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Gottes Willen erkennen und tun

1. Warming up

Fragespiel: Manche der Antworten waren leicht, manche sicher etwas schwerer. Ob wir eine Antwort als schwer oder leicht empfinden, ist von unserem Wissenstand abhängig. Ich kann mich noch an manche Prüfungssituationen erinnern. Da gab es auch Multiple Choice Aufgaben. Das Positive daran war die 25% Chance, die man hatte, wenn man die Antwort nicht wusste und raten musste. Ein Spickzettel kann da zwar eine Erleichterung darstellen, aber das ist für Prüfungen nicht empfehlenswert.

Unser Leben fordert ständig Entscheidungen von uns. Dabei stellt sich die Frage: Welche ist die richtige?

Labyrinth: In einem Labyrinth gibt es viele Wege, aber nur einer davon führt zum Ziel. Wenn wir uns die Folie mit dem Labyrinth anschauen, haben wir eine Sicht von oben. Dadurch fällt es uns relativ leicht, den richtigen Weg zu finden. Stehen wir allerdings vor einem richtigen Labyrinth, ist die Sache nicht ganz so einfach. Um ans Ziel zu kommen, müssen wir die verschiedensten Wege ausprobieren. Wir kommen in Sackgassen und haben manchmal sogar das Gefühl, uns verirrt haben zu können.

In unserem Leben stehen wir ständig vor der Entscheidung, welchen Weg wir gehen. Wir haben dabei nicht die Sicht von oben, deshalb wissen wir oft nicht, was auf uns zukommt.

Gott gibt uns für unser Leben keinen Spickzettel in die Hand. Er gibt uns auch nicht die Sicht von oben. Das ist nicht das Prinzip Gottes. Gott verheißt uns seine Führung - nimmt uns aber auch in die Verantwortung.

2. Verheißungen Gottes

Ps. 4,4: Erkennet doch, dass der Herr seine Heiligen wunderbar führt.
Ps. 23,8: Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst.. .
Spr. 3,5f: ..gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich führen.
Ps. 25,9: Er leitet die Elenden recht und lehrt die Elenden seinen Weg.
Joh. 16,13: ..wird er euch in alle Wahrheit leiten.
Ps. 37,3ff: Befiehl dem Herrn deine Wege und hoffe auf ihn, er wird`s wohl machen.
Jes. 58,11: Und der Herr wird dich immerdar führen.. .
Ps. 25,8: Der Herr ist gut und gerecht, darum weist er Sündern den Weg.
Ps. 25,12: Er wird ihm den Weg weisen, den er gehen soll.
Apg. 8,26: Ein Engel des Herrn aber redete zu Philippus: Steh auf und geh nach Süden auf
                den Weg, der von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Der ist öde.

In den genannten Bibelstellen gibt es Gemeinsamkeiten:

Gott sagt uns nicht, wie er uns führt - aber er verspricht, dass er uns führt.
Gott hat den Überblick über unser Leben, vertrauen wir ihm, dass er es gut mit uns meint und uns liebt.

3. Bedingung der Führung Gottes

Die Bedingung lautet: Lass dich erneuern!

Röm.12,1f: Ich ermahne euch nun, Brüder, durch die Erbarmungen Gottes, eure Leiber darzustellen als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer, was euer vernünftiger Gottesdienst ist. Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene

Gott kann nur führen, wenn wir diese Erneuerung zulassen. Dabei geht es um die Veränderung


- in unserem Denken:

Die Wissenschaft hat herausgefunden,  dass  ein Mensch täglich  durchschnittlich 60 000 Gedanken hat. Davon sind 72% flüchtige, unbedeutende Gedanken, 25% destruktive Gedanken, die mir oder anderen schaden und 3% aufbauende, hilfreiche Gedanken, die mir selbst oder anderen nützen. Erschreckend gering ist der Prozentsatz der positiven, hilfreichen Gedanken. Das sollte bei uns Christen anders sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir unsere Gedanken durch Gottes Wort und durch den Geist Gottes verändern lassen.


