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Gehorsam

Ich will mit einer Geschichte beginnen:

Ein Jäger ging einmal zum Arzt. Er hatte einen Hautausschlag. Der Arzt stellte eine Hundeallergie fest und riet ihm, seinen Hund wegzugeben. Zum Schluss fragte der Arzt: „Was werden Sie tun: Ihren Hund verkaufen oder verschenken?“

Der Patient erwiderte: „Keines von beiden! Ich werde einen anderen Arzt aufsuchen und eine zweite Meinung einholen. Wissen Sie, es ist leichter, einen anderen Arzt zu finden als einen guten Jagdhund.“

Was hat der Mann gemacht, anstatt sich der Realität zu stellen, sucht er einen anderen, einen einfachen Weg. Er denkt gar nicht daran, seinen Hund wegzugeben und auf den Rat des Arztes zu hören, sondern sucht sich eine zweite Meinung. Anstatt zu tun, was getan werden muss, hofft er, bei einem anderen Arzt ein anderes Ergebnis zu bekommen.

Im geistlichen Bereich sind die Aussagen Gottes nicht immer angenehm für uns. Es ist viel angenehmer, ermutigende und aufbauende Worte von ihm zu hören, als sich einer für uns unliebsamen Aussage oder einer Kritik Gottes zu stellen. Es ist nun einmal so: Wir sehen den Splitter im Auge des anderen, unseren Balken nehmen wir nicht wahr.

Gott hilft uns dabei. Warum tut er das? Er hat den Wunsch, dass wir uns zu dem Menschen verändern, den er bereits in uns sieht. Wie hilft er uns? Er hilft uns, indem er zu uns spricht. Dafür hat er die verschiedensten Möglichkeiten. Wir können bspw. durch sein Wort erfahren, was er von uns möchte, wie er uns sieht. Wie gehen wir mit seinem Wort um? Holen wir dann auch eine zweite Meinung ein, wenn uns seine Meinung über uns nicht gefällt? Kritik von Gott ist nicht angenehm. Aber ist euch schon einmal aufgefallen, wie Gott kritisiert? Er beurteilt unser Verhalten ganz klar, redet dabei nicht um den heißen Brei, aber er verurteilt uns nicht als Person. Als Person liebt er uns dennoch, auch wenn er uns kritisiert. Wenn wir Gott weiterreden lassen, weiter offen sind, was er noch zu sagen hat, sagt er uns das auch. Gott baut uns auf, indem er uns seine Liebe aufzeigt und seine Liebe auch schenkt, wenn wir uns ihm nicht verschließen.

Mark Twain hat einmal gesagt: „Nicht das, was mir in der Bibel unverständlich bleibt, beschäftigt mich, sondern das, was ich verstehe. Gott offenbart sich uns in seinem Wort. Er lässt uns das verstehen, was gerade für uns wichtig ist. Die Frage ist, akzeptieren wir sein Wort? Handeln wir nach dem, was wir verstanden haben? Sind wir gehorsam? Wenn wir die Sache überdenken, eine zweite Meinung einholen, sind wir in der Gefahr. Satan benutzt unsere Unsicherheit, um uns zu verwirren, uns durcheinander zu bringen. Bereits Eva fiel auf diese Methode Satans herein und geriet in den Fallstrick der Sünde, indem sie seinen Lügen mehr glauben schenkte als Gottes Wort.

Ein Beispiel aus Gottes Wort In 1. Kön. 13;15ff:

Ein junger Prophet bekommt einen klaren Auftrag von Gott, den erfüllt er gewissenhaft. Zudem wird ihm gesagt, wie er sich auf dem Heimweg verhalten soll:
17 Denn es ist zu mir geredet worden durch das Wort des HERRN: Du sollst dort weder Brot essen noch Wasser trinken; du sollst nicht den Weg zurückgehen, den du gekommen bist.

Ein alter Prophet sucht den jungen Propheten auf dessen Heimweg auf und sagt zu ihm:
18 Er sprach zu ihm: Ich bin auch ein Prophet wie du, und ein Engel hat zu mir geredet auf das Wort des HERRN hin: Führe ihn wieder mit dir heim, dass er Brot esse und Wasser trinke. Er belog ihn aber.

Der junge Prophet hört auf den alten Propheten. Gott bestraft den jungen Propheten für seinen Ungehorsam.
24 Und als er seines Weges zog, fand ihn ein Löwe auf dem Wege und tötete ihn. Und sein Leichnam blieb auf dem Wege liegen und der Esel stand neben ihm, und der Löwe stand neben dem Leichnam.

Das Angebot nach Speise war sicher für den jungen Propheten verlockend. Er kannte Gottes Anweisung und fiel auf eine Lüge herein.

Es geht nicht darum, dass wir nicht einen Rat eines erfahrenen Christen einholen dürfen. Aber wir sollten uns prüfen: Wollen wir wirklich einen Rat oder wollen wir jemand, der uns mit unseren Bedenken nach dem Mund redet und uns womöglich ein Schlupfloch aufzeigt. Wir beruhigen unser Gewissen damit, dass der andere es sicher besser weiß, obwohl wir genau wissen, was wir zu tun haben.

David lagerte eines Tages in einer Höhle und ihn dürstete. Er sagte allerdings kein Wort. Zwei seiner Soldaten erkannten aber an seinem Seufzen, was er sich wünschte, und machten sich auf ins feindliche Lager, um für ihn Wasser zu holen. Sie hatten eine enge Beziehung zu ihrem Herrn und waren bereit, für sein Wohl zu sterben. Sie waren voller Eifer, ihm zu dienen.

Wo stehen wir? Gottes Wort ist ein eindeutig, wahr, unveränderbar. Es liegt an uns, ihm voller Eifer zu folgen oder an dem, was er uns sagt, immer wieder zu zweifeln, damit nicht sein, sondern unser Wille geschieht.


Gemeinde Gottes Nördlingen

Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
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