Home      Andachten          Predigten           Zeugnisse           Geschichten           Themen
  * Über uns
  * Gottesdienst
  * Gebetstreffen
  * Hauskreis
  * Kinder/Jugend
  * Unser Glaube
  * Andachten
  * Predigten
  * Zeugnisse
  * Geschichten
  * Themen
  * Anfahrt
  * GeGo KdöR

Glaube wie ein Senfkorn

Ich habe mir überlegt, mit euch heute über das persönliche Wachstum im Glauben zu sprechen. Glaube, das wissen wir, entsteht durch die Predigt und wird uns aus Gnade von Gott geschenkt. Aber die Frage, die ich uns stellen will, ist, wie wächst unser Glaube? Ist Wachstum auch ein Geschenk Gottes? Um dies genauer zu betrachten, möchte ich mit euch Lk. 17, 5-6 lesen.

Betrachten wir die Situation: Jesus war mitten unter seinen Jüngern und lehrte sie. Sie erlebten seine Wunder und erkannten seine Vollmacht, und trotzdem bitten sie um mehr Glauben. Was ist passiert? In den Zeilen zuvor geht es um Verführung und Vergebungsbereitschaft. Die Jünger hatten bei diesen Worten Jesu vielleicht das Gefühl, nicht genug Glauben zu besitzen, sahen sich dem Ganzen nicht gewachsen, hatten vielleicht Versagensängste. Und sie hatten für sich eine Lösung: Sie wollten mehr Glauben von Jesus und forderten diesen von Jesus ein. Jetzt könnten wir sagen, das ist doch positiv, wir  könnten einwenden, Jesus hätte sich darüber freuen können, dass die Jünger ihren Mangel erkannt haben und deshalb mehr Glauben haben wollen. Jesus  hätte begeistert darüber sein und sagen sollen: Toll, genau das ist es, was ihr braucht, endlich habt ihr es begriffen.

Warum hat Jesus aber ganz anders reagiert?

Warum ist er nicht auf ihre Bitte eingegangen und hat ihre Bitte erfüllt? Warum gibt er ihnen quasi ein Rätsel auf?

Jesus vergleicht in seiner Antwort den Glauben mit einem Senfkorn. Dazu muss man wissen, ein Senfkorn ist ganz klein. Meint Jesus bei seinem Vergleich, dass es genug ist, einen kleinen Glauben zu haben. Das bezweifle ich, weil Jesus in Mt. 17,20 die Jünger wegen ihres Kleinglaubens kritisiert. Also ist Kleinglaube nicht gut und nicht das, was er uns mit dem Senfkorn mitteilen will.

Ich denke, dass Jesus den Jüngern und auch uns damit deutlich machen will, dass es nicht darum geht, dass er uns einen großen Glauben schenken muss, damit wir einen großen Glauben haben können. Das Senfkorn ist klein, aber indem es in die Erde fällt, indem es bewässert wird und genügend Sonne bekommt, beginnt es zu wachsen und es entsteht eine große Pflanze. Und wie aus dem Senfkorn etwas Großes entsteht, wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann unser Glaube wachsen, wenn wir die richtigen Rahmenbedingungen in unserem Leben setzen.

Glaube wächst, indem wir im Glauben Erfahrungen mit Gott machen. Je mehr wir unser Vertrauen auf Gott setzen, je mehr erleben wir mit Gott und je mehr sind wir in der Lage, ihm immer mehr zu Vertrauen. Das ist ein positiver Kreislauf. Glaube wächst also, indem wir Glauben in Gott investieren. Und dafür ist nicht Jesus verantwortlich, dafür sind wir selbst verantwortlich.

Als Beispiel will ich euch ganz kurz eine Sache erzählen: Der Auspuff meines  Autos ratterte und ich wusste, irgendwann fällt er weg. Da Zeit Mangelware für mich ist, hatte ich keine Zeit, in die Werkstatt zu gehen. Ich bat Gott darum, dass der Auspuff, wenn er denn abfallen sollte, vor der Garage abfällt. So war es dann auch – und ich war froh und dankbar, dass es nicht unterwegs passiert ist. Als ich später mal dies Zeugnis erzählte, wurde ich gefragt, warum ich denn nicht dafür gebetet habe, dass der Auspuff hält. Das habe ich mich dann im ersten Moment auch gefragt. Aber die Antwort ist einfach: Ich hatte Glauben für mein Gebet. Ich bin gar nicht auf die Idee gekommen, für mehr zu bitten.  Und dennoch hat es meinen Glauben und mein Vertrauen zu Gott gestärkt.

