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Geistlicher Hunger - geistlicher Durst

 

Heute möchte ich über natürliche und geistliche Bedürfnisse und Gefühle sprechen. Jeder von uns kennt das körperliche Gefühl, hungrig und durstig zu sein. Was tun wir, wenn wir hungrig oder durstig sind? Wir essen etwas, wir trinken etwas. Wir stillen dadurch unser Bedürfnis nach Essen und Trinken.

Dieses Bedürfnis wird durch zwei verschiedene Dinge hervorgerufen:

1. Mangel an Nahrung und Flüssigkeit

Der Körper merkt, dass es ihm an Nahrung und/ oder Flüssigkeit fehlt und meldet diese Information als Hunger- und/ oder Durstig-sein-Gefühl an unser Gehirn weiter.

Was passiert, wenn wir dieses Gefühl übergehen? Das Gefühl wird stärker und das Bedürfnis, dieses Gefühl zu stillen größer. Dauert dieser Zustand länger an, gelingt es manchen, dieses Gefühl zeitweise zu unterdrücken. Aber es wird sich immer wieder melden.

Bleibt der Mensch in dem Zustand, zu wenig an Essen zu bekommen, entsteht eine Unterernährung. Der Energiebedarf wird nicht gedeckt. Die Folge ist nicht nur, dass der Mensch an Körpermasse und auch an seiner Leistungsfähigkeit in den verschiedensten Bereichen (Muskeln, Konzentrationsfähigkeit, Ausdauer) abnimmt, sondern dass dies auch zu schweren Krankheiten führt.

Es kann zu einer Fehlernährung kommen, wenn der Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen unterversorgt wird. Dies führt zu den verschiedensten Krankheiten (Infekten, Verstopfung, Jodmangel, Osteoporose).

Ist der Körper einem Mangel an Flüssigkeit ausgesetzt, werden irgendwann die Körperfunktionen beeinträchtigt werden und der Körper reagiert auf verschiedenste Weise (Kopfschmerzen). Es kann eine Dehydratation eintreten, d.h. der Flüssigkeitsausgleich im Körper ist nicht ausreichend, was zu einem Schlaganfall und Blutarmut füh-ren kann.

Unser Körper reagiert also auf eine mangelhafte Ernährung und auf einen Mangel an Flüssigkeit. Er nimmt es nicht so einfach hin. Es hinterlässt Spuren. Er wird krank. Im schlimmsten Fall führt die Erkrankung zum Tod. Bekommt der Körper überhaupt keine Nahrung und keine Flüssigkeit, tritt der Tod ebenfalls sehr schnell ein.

Weil uns die Konsequenzen bewusst sind, versorgen wir unseren Körper mit dem, was er benötigt.

2. Angebot

Das Bedürfnis nach Essen und Trinken kann aber auch durch verschiedenste Angebote in uns hervorgerufen werden. Ein Beispiel: Zurzeit wird es wärmer. Gehen wir in der Stadt spazieren, kommen wir immer wieder an einer Eisdiele vorbei. Das Wasser läuft uns im Mund zusammen, wenn wir das Eis sehen. Was passiert? Wir wollen ein Eis. Unser Bedürfnis, das Eis haben zu wollen, hat mit dem eigentlichen Hungergefühl nichts zu tun. Wir sind satt, weil wir gerade zu Mittag gegessen haben. Wir wollen trotzdem ein Eis. Das Bedürfnis entspringt aus dem Gefühl der Lust oder der Begierde nach dem Eis. Wir sehen das Eis, wir wissen aus Erfahrung, wie lecker es schmeckt, und wollen es haben. Wir würden nicht Mangel leiden, hätten wir kein Eis. Wir würden nicht erkranken, würden wir kein Eis bekommen. Ohne Eis würden wir auch nicht sterben.

Wäre das Angebot nach dem Eis nicht da, würden wir nicht den Wunsch in uns nach einem Eis verspüren. Würden wir nicht wissen, wie Eis schmeckt, würden wir vielleicht problemlos an einer Eisdiele vorbeigehen können, ohne dass in uns dieses Bedürfnis nach Eis entsteht.

Das Essen und Trinken aus Lust oder aus Begierde enthält aber ebenfalls seine Tücken. Es kann dadurch auch zu einer Fehlernährung kommen, die zu Erkrankungen im Körper und letztlich zum Tod führen.

