid ließ ihn jammern, klagen und
hadern. In der Begegnung mit Gott hat er Hoffnung erfahren. Er hat
erkannt, mein Leben dreht sich nicht nur um mich, mein Leben dreht sich
um Gott. Er hat erkannt, dass das Leben mehr ist als Reichtum,
Ansehen, Gesundheit und Familie. Er hat erkannt, mein Leben kommt von
Gott.
Die Botschaft vom Kreuz ist eine Botschaft der Freude. Sie ist eine Freude in vielerlei Hinsicht.
Durch die Botschaft vom Kreuz haben wir Frieden mit Gott und wir finden Frieden mit uns selbst durch die Vergebung Jesu.
Durch die Botschaft vom Kreuz erfahren wir die Liebe Gottes, die er zu uns hat
Durch die Botschaft vom Kreuz erleben wir die Gnade Gottes, weil er die
gerechte Strafe, die uns gegolten hätte auf sich genommen hat.
Durch die Botschaft vom Kreuz haben wir Hoffnung auf ein Leben in Ewigkeit mit Gott.
Die Botschaft vom Kreuz endet nicht mit dem Kreuz. Jesus ist am dritten Tag nach seinem Tod am Kreuz auferstanden.
Ohne die Auferstehung wäre unsere Predigt, unser Glaube inhaltslos. Wir
hätten nur die Botschaft des Todes und der Trauer um einen besonderen
Mann. Das Evangelium wäre ohne Auferstehung kraftlos. Erst durch die
Auferstehung und den Sieg Jesu über Tod, Hölle und Grab hat das
Evangelium seine Kraft erhalten, die sie heute noch hat.
Ohne die Auferstehung wäre der Tod Jesu nur dem Tod eines Märtyrers
gleichgekommen, der für seinen Glauben starb. Die Auferstehung
demonstriert, Jesus ist der Sohn Gottes
Ohne die Botschaft vom Kreuz gäbe es keine Vergebung der Sünden. Durch
Jesus haben wir die Vergebung. Er wurde uns zur Gerechtigkeit vor Gott.
Wäre Jesus tot, wie könnten wir durch ihn Vergebung haben? Ein toter
Mensch hat keine Kraft. Durch seine Auferstehung verleiht er uns die
Kraft, die uns die Vergebung bringt
Jesus ist der Erstling der Entschlafenen (1. Kor. 15,20). Wir
hätten keine Hoffnung auf ein ewiges Leben, wäre Jesus nicht
auferstanden.
Mit der Auferstehung Jesu und der Ausgießung des Heiligen Geistes an
Pfingsten erleben die Menschen plötzlich die lang verheißene
Herzensveränderung aus Hesekiel 11,19 (Gott gibt uns ein neues Herz und
einen neuen Geist). Wer immer den stellvertretenden Tod Jesu für sich
persönlich in Anspruch nimmt, erfährt eine neue Realität Gottes. Jesus
verändert Menschen und schenkt ihnen eine neue Beziehung zum
himmlischen Vater. Die Kraft Gottes wird im Leben real erfahrbar.
Welche Rolle spielt Jesus in deinem Leben? Spürst du die Kraft Gottes
in deinem Leben? Von mir kann ich sagen, dass mein Leben aus Höhen und
Tiefen besteht. Mein Tief im letzten Jahr habe ich als besonders tief
erlebt. Allein die Tatsache, als Christ an einer Depression erkrankt zu
sein, war schwer für mich zu akzeptieren. Ich – krank – und dann noch
depressiv – das geht von Haus aus nicht. Das passt nicht in mein
Lebensschema. Das passt nicht in mein Bild, das ich von mir haben will.
Ich wusste sehr schnell, dass ich offen damit umgehen musste. Das war
schwer. Das Positive war, dass ich wusste, Gott ist da. Auch wenn
es mir nicht gut ging, war er da. Ich erlebte Gottes Nähe immer wieder.
Bin ich gesund? Ich würde sagen, ich bin auf dem Weg dahin. Gott ist
nach wie vor dabei, mein Bild von ihm und mein Bild von mir und mein
Bild von anderen gerade zu rücken, da wo es krankt. Warum erzähle ich
das?
Wenn Gott die Kraft hat, mein Leben zu verändern, kann er es auch mit
jedem anderen. Ich wünsche jedem von euch Gottes Kraft und Segen. Amen.
Gemeinde Gottes Nördlingen
Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
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