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Gleichnis vom Auge
Lk 11: Niemand aber, der eine Leuchte angezündet hat, stellt sie ins
Versteck, auch nicht unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell,
damit die Hereinkommenden den Schein sehen. Die Leuchte des Leibes ist
dein Auge; wenn dein Auge lauter ist, so ist auch dein ganzer Leib
licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. Sieh nun
zu, dass das Licht, welches in dir ist, nicht Finsternis ist. Wenn nun
dein ganzer Leib licht ist und keinen finsteren Teil hat, so wird er
ganz licht sein, wie wenn die Leuchte mit ihrem Strahl dich beleuchtete.
Ich habe mich gefragt, wie Jesus dazu kommt, das Auge als Leuchte des
Leibes zu bezeichnen. Dann ist mir folgende Redewendung eingefallen:
„seine Augen leuchteten“. Dies sagen oft Verliebte übereinander.
Dadurch ist mir bewusst geworden, dass die Augen das widerspiegeln, was
in unserem Inneren ist. Auch die Bedeutung eines Lächelns hängt von
unseren Augen und nicht von den Gesichtszügen um unseren Mund herum ab.
Die Augen drücken aus, ob unser Lächeln warm oder kalt, verlegen oder
spitzbübisch, freudig oder schadenfreudig oder auch hämisch ist. Mit
den Augen kann man einander auch böse Blicke zuwerfen. Ihr kennt dazu
sicher die Aussage: „wenn Blicke töten könnten“.
Im Vers 33 wird uns mitgeteilt, dass niemand eine Leuchte anzündet, um
sie dann zu verstecken oder unter einen Scheffel zu stellen. Das wäre
nur eine unnötige Energieverschwendung. Eine Leuchte wird angezündet,
damit ihr Schein gesehen wird und den Raum erhellt. Um sie zu
entzünden, wurde damals Öl benützt. Öl ist ein Symbol für den Heiligen
Geist.
Gott hat Jesus als Licht in die Welt gestellt, damit jeder dieses Licht
sehen kann. Er hat dieses Licht nicht im Verborgenen gehalten. Gott hat
Jesu Licht entzündet, als der Heilige Geist über ihn kam. Und obwohl
Jesus für jeden Menschen damals zu sehen ist, fordern sie in den
vorhergehenden Versen dennoch ein Zeichen. Jesus lehnt das ab, weil
sein Zeichen, sein Licht, klar genug ist, um jedem Menschen Helligkeit
und Orientierung zu geben.
Die Frage ist nun, ob wir unsere Leuchte, unser Auge, von ihm entzünden
lassen. Im Text wird deutlich, dass das von der Beschaffenheit unseres
Auges und somit von der Wahrnehmungsfähigkeit unseres Auges abhängt.
Ist unser Auge lauter, lässt es das Licht ungehindert ein. Lauterkeit
bedeutet Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit. Dadurch
wird unser ganzer Leib bzw. der ganze Mensch licht. Wenn unser Auge
böse ist, so bleibt der gesamte Leib bzw. der ganze Mensch finster. Das
möchte ich euch am Beispiel des Waldes aufzeigen: Ist ein Wald licht,
kann ihn das Licht durchdringen, ist er finster, kommt das Licht nicht
durch. Der Förster hat die Verantwortung für die Beschaffenheit seines
Waldes. Er kann dafür sorgen, dass ein Wald erst gar nicht finster wird
oder ein finsterer Wald so licht wird, dass ihn das Licht durchdringen
kann, indem er alle unnützen und unnötigen Pflanzen beseitigt. So ist
jeder Mensch aufgefordert, sein Auge lauter zu halten, indem er sich
von allen Dingen, die sein Auge böse werden lassen, fernhält. Wir
müssen also aufpassen, was wir in uns aufnehmen und mit wem oder was
wir uns befassen. Durch falsche Sehgewohnheiten wird unser Auge „böse“.
Was sind falsche Sehgewohnheiten? Das sind Dinge, die unser Auge
verderben oder erblinden lassen. Ich denke, jeder hat für sich eine
klare Vorstellung darüber, was sein Auge zum Verderben oder Erblinden
führt. Paulus sagt, dass wir durch Jesus die Freiheit haben, alles tun
zu können. Er sagt aber auch ganz klar, dass uns nicht alles nütze ist.
Dadurch wird deutlich, dass jeder einzelne Verantwortung trägt. Ein
Beispiel: Wenn ein Alkoholiker durch Jesus frei von seiner Abhängigkeit
wurde und dann meint, die Freiheit haben zu können, Alkohol wie jeder
andere trinken zu können, braucht er sich nicht zu wundern, wenn er
irgendwann wieder in seine Abhängigkeit zurückfällt. Für ihn ist es
besser, sein Auge fern von Alkohol zu lassen.
Jeder Christ hat sich auf das Licht Jesu eingelassen. Seine Leuchte
wurde von seinem Licht entzündet. Wenn er dann in diesem Licht lebt,
wird er in dieses Licht vollständig eingehüllt. Wir erstrahlen dann in
seinem Licht.
Wisst ihr, in der Gegenwart Gottes beginnen wir zu leuchten. Ist euch
das schon aufgefallen? Als Mose 40 Tage Gemeinschaft mit Gott hatte,
leuchtete sein Gesicht.
Ich möchte euch ermutigen, lauter vor Gott zu stehen, damit sein Licht durch uns leuchten kann.
Außerdem möchte ich jeden ermutigen, täglich die Gegenwart Gottes zu
suchen und nicht darin müde zu werden. Gott möchte euch begegnen, gebt
ihm eine Chance.
Gemeinde Gottes Nördlingen
Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
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