Der geistliche Hunger und Durst

Wie sieht es denn mit unserem geistlichen Hunger, mit unserem geistlichen Durst aus? Verspüren wir diesen Hunger, diesen Durst? Haben wir dieses Verlangen in uns, mehr von Gott zu erfahren, mehr von ihm zu bekommen? Schenken wir dem Wort Gottes für unser persönliches Leben Raum? Vertrauen wir dem Wort Gottes? Ewald hat kürzlich auf die Frage, ob er alles glaubt, was im Wort Gottes steht, ein klares Ja geäußert. Aber glauben wir wirklich alles, was Gott sagt? Glauben wir, dass er jeden von uns mit dem, was er sagt, persönlich meint? Wisst ihr, dem Wort Gottes glauben zu schenken, ist die eine Sache - das tut übrigens der Teufel auch - , aber zu glauben, dass das Wort Gottes uns persönlich meint, ist die andere Sache. Glauben wir, dass das Wort Gottes uns persönlich meint, wird es für uns Konsequenzen haben und wir werden Veränderungen erleben.

Haben wir geistlichen Hunger? Haben wir geistlichen Durst? In Am. 8,11 lesen wir: "Siehe, es kommt die Zeit, spricht Gott der HERR, dass ich einen Hunger ins Land schicken werde, nicht einen Hunger nach Brot oder Durst nach Wasser, sondern nach dem Wort des HERRN, es zu hören;".  Wir sehen im Alten Testament immer wieder, dass das Volk Gottes den Hunger und den Durst nach Gottes Wort verloren hat. Es hat sich immer wieder von Gott abgewendet. Aber Gott war seinem Volk treu. Gott hat ihnen immer wieder einen Hunger und einen Durst nach ihm geschenkt und sein Volk ist immer wieder zu ihm zurückgekehrt.

Im Neuen Bund spricht Jesus davon, dass er das Brot des Lebens ist und dass derjenige, der zu ihm kommt, nimmermehr hungern wird (Joh. 6,35: "Jesus aber sprach zu ihnen: Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten./ Joh. 6,48. "Ich bin das Brot des Lebens."). In Joh. 4,14 geht er auf das Wasser ein, das er uns geben will. Wenn wir davon trinken, werden wir in Ewigkeit nicht dürsten. (Joh. 4,14 wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.).

Wie ist es möglich, dass Jesus eine solche Zusage machen kann? Wie ist es möglich, dass er unseren geistlichen Hunger und unseren geistlichen Durst stillen kann? Gott hat uns erschaffen. Er hat uns einen Körper, eine Seele und einen Geist gegeben. Als unser Schöpfer kennt er unsere Bedürfnisse. Er hat sie in uns hineingelegt. Deshalb kennt er die Bedürfnisse unseres Körpers und er weiß um unsere geistlichen Bedürfnisse

Gott sagt uns Versorgung zu, wenn es um unsere körperlichen Grundbedürfnisse geht. In Mt. 6 lesen wir:

"31 So seid nun nicht besorgt, indem ihr sagt: Was sollen wir essen? Oder: Was sollen wir trinken? Oder: Was sollen wir anziehen?
32 Denn nach diesem allen trachten die Nationen; denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr dies alles benötigt.
33 Trachtet aber zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit! Und dies alles wird euch hinzugefügt werden.
34 So seid nun nicht besorgt um den morgigen Tag! Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat an seinem Übel genug."

Gott lässt uns aber auch mit unserem geistlichen Hunger und unserem geistlichen Durst nicht allein. Unsere geistlichen Bedürfnisse bestehen deshalb, weil Gott uns erschaffen hat, um Gemeinschaft mit ihm zu haben. Fehlt diese Gemeinschaft, ist eine Leere in uns. Diese Leere kann nur durch die Gemeinschaft mit ihm ausgefüllt werden. Fehlt aber die Gemeinschaft mit ihm, versucht jeder Mensch auf seine Art und Weise diese Leere auszufüllen. Manche flüchten sich in eine scheinbare Spaßgesellschaft. Manche versuchen durch ihre Arbeit, diese Leere zu füllen, andere durch Drogen. Dann gibt es diejenigen, die in den verschiedensten Religionen ihr Heil zu finden versuchen. Wir sehen, die Angebote, die die Welt bietet, um scheinbar diese Leere füllen zu können, sind vielfältig.

Wenn aber Jesus unseren geistlichen Hunger und Durst stillt, werden wir gesättigt und nicht mehr durstig sein. Er füllt all unseren Mangel aus. Das sagt er uns zu.

Wie gehen wir mit unserem Bedürfnis nach Sättigung unseres Hungers um? Gehen wir zu Jesus? Gehen wir mit unserem Bedürfnis, dass unser Durst gestillt wird, zu ihm? Jesus kann uns nur das Angebot machen, er wird uns aber niemals zwingen, sein Angebot anzunehmen. Jeder Mensch hat die Wahl, sein Angebot oder die Angebote der Welt anzunehmen. Jeder entscheidet für sich selbst, welches Angebot er annimmt und welches Angebot er ablehnt.

Gibt es geistliche Unterernährung?

Im Wort Gottes werden wir immer wieder aufgefordert, in Gott zu bleiben.

