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Die erste Liebe
Ernst hat vor ein paar Wochen in der Andacht über die Gemeinde der
Epheser aus Offenbarung 2 gesprochen. Die Epheser wurden zuerst gelobt,
aber ihnen wurde vorgeworfen, die erste Liebe verlassen zu haben. Ich
habe mir nun überlegt, was die erste Liebe ist bzw. wie sie ist. Ich
denke, dass die meisten von uns das Gefühl des Verliebtseins kennen. In
dieser Phase wollen die ineinander Verliebten ständig miteinander
zusammen sein. Sie denken ständig aneinander und erleben permanente
Glücksgefühle, sind sie beieinander. Man sagt so schön, sie haben
Schmetterlinge im Bauch oder sie schweben auf einer rosaroten Wolke.
In Offenbarung 2,5 wird nun den Ephesern gesagt, sie sollen aufgrund
dessen, dass sie ihre erste Liebe verlassen haben, Buße tun und ihre
ersten Werke tun. Jeder von uns weiß, was mit Buße gemeint ist. Es geht
dabei um Umkehr und um die Änderung der Gesinnung und des Verhaltens.
Aber was sind die ersten Werke? Was war unser erstes Werk, als wir uns
zu Gott bekehrten?
Unser erstes Werk war, dass wir begonnen haben, Gott kennen zu
lernen. Das Kennen lernen hat nichts mit einem theoretischen
Verständnis zu tun, sondern entspringt aus den Erfahrungen heraus, die
wir mit Gott machen. Erkennen wir das Wesen Gottes, erleben wir sein
Wesen. Erkennen und Erleben sind also eng miteinander verbunden. Ziel
der Offenbarung Gottes, Ziel des Kennen-Lernens Gottes ist die
Begegnung mit der Liebe Gottes.
Wie haben wir Gott kennen gelernt? Wir haben Zeit mit ihm verbracht,
haben uns mit seinem Wort auseinandergesetzt. Manches haben wir nicht
verstanden, aber das war nicht schlimm. Andere Dinge sind in unser Herz
gefallen und haben Glauben in uns bewirkt. Und dann kam der spannende
Teil: Wir haben Erfahrungen im Glauben gemacht, indem wir unseren
Glauben in Taten investiert haben. Und dadurch ist unsere Beziehung zu
Gott gewachsen.
Das Ganze beruht auf zwei Prinzipien:
1. Prinzip
Es gibt in unserem Herzen eine Tafel. Das können wir im 2. Kor.3,2-3
nachlesen: „Ich denke, ihr selbst seid der beste Empfehlungsbrief für
uns. Er ist in unser Herz geschrieben und kann von allen gelesen
werden. Jeder weiß, dass ihre selbst ein Brief Christi seid, den wir in
seinem Auftrag geschrieben haben; wenn auch nicht mit Tinte, sondern
mit dem Geist des lebendigen Gottes, nicht auf steinerne Gesetzestafeln
wie bei Mose, sondern in euer Herz.“ Unser Herz wird also mit
steinernen Herzenstafeln verglichen.
Auf diese Herzenstafeln kann geschrieben werden. Spr. 7,2-3: „.. Hüte
meine Worte wie einen wertvollen Schatz, denke jederzeit über sie nach,
und schreibe sie dir ins Herz.“
Zum Schreiben benötigen wir einen Stift. Der Stift, der auf unsere
Herzen schreibt, ist was? Die Zunge! Mit der Zunge ist die Verkündigung
des Wortes Gottes gemeint. Durch das Hören gelangt das Wort Gottes dann
auf die Herzenstafeln. Röm. 10,17: .. Der Glaube kommt allein aus dem
Hören der Botschaft, die Botschaft aber gibt uns Christus.
Leider gilt dieses Prinzip nicht nur für das Wort Gottes, sondern für
alle Dinge, die wir so hören. Deshalb müssen wir uns entscheiden, was
wir durch unsere Bereitschaft des Zuhörens in unser Herz lassen und was
nicht.
2. Prinzip
Beispiel mit dem Ei.
Was ist das?
Bist du sicher?
Woher weißt du, dass weißt du das? Du siehst das Ei doch gar nicht.
O.K. Es ist ein Ei.
Ist das Ei hart?
Das Ei ist hart. Vertraust du mir?
Also, wenn ich dir sage, dass das Ei hart ist, bist du bereit, es auf deinem Kopf aufschlagen zu lassen?
Der Blinde erkennt das Ei.
Er bekommt die Bestätigung.
Er vertraut mir, er glaubt mir, dass das Ei hart ist.
Er handelt danach.
Unsere Beziehung, unser Vertrauen zueinander wächst.
Gott
Gottes Wort
Erkennen
Bestätigung
Glaube
Tat
Wachstum der Beziehung zu Gott
Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber manchmal werde ich in meiner
Beziehung zu Gott müde. Ich vernachlässige dann die Beziehung zu ihm.
Deshalb stellt sich für mich die Frage, die euch vielleicht auch ab und
an beschäftigt:
Wie bleibe ich in der innigen, leidenschaftlichen Beziehung zu Gott?
Wie bleibe ich mit ihm online?
Gibt es Maßnahmen, die ich ergreifen kann, die wir ergreifen können, damit unser Leben langfristig erweckt bleibt?
