Home      Andachten          Predigten           Zeugnisse           Geschichten           Themen
  * Über uns
  * Gottesdienst
  * Gebetstreffen
  * Hauskreis
  * Kinder/Jugend
  * Unser Glaube
  * Andachten
  * Predigten
  * Zeugnisse
  * Geschichten
  * Themen
  * Anfahrt
  * GeGo KdöR

Freiheit und Grenzen

1. Freiheit

Röm. 14,1-6 (Gegenseitige Verantwortung der im Glauben Starken und Schwachen):

1 Den Schwachen im Glauben aber nehmt auf, doch nicht zur Entscheidung zweifelhafter Fragen! 2 Einer glaubt, er dürfe alles essen; der Schwache aber isst Gemüse. 3 Wer isst, verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, richte den nicht, der isst! Denn Gott hat ihn aufgenommen. 4 Wer bist du, der du den Hausknecht eines anderen richtest? Er steht oder fällt dem eigenen Herrn. Er wird aber aufrecht gehalten werden, denn der Herr vermag ihn aufrecht zu halten. 5 Der eine hält einen Tag vor dem anderen, der andere aber hält jeden Tag gleich. Jeder aber sei in seinem eigenen Sinn völlig überzeugt! 6 Wer den Tag beachtet, beachtet ihn dem Herrn. Und wer isst, isst dem Herrn, denn er sagt Gott Dank; und wer nicht isst, isst dem Herrn nicht und sagt Gott Dank.

Geschichtlicher Hintergrund: Bei den Römern und auch den Korinthern gab es Götzendienst. In diesem Zusammenhang opferten die Menschen, die Götzendienst betrieben haben, ihren Götzen Fleisch. Die Götzen konnten die Opfer aber nicht annehmen, da sie aus Holz oder Stein waren. Es stellte sich also die Frage, was mit dem Fleisch passieren sollte. Das Wegwerfen des Fleisches wäre zu schade gewesen, deshalb wurde es entweder auf dem Fleischmarkt zum Verkauf angeboten (1. Kor. 24oder im Tempelrestaurant verarbeitet.

Da die römischen Christen aus diesem Hintergrund kamen, stellte sich für sie die Frage, ob ein Christ ein für Götzen geopfertes Fleisch kaufen und essen darf. Paulus gibt zur Antwort, dass jeder nach seiner eigenen Überzeugung handeln solle.

Auch in Bezug der Achtung der Tage stellt Paulus klar, dass jeder für sich zu entscheiden hat, wie er es damit hält.

Ein weiteres Problem in Rom war, dass sich Christen gegenseitig verachtet und gerichtet haben. Paulus erinnert sie daran, dass Gott unser aller Vater ist. Er ist derjenige, der für uns sorgt, und derjenige, dem unser Handeln gelten soll. Dabei handelt jeder entsprechend seiner Überzeugung.

2. Aussagen des Neuen Testamentes können in drei Kategorien eingeteilt werden:

- Theologie
- Ethik
- Praxis

Jede dieser Kategorien kann in zwei Ebenen unterteilt werden:

- Es gibt klare Kehraussagen und Gebote.
- Es gibt Andeutungen und Ereignisse, die man evtl. für Präzedenzfälle hält.

Interessant ist, dass es im theologischen und ethischen Bereich wenig Streitpunkte gibt. Bspw. entstehen keine Diskussionen, dass wir aus Gnade errettet sind oder wir nicht töten und nicht ehebrechen sollen.

Im praktischen Bereich treten aber häufig Streitigkeiten auf. Bspw. wird darüber diskutiert, welche Strukturen eine Gemeindeleitung haben soll. Im NT gibt es verschiedene Modelle dazu. Es gibt keine klare Lehraussage.

Diese Streitigkeiten betreffen sekundäre Bereiche. Im NT finden wir aber viel Freiheit, was die Praxis betrifft.

In der o.g. Bibelstelle ist Vers 4 zu beachten: Wir sind Gottes Hausknechte und nur ER hat das Recht, uns zu richten. Wir sind also nicht Knechte eines anderen Menschen und es steht uns nicht zu, andere zu richten.

Wir haben aber nicht die Freiheit, unsere Meinung anderen aufzudrängen. Bei allem, was andere Christen tun, sollen wir davon ausgehen, dass ihre Motive gut sind. Denn wenn wir Dinge für den Herrn tun, ist unser Motiv positiv (V. 6).