( 1.Joh. 4,16: "Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm."
Joh. 15: "4 Bleibt in mir und ich in euch! Wie die Rebe nicht von sich selbst Frucht bringen kann, sie bleibe denn am Weinstock, so auch ihr nicht, ihr bleibt denn in mir.
5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht, denn getrennt von mir könnt ihr nichts tun.
6 Wenn jemand nicht in mir bleibt, so wird er hinausgeworfen wie die Rebe und verdorrt; und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.
7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch geschehen.").

Was passiert, wenn wir das nicht tun? Wir werden hinausgeworfen, wir verdorren, wir werden aufgesammelt und verbrannt. D.h. unser geistliches Leben wird im Extremfall sterben. Wir können wie die Rebe nur Frucht bringen, wenn wir in ihm, dem Weinstock,  bleiben. Bleiben wir nicht in ihm, fehlt uns unsere Nahrung. Und echte geistliche Nahrung können wir nur von ihm erhalten. Wir wissen, er gibt sie gern. In Jos. 1,8 werden wir aufgefordert, Tag und Nacht über sein Wort nachzusinnen.

(Jos: 1,8 Dieses Buch des Gesetzes soll nicht von deinem Mund weichen, und du sollst Tag und Nacht darüber nachsinnen, damit du darauf achtest, nach alledem zu handeln, was darin geschrieben ist; denn dann wirst du auf deinen Wegen zum Ziel gelangen, und dann wirst du Erfolg haben.)

Was passiert, wenn wir das nicht tun? Wenn wir es nicht tun, entfernen wir uns von Gott. Unser geistliches Leben flaut ab, bis es nicht mehr zu erkennen ist. Das Feuer der ersten Liebe ist dann ebenfalls nicht mehr in uns wahrzunehmen. Wir wachsen im Glauben nicht mehr. Wir denken vielleicht, es ist ein Stillstand eingetreten. Aber das Problem ist, dass wir nicht stehen bleiben werden, sondern Rückschritte machen werden.

Gibt es geistliche Fehlernährung?

In dem Moment, in dem wir uns mit Lehren beschäftigen, die gegen Gottes Wort sind, kann eine Fehlernährung im geistlichen Bereich eintreten. Das passiert, wenn wir diesen Lehren glauben schenken und nach diesen Lehren unser Denken und Handeln ausrichten. Gottes Wort ist dann nicht mehr Mittelpunkt unseres Lebens, sondern das, was uns beschäftigt. Deshalb ist es wichtig, dass wir alles prüfen. Auch dazu werden wir aufgefordert:

1. Joh. 4: "1 Geliebte, glaubt nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind! Denn viele falsche Propheten sind in die Welt hinausgegangen.
2 Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott;
3 und jeder Geist, der nicht Jesus bekennt, ist nicht aus Gott; und dies ist der Geist des Antichrists, von dem ihr gehört habt, dass er komme, und jetzt ist er schon in der Welt."

Ernähren wir uns nicht mit dem, was aus Gottes Geist kommt, erhalten wir eine falsche Lehre. Auch dadurch entsteht eine Entfernung zu Gott, was letztlich zum geistlichen Tod führen kann.

Wie prüfen wir die Geister? Es gibt eine Gabe des Heiligen Geistes, die uns dazu dient, die Geister zu unterscheiden (1. Kor.12: "10 einem anderen aber Wunderwirkungen; einem anderen aber Weissagung, einem anderen aber Unterscheidungen der Geister").

Wo stehen wir?

Ist dein Hunger und Durst nach mehr von Gott gestillt oder hast du Hunger und Durst nach mehr von Gott? Glaubst du, dass es mehr von Gott gibt? Glaubst du, dass Gott dieses mehr von ihm auch für dich bereit gestellt hat? Glaubst du, dass das Angebot Gottes auch für dich gilt? In letzter Zeit haben wir sehr viel über den Heiligen Geist gehört. Glaubst du, dass du den Heiligen Geist benötigst? Glaubst du, dass das, was dir  durch den Heiligen Geist angeboten wird, auch wirklich für dich ist? Glaubst du, dass die Gaben des Geistes auch für dich sind? Hast du eine Sehnsucht nach mehr von dem, was der Heilige Geist anbietet? Erlebst du Wachstum in deinem Glaubensleben oder ist Stillstand und somit Rückschritt eingetreten? Diese Fragen muss jeder von euch für sich selbst beantworten. Aber wenn jemand das Bedürfnis haben sollte, seinen Hunger, seinen Durst nach mehr von Gott heute stillen zu lassen oder die Kraft des Heiligen Geistes neu erfahren zu können, dann kannst du für dich beten lassen. Komm einfach nach vorne.

Offb 22,17: Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.


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