Strukturen und Strategien können uns tatsächlich helfen, langfristig
erweckt zu bleiben. Die Gefahr von Strukturen ist allerdings, dass die
Lebendigkeit dabei verloren gehen kann. Das muss uns dabei bewusst
sein. Folgende Elemente können uns helfen.
- Verzettele dich nicht (2. Tim. 2,4)
d. h. treffe eine kluge Auswahl/ setze Prioritäten
- Sei fleißig (2. Petr. 1,3-5)
Nimm dir Zeit für Gott, lerne ihn kennen, gib ihm Raum in deinem
Herzen. Ziel des Kennen-Lernens Gottes ist die Begegnung mit der Liebe
Gottes. Durch Fleiß erhalten wir die Verheißungen Gottes, die für uns
bereitet sind. Ohne Fleiß gibt es kein Durchbrechen. Es kostet Mühe.
Aber dies wird Frucht tragen (V.8).
- Kämpfe nach den Regeln der Bibel (2. Tim. 2,5)
Wir müssen unsere Bibel kennen, damit wir Glaube haben und zum
Überwinder werden. Wir benötigen Entschiedenheit und die Bereitschaft
zum Kampf- Dieser Kampf beginnt in unserem Herzen. Jesus kämpft um
unsere Herzen. Wir dürfen Gewissheit haben, dass er Sieger ist. Jesus
liebt uns, aber er hasst das Böse, wir sollen ihm hier gleichtun. Gott
ist ein eifersüchtiger Gott (1. Kor. 10,22). Gott lässt sich finden,
wenn wir ihn suchen. Gottes Wort hilft uns, ihm zu vertrauen. Wir
müssen aber erst die "Riesen" unseres Lebens beseitigen, um Vollmacht
für andere im Gebet zu haben. Halten wir fest, was uns Gott versprochen
hat, entsteht Kühnheit im Gebet. (Jak. 4.6). Wir benötigen
Entschiedenheit und die Bereitschaft zum Kampf.
- Motiviere dich durch das Wort Gottes
Kennen wir Verheißungen Gottes, haben wir einen Hunger nach Gottes Wort
entwickelt und haben wir Gottes Liebe erfahren, können wir diese Dinge
unseren Widerständen entgegensetzen.
- Fliehe (2. Tim. 2,22)
d. h. Flucht vor dem Bösen ist eine wirksame Strategie.
- Sei radikal (Mt. 5,29-30)
d. h. sei entschlossen, die Sünde mit Stumpf und Stiehl herauszureißen aus deinem Leben
- Zeige Ausdauer (Hebr. 10,36)
d. h. Wir sollen ausharren, auch wenn Rückschläge und Leid auf uns
zukommen. Jesus bezog Ausdauer, indem er über die Situation
hinwegschaute und die geistlichen Realitäten betrachtete.
- Folge guten Vorbildern (2. Tim. 3,10/Hebr. 13,7)
d. h. forsche in Gottes Wort und suche dir einen Mentor und du wirst dich verändern
- Suche Hilfe (Gal. 6,2/Phil 2,4/Hebr. 10,24)
d. h. lasse dir helfen, denn andere sind für deine Anliegen oft kühner im Glauben und anders herum (Lastenausgleich)
- Halte die Erinnerung wach (3. Mos. 23,24/5. Mos. 6,6-9)
d. h. folge dem Beispiel der Bibel, die uns zur Erinnerung auffordert (bspw. Abendmahl)
- Habe Furcht vor Gott (Mal.1,6)
Es ist wichtig, dass wir den Bund mit Gott ernst nehmen und uns
festlegen (Gelübde ablegen) und nicht in einem Zustand der
Unverbindlichkeit mit ihm verharren. Mal. 1,8 zeigt auf, dass sein Volk
der Obrigkeit mehr Respekt entgegenbringt als ihm. Wir müssen aufhören,
Gott gegenüber zu mogeln oder ihm unsere Bedingungen aufzwingen zu
wollen. Wir müssen lernen, eine Herzenshaltung der Ehrlichkeit und des
Respekts ihm gegenüber zu entwickeln. Dies gelingt uns, indem wir sein
Angesicht beständig suchen (1. Chr. 16,11). Gerade in schwierigen
Gebetszeiten ist diese Beständigkeit wichtig. Gott in der Schwere
anzubeten ist kostbar. Dies ist ein Opfer, das wir fühlen. Sind wir
bereit, Gott gegenüber ein Gelübde abzulegen, wird die Kraft des
Heiligen Geistes kommen, um uns zu helfen, das Gelübde zu halten.
- Vertraue auf deinen Beistand, dem Heiligen Geist
Er schenkt uns Offenbarung Gottes (1.Kor. 2,9-10). Gott ist Geist,
deshalb können wir ihm nur mit unserem Geist begegnen. Unser Geist muss
dazu von Neuem geboren sein. Gottes Geist gibt meinen Geist Zeugnis,
damit ich die Geister unterscheiden kann (1. Tim. 4,1). Dazu müssen wir
aber geübt und mündig sein (Hebr. 5,12).
Ich wünsche uns allen, dass wir die erste Liebe nicht verlieren, wir in
einem Zustand des Erwecktseins bleiben und wir in unserer Beziehung zu
Gott immer mehr wachsen dürfen.
Gott segne uns.
Gemeinde Gottes Nördlingen
Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
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