- in unserem Handeln:

In Gottes Wort finden wir sehr viele ethische Richtlinien. Eine der wichtigsten Richtlinie stellt das zweite Gebot dar: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! Wie oft straucheln wir allein bei dieser Sache? Ist uns überhaupt bewusst, wenn wir in unserem Handeln straucheln oder Dinge tun, die Gottes Vorstellungen widersprechen?

Unsere Gedanken hängen eng mit unserem Handeln zusammen. Wir tun, was wir denken. Veränderung in unserem Denken und Handeln geschieht nicht von heute auf morgen, weil viele Handlungsabläufe in uns automatisiert sind. (Beispiel: Autotür). Deshalb ist Veränderung nur möglich, wenn wir unser Denken und Handeln am Wort Gottes überprüfen und uns korrigieren lassen.


- in unserem Leben:

Dazu will ich euch eine Frage stellen: Sehen die Menschen, dass ihr Christen seid? Merken sie, dass Jesus in euch lebt? Woran orientiert ihr euer Leben?


- in unserer Gesinnung:

In Phil. 2,5 steht: "Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war,..". Wir werden hier aufgefordert, den Sinn Jesu in uns zu haben. Was war sein Streben? Jesus tat, was Gott wollte. Sein Blick war in allem auf seinen Vater gerichtet.

Sind wir bereit, uns von Gott verändern zu lassen? Veränderung kann geschehen durch:


- Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber:

Dazu müssen wir uns mit dem Wort Gottes beschäftigen, es studieren, uns damit auseinandersetzen, uns Gedanken darüber machen und Gottes Geist in uns wirken lassen. Gottes Geist wurde uns geschenkt, damit er uns das Wort Gottes offenbart.


- Bereitschaft zur Korrektur:

Haben wir Gottes Willen erkannt, schenkt uns Gott das Wollen und das Wirken, wenn wir offen dafür sind (Phil. 2,13 Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.). Gott ist souverän, er drängt uns seinen Willen nicht auf, es liegt an uns, ob wir seine Wegweisung annehmen und ggfs. eine von ihm gewollte Kursänderung in unserem Leben vornehmen.


- Sünde nicht festhalten, nicht verstecken:

Sünde trennt uns von Gott, deshalb ist es nicht sinnvoll, an einer Sünde festzuhalten oder sie zu verstecken. Im Licht Gottes wird Sünde offenbar. Wir müssen uns also entscheiden, ob wir im Licht Gottes leben wollen oder uns von der Sünde beherrschen lassen wollen. Wir wissen, Gott ist ein gnädiger Gott, wenn wir bereit zur Buße sind.

4.        Methoden der Führung Gottes

4.1       Übernatürliche Führungen

 Im AT und auch im NT finden wir viele Visionen, Zeichen und Wunder, die bspw. durch die Prophe-ten und Apostel geschehen sind (bspw. Apg. 8,26/ 10,1ff/ 13,1ff/ 16,6ff). Aber diese Übernatürlichen Führungen Gottes sind nur dann geschehen, wenn sie der Vernunft widersprochen haben oder außergewöhnlich waren. Wir können daraus keine Regel und keine Verheißung für unser Leben machen. Gott fordert uns nicht auf, Gideon nachzuahmen. Geschehen solche Dinge heute noch, sind sie Zugeständnisse von Gott an unseren Mangel an Weisheit und Vertrauen.

4.2 Der geoffenbarte Wille bzw. der allgemeine Wille Gottes

Es gibt Dinge, die werden in der Bibel ausdrücklich geboten bzw. verboten. Wir wissen dazu ganz klar: Das ist der Wille Gottes! Die Antwort ist ebenfalls klar: Gehorsam! Wir brauchen in diesen Dingen nicht mehr um die Führung Gottes bitten, weil sein Wille aus dem Wort Gottes deutlich wird.

- Gebet: 1. Thess. 5,17

Wir müssen nicht überlegen, ob wir für jemand beten sollen oder nicht. Gott will, dass wir eine ständige Haltung des Gebets haben.