Zusammenfassend können wir also sagen, wir haben die Freiheit, das zu tun, von was wir überzeugt sind. Begeht jemand allerdings eine Sünde, ist Korrektur erforderlich

3. Grenzen der Freiheit

1. Kor. 8, 4-13 (Rücksicht auf die Schwachen beim Essen von Götzenopferfleisch):

4 Was nun das Essen von Götzenopferfleisch betrifft, so wissen wir, dass es keinen Götzen in der Welt gibt und dass kein Gott ist als nur einer. 5 Denn wenn es auch so genannte Götter gibt im Himmel oder auf Erden - wie es ja viele Götter und viele Herren gibt -, 6 so ist doch für uns ein Gott, der Vater, von dem alle Dinge sind und wir auf ihn hin, und ein Herr, Jesus Christus, durch den alle Dinge sind und wir durch ihn. 7 Die Erkenntnis aber ist nicht in allen, sondern manche essen es, da sie bis jetzt an den Götzen gewöhnt waren, als Götzenopferfleisch, und ihr Gewissen, da es schwach ist, wird befleckt. 8 Speise aber macht uns nicht angenehm vor Gott; weder sind wir, wenn wir nicht essen, geringer, noch sind wir, wenn wir essen, besser. 9 Seht aber zu, dass nicht etwa diese eure Freiheit den Schwachen zum Anstoß werde! 10 Denn wenn jemand dich, der du Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch liegen sieht, wird nicht sein Gewissen, da er schwach ist, bestärkt werden, die Götzenopfer zu essen? 11 Und durch deine Erkenntnis kommt der Schwache um, der Bruder, um dessentwillen Christus gestorben ist. 12 Wenn ihr aber so gegen die Brüder sündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, so sündigt ihr gegen Christus. 13 Darum, wenn eine Speise meinem Bruder Ärgernis gibt, so will ich nie und nimmermehr Fleisch essen, damit ich meinem Bruder kein Ärgernis gebe.

1. Kor. 10, 24- 29a (Mahnung zum rechten Gebrauch der Freiheit beim Essen des Götzenopferfleisches):

24 Niemand suche das Seine, sondern das des anderen. 25 Alles, was auf dem Fleischmarkt verkauft wird, esst, ohne es um des Gewissens willen zu untersuchen! 26 Denn "die Erde ist des Herrn und ihre Fülle". 27 Wenn jemand von den Ungläubigen euch einlädt, und ihr wollt hingehen, so esst alles, was euch vorgesetzt wird, ohne es um des Gewissens willen zu untersuchen. 28 Wenn aber jemand zu euch sagt: Dies ist Opferfleisch, so esst nicht, um jenes willen, der es anzeigt, und um des Gewissens willen! 29 Ich meine aber nicht das eigene Gewissen, sondern das des anderen.

In diesen Bibelstellen wird die Verantwortung eines reifen Christen gegenüber einem jungen Christen aufgezeigt. Paulus macht deutlich, dass der Christ die Freiheit hat, Götzenfleisch zu essen. Götzenfleisch an für sich ist bedeutungslos, da es keine Götzen gibt. Aber die Freiheit eines reifen Christen hört da auf, wo er zum Anstoß für einen anderen wird. Sitzt bspw. ein reifer Christ mit einem jungen Christen am Tisch, an dem Götzenfleisch zur Speise angeboten wird, soll der reife Christ auf den Verzehr verzichten, wenn er mitbekommt, dass er dadurch den jungen Christen in einen Konflikt bringt. Der junge Christ hat vielleicht für sich die Haltung, von dieser Speise nicht essen zu dürfen. Sieht er aber den reifen Christen davon essen, kann er unsicher werden. Dies kann zur Folge haben, dass er gegen seine Überzeugung ist. Der junge Christ wird aber im Nachhinein durch sein eigenes Gewissen geplagt, da er gegen seine Überzeugung gehandelt hat. Dies kann schwerwiegende Folgen für den jungen Christen haben.

Die Freiheit, die wir in Jesus Christus haben, soll nicht zum Anstoß für andere werden. Wir sollen andere nicht gegen deren Erkenntnis beeinflussen. Wir bewegen uns mit unserer Freiheit also in einem bestimmten Rahmen. Als reife Christen sollen wir uns bewusst sein, dass wir eine Vorbildfunktion haben.

Das wichtigste Prinzip kommt im 1. Kor 10,24 zum Ausdruck:

Niemand suche das Seine, sondern das des anderen.

