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Die Wichtigkeit der Vergebung
Ich möchte die provokative These aufstellen, dass uns unsere Schuld
nicht vergeben wird, wenn wir nicht vergeben. Um zu überprüfen, ob
diese These stimmt, möchte ich mit euch verschiedene Bibelstellen
durchgehen:
Mk. 11,24 Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet,
glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden. 25-26 Und
wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemand habt,
damit auch euer Vater, der in den Himmeln ist, euch eure Übertretungen
vergebe.
Mt. 6,12 und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben
Mt. 6,14 Denn wenn ihr den Menschen ihre Vergehungen vergebt, so wird
euer himmlischer Vater auch euch vergeben; 15 wenn ihr aber den
Menschen nicht vergebt, so wird euer Vater eure Vergehungen auch nicht
vergeben.
Diese Aussagen trifft Jesus seinen Jüngern gegenüber. Seine Aussagen
sind ernst zu nehmen. Jesus meint, was er sagt. Jesus fordert uns hier
auf, denen zu vergeben, gegen die wir etwas haben oder die uns etwas
angetan haben. Auf die Art, wie wir vergeben, wird uns vergeben werden.
Ein Mensch, der nicht vergeben kann, scheint vergessen zu haben, welche
Schuld ihm von Gott vergeben wurde.
Unsere Vergebungsbereitschaft und unser Wachstum hängen miteinander
zusammen. Wir können geistlich nicht wachsen, können wir nicht
vergeben. Unversöhnlichkeit in unserem Leben stellt ein Gefängnis dar.
Wir sind gefangen in unseren Gedanken der Unversöhnlichkeit.
Vergebungsbereitschaft ist der Schlüssel, um aus diesem Gefängnis zu
kommen.
Aus eigener Kraft zu vergeben ist oft schwer. Wir dürfen zu Gott gehen
und ihn bitten, uns zu helfen, seinen Willen in diesem Bereich zu tun.
Wir dürfen ihn bitten, uns die Kraft und die Fähigkeit dazu zu schenken
und in uns das Wollen und Vollbringen zu bewirken.
Petrus wusste um die Notwendigkeit des Vergebens. Ihn beschäftigt
allerdings nur die Frage, wie oft er seinem Bruder, der gegen ihn
sündigt, vergeben soll (Mt. 18,21). Er macht sogar einen Vorschlag und
geht davon aus, dass er damit sehr großzügig ist und Jesus damit
beeindrucken kann. Aber Jesus gibt ihm eine schockierende Antwort, die
seine Vorstellung der Vergebungsbereitschaft über den Haufen wirft.
Jesus sagt, nicht sieben Mal, sondern siebzig mal sieben Mal (Mt.
18,22). Das bedeutet mit anderen Worten: Vergib, wie Gott vergibt,
nämlich ohne jegliche Begrenzung.
Dazu gibt Jesus ein Gleichnis von dem unbarmherzigen Knecht. Diesem
Knecht wurde eine Schuld von 10 000 Talenten erlassen. Ein Talent ist
ein Einheitsmaß, um Metalle und Waren aufzuwiegen. Ein Talent ist mit
ca. 35 Kilogramm zu vergleichen. Der Knecht schuldete also seinem König
350 000 Kilogramm. Wenn es sich bei der Ware um Gold gehandelt haben
sollte, hätte dieser Knecht seinem König also 350 000 kg Gold
geschuldet. Dies hätte heute einen Marktwert von 3,5 Milliarden €, wenn
man davon ausgeht, dass ein Kilo Gold 10 000 € wert ist. Diese Summe
hätte dieser Knecht nie und nimmer begleichen können. Der König aber
bekam Mitleid und erließ diesem Knecht seine Schuld. Er hat ihm
vergeben. Er hat an der Schuld seines Knechtes nicht festgehalten,
sondern sie losgelassen.
Bei unserer Errettung haben wir ebenfalls erlebt, wie uns unsere Schuld
vergeben worden ist. Wir wären nie in der Lage gewesen, diese Schuld zu
begleichen. Jesus hat den Schuldschein, der uns belastete, bezahlt.
Kol. 2,13 Und euch, die ihr tot wart in den Vergehungen und in dem
Unbeschnittensein eures Fleisches, hat er mit lebendig gemacht mit ihm,
indem er uns alle Vergehungen vergeben hat. 14 Er hat den Schuldschein
gegen uns gelöscht, den in Satzungen bestehenden, der gegen uns war,
und ihn auch aus unserer Mitte fortgeschafft, indem er ihn ans Kreuz
nagelte;
Wir können also für uns eine Parallele zu diesem Knecht ziehen.
Als der Knecht seinem Mitknecht begegnet, fordert er von diesem dessen
Schuld ein. Diese Schuld verläuft sich auf 100 Denare, ein Geldwert von
4000 €. Aber was ist diese Schuld im Vergleich zu der Schuld, die ihm
selbst erlassen wurde? Es mag stimmen, dass wir von Menschen schlecht
behandelt worden sind, von ihnen verletzt wurden, aber es ist nichts im
Verhältnis zu unserer Schuld gegenüber Gott.
Wir wissen, was mit dem Knecht passiert ist, der nicht vergeben konnte:
- Er wurde den Folterknechten übergeben.
- Seine bereits vergebene Schuld wird neu eingefordert.
Zudem sagt er in Vers 18: So wird auch der himmlische Vater euch tun, wenn ihr nicht ein jeder seinem Bruder von Herzen vergibt.
Den Folterknechten übergeben zu werden, bedeutet, von dämonischen
Geistern gequält zu werden. Ärzte und Wissenschaftler wissen, dass
viele Krankheiten auf Unversöhnlichkeit und Bitterkeit beruhen. Zur
Vergebungsbereitschaft gehört auch, dass wir uns auch selbst vergeben.
Wenn unsere Schuld neu eingefordert wird, ist es so, als ob wir unsere Errettung verlieren. Ist das möglich? Urteilt selbst:
2. Petr. 2,20 Denn wenn sie den Befleckungen der Welt durch die
Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus entflohen sind,
aber wieder in diese verwickelt und überwältigt werden, so ist für sie
das Letzte schlimmer geworden als das Erste. 21 Denn es wäre ihnen
besser, den Weg der Gerechtigkeit nicht erkannt zu haben, als sich,
nachdem sie ihn erkannt haben, wieder abzuwenden von dem ihnen
überlieferten heiligen Gebot. Ich verstehe das so: Durch
Unversöhnlichkeit wenden wir uns von Gott weg.
In 1.Kor.3,8 steht: wenn aber jemand Gott liebt, ist er von ihm
erkannt. Gott erkennt also jene, die ihn lieben. Aber in 1. Kor.8,3
lesen wir: Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und hasst seinen
Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er
sieht, der kann nicht Gott lieben, den er nicht sieht. Lieben wir Gott?
Gott liebt uns. Er hat unsere Schuld vergeben. Lasst uns in diesem
Bewusstsein leben. Es wird immer wieder vorkommen, dass andere an uns
schuldig werden. Dies mag uns verletzen, aber lasst uns darüber nicht
bitter werden. Lasst uns nicht unversöhnlich sein.
Lasst uns mit dem Leid, das wir erfahren, zu Gott gehen. Lasst uns im Gebet füreinander einstehen.
Ich will schließen mit den Worten: Aus eigener Kraft und eigenem
Vermögen können wir es nicht schaffen, aber aus der Kraft und der
Befähigung Gottes wird es uns gelingen.
Gemeinde Gottes Nördlingen
Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
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