Aber was hat es jetzt mit der anderen Pflanze, dem Maulbeerfeigenbaum, auf sich? Ich denke, dieser Baum wird oft außer Acht gelassen. Dieser Baum ist ebenfalls etwas ganz besonderes, denn seine Wurzeln reichen sehr tief. Normalerweise durfte damals ein Baum nicht näher als 25 Ellen an einen Brunnen gepflanzt werden, ein Maulbeerfeigenbaum musste aber in einer Entfernung von 50 Ellen gepflanzt werden, damit er die Brunnenwand nicht mit seinen Wurzeln beschädigen konnte. Dieser Baum stellt also ein Symbol von Macht und Kraft dar.

Im natürlichen Bereich ist es unmöglich, diesen Baum herauszureißen. Aber Jesus sagt hier ja auch gar nicht, dass wir den Baum herausreißen werden, wenn wir Glauben wie ein Senfkorn haben. Er sagt, dass sich der Baum selbst entwurzelt, wenn dies ihm aufgrund des Glaubens befohlen wird.

Hier stehen sich also zwei Mächte gegenüber. Die Kraft und Macht im natürlichen Bereich und die Macht des Glaubens. David hätte mit seiner natürlichen Kraft Goliath nie und nimmer besiegen können. Im natürlichen Bereich wäre auf jeden Fall Goliath der Sieger gewesen. Aber David hatte schon so viele Dinge im Glauben an Gott erlebt, dass er sich sicher war, dass er siegen wird. Sein Glaube wuchs wie ein Senfkorn. Ein anderes Beispiel ist Petrus. Indem er Jesus vertraute, ging er auf dem Wasser. Dies hat allein sein Glaube bewirkt, auch wenn dieser nur wenige Augenblicke andauerte und er dann sank und von Jesus gerettet werden musste. Aber Jesus lässt uns nicht untergehen.

Die Macht des Glaubens ist die Vollmacht, die wir erhalten, wenn wir uns immer mehr auf ein Leben mit Gott einlassen. Es ist die Vollmacht, in der sich im natürlichen Bereich Dinge verändern, die nach den Naturgesetzen unveränderbar sind.

In der Gemeinde gibt es immer wieder Zeugnisse, bei denen deutlich wird, dass Regeln, die im natürlichen Bereich gelten, plötzlich und aus unerklärlichen Gründen nicht mehr gelten, wenn Glaube investiert wurde. Da denke ich bspw. an die Überweisung auf Heidis Konto – die Überweisung fand statt, der Sachbearbeiter konnte sich dies aber nicht erklären.

Ich möchte uns ermutigen, nicht klein von uns und unserem Glauben zu denken, nicht zu denken, ja wenn ich Reinhard Bonnke wäre oder dessen Glauben hätte, ja dann könnte mich Gott gebrauchen – ich denke, dass wir dies nicht tun sollen, wurde auch in der Predigt vom Sonntag deutlich. Denn Gott gebraucht uns und unseren Glauben, um seine Werke mit und durch uns hier auf Erden zu tun.

Ich kann mich daran erinnern, dass es in meinem Leben auch schon Gebete gab, in denen ich Gott um mehr Glauben gebeten habe. Aber durch diese Stelle habe ich neu begriffen, dass es darum geht, dass ich mit dem Glauben, den ich habe, vor Gott trete und nicht erst warte, dass Gott mir größeren Glauben schenkt. Gott belohnt unseren Glauben. Er ist treu. Und indem wir Glauben investieren und merken, dass sich durch unseren Senfkorn-Glauben Dinge verändern, wird unser Glaube wachsen. Beim nächsten Mal ist der Glaube schon so groß wie das keimende Senfkorn, dann ist das erste Blatt sichtbar usw. In diesem Sinne Gott mit euch.


Gemeinde Gottes Nördlingen

Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
                                                                    Impressum         Kontakt           Gästebuch