4. Von wem wird mein Verhalten bestimmt? Muss mein Verhalten von den Meinungen anderer abhängen?

In Gal. 2, 11ff isst Petrus mit den Heidenchristen. Er zieht sich aber von ihnen zurück, als Judenchristen kommen. Bei den Judenchristen ging es um gesetzliche Juden. Paulus ermahnt Petrus deswegen sehr. Das Verhalten des Petrus wird als Heuchelei bezeichnet.

In unserem Handeln ist es wichtig, die Grenzen anderer Christen zu respektieren, aber nicht zu heucheln. Im Reich Gottes gibt es keinen Zwang. Gott hat uns Entscheidungsfreiheit gegeben. Dies betrifft jeden Bereich unseres christlichen Lebens. Deshalb sollen auch wir keinen Zwang und keinen Druck auf andere ausüben. Zwei Beispiele:

In der ersten Jerusalemer Gemeinde verkauften viele Christen ihr Hab und Gut und gaben es den Aposteln (Apg. 2,44f/ 4,32). Es gab keine Bedürftigen unter ihnen, da der etwas bekam, der etwas benötigte. Es kann der Eindruck entstehen, dass jeder sein Hab und Gut verkaufen musste. Dem war aber nicht so. Dies wird in Kap. 5 deutlich: Hananias, und seine Frau Saphira verkauften ebenfalls ihr Hab und Gut. Es war ihr Eigentum. Sie konnten entscheiden, ob sie es tun wollten. Sie unterstanden keinem Zwang. Ihr Erlös war ebenfalls ihr Eigentum. Sie konnten entscheiden, was sie damit machen. Das Problem war nicht, dass sie einen Teil für sich behielten, denn das war ihr Recht. Das Problem war, dass sie den Heiligen Geist belogen hatten, als sie einen Teil zurückbehielten und den Rest des Geldes als Gesamtbetrag angaben. Der Heilige Geist hat die Lüge offenbart.

Paulus sammelte Geld für die Christen in Jerusalem, weil sie zum einen Not hatten, zum anderen, damit die Heidenchristen somit ihren Dank für die Evangelisierung an die Judenchristen weitergeben konnten. In 2. Kor. 8,10 zwingt Paulus die Korinther nicht dazu, sondern er erinnert sie an ihre Bereitschaft, sich an dieser Sammlung zu beteiligen, die sie ein Jahr zuvor zum Ausdruck gebracht hatten.

Beispiele aus heutiger Zeit, bei denen es um den Respekt der Grenzen des anderen geht.

- Umgang mit Geld
- Offenheit

ist ein hoher Wert. Wir können aber nicht erwarten, dass der andere auch offen ist. Wir kennen den Hintergrund des anderen nicht. Wir wissen nichts über seine Erfahrungen. Vielleicht ist der andere deshalb weniger offen, weil er häufig verletzt wurde.

- Mitarbeit

Wir sollen keine Erwartungen an andere stellen. Dies kann einen enormen Druck erzeugen, der bewirkt, dass sich das Gegenüber zurückzieht.

- Aufgaben

Wir können den Eindruck haben, dass jemand für eine bestimmte Aufgabe besonders geeignet ist. Aber der andere will diese Aufgabe nicht tun.

Paulus hatte den Eindruck, dass Apollos nach Korinth kommen sollte. Dies sah Apollos aber nicht so. Das "vielfache Zureden" des Paulus kann Druck bewirkt haben bei Apollos. Aber Apollos ist nur Gott gegenüber verantwortlich. Letztlich musste Paulus den Willen des Apollos respektieren.

5. Was dürfen wir tun?

- Ermutigen
- Vorbild sein

Dies sind effektive Methoden, die keinen Druck verursachen. Paulus berichtet in 2. Kor 11, was er um Jesu Willen gelitten hat und ermutigt die Korinther, seine Nachahmer zu sein.

Zusammenfassung:

-Wir haben viel Freiheit, eine eigene Überzeugungen zu haben, solange sie dem Wort Gottes nicht widersprechen.
- Unsere Freiheit hat Grenzen, wenn durch das Praktizieren unserer Freiheit das Gewissen eines schwachen Christen verletzt wird.
- Wir respektieren die Entscheidungsfreiheit anderer Christen.
- Wir sind alle Gottes Hausknechte. Nur ER hat das Recht, uns zu richten.


Gemeinde Gottes Nördlingen

Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
                                                                    Impressum         Kontakt           Gästebuch