- Gemeinschaft: Joh, 13,34f

Dass wir als Christen Gemeinschaft miteinander haben und in Liebe miteinander umgehen sollen, wird ebenfalls aus dem Wort Gottes klar. Wir brauchen also nicht fragen: Soll ich meinen Bruder lieben?

- Gottes Wort: 2. Tim. 3,16f

Zum allgemeinen Willen Gottes für alle Christen gehört es, dass wir Zeit mit der Bibel verbringen, denn der größte Teil seines Willens ist bereits durch sein Wort offenbart. Wir brauchen nicht darüber beten und seinen Willen im Gebet suchen, denn er steht im Wort Gottes.

- Erlösung: 1. Tim. 2,3f

Wir brauchen Gott nicht fragen, ob er unseren Nachbarn erretten will, der immer so ungerecht zu uns ist. Gott will, dass alle Menschen Jesus als ihrem Herrn und Retter vertrauen. Deshalb brauchen wir nicht fragen: Willst du meinen Nachbarn erretten?

- Unterordnung unter Willen Gottes: Röm. 12,1f

Gott will unsere Hingabe. Wir sollen Jesus unsere Lebensführung, unsere Zukunft und unseren eigenen Willen übergeben.

- Gehorsam den Eltern gegenüber: Eph. 6,1

Eltern sollen ihre Kinder im Glauben unterrichten und Vorbild für ihre Kinder sein. Dadurch soll den Kindern der Wille Gottes offenbar werden und deshalb sollen Kindern den Eltern gehorchen.

- Weitersagen: Mt. 28,19f

Gottes allgemeiner Wille ist, dass wir anderen von ihm erzählen. Wir brauchen also nicht beten: "Soll ich Zeugnis von dir geben?"

- Sexuelle Reinheit:  1. Thess. 4,3

Im Wort Gottes wird deutlich, dass wir uns von Unzucht fernhalten sollen.

- Erfülltsein mit dem Heiligen Geist: Eph. 5,17f

Gottes Wille ist, dass sein Volk mit dem Heiligen Geist erfüllt ist. Der Heilige Geist hat sehr unterschiedliche Aufgaben, die für uns und für unsere Veränderung in unserem Denken, in unserem Handeln, in unserem Leben und in unserer Gesinnung sehr wichtig sind. Zudem hilft der Heilige Geist uns in unserem Dienst. Wir brauchen Gott nicht um Antwort bitten, ob er uns mit dem Heiligen Geist füllen will. Wir dürfen bitten: Erfülle uns.

4.3 Gottes besonderer Wille

Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich habe oft den Wunsch, dass mir Gott meinen ganz persönlichen Weg offenbart. Als ich jung war, wollte ich wissen, was ich mit meinem Leben anfangen soll, welchen Beruf ich ergreifen sollte, wen ich heiraten sollte. Das sind wichtige Entscheidungen, die das ganze Leben beeinflussen. Aber die wichtigste Entscheidung in meinem Leben war die, dass ich Jesus in mein Leben gelassen habe.

Auch wenn wir von Gott gern einen Lebensplan hätten und Gottes Willen für unsere ferne Zukunft wissen wollen, müssen wir wissen, dass Gott in der Regel seinen Willen nur für den jeweiligen Tag offenbart. Gott offenbart ganz selten seinen Plan für die ferne Zukunft. In Joh. 16,12 hat Jesus seinen Jüngern gesagt: "Noch vieles habe ich euch zu sagen, aber ihr könnt es jetzt nicht tragen." Nur wenige könnten es ertragen, Gottes Willen für die nächsten 15 Jahre zu kennen - das könnte uns leicht überfordern. Denkt einmal 15 Jahre zurück! Hättet ihr damals wissen wollen, was alles auf euch zukommt? Gott hat in seiner Gnade bestimmt, wann er uns "das viele" offenbart.

Gottes besonderer Wille ist von seinem allgemeinen Willen abhängig. Wenn wir seinem allgemeinen Willen gegenüber ungehorsam sind, können wir da erwarten, dass uns Gott in unseren besonderen Anliegen antwortet? (Beispiel vom ungehorsamen Kind).

4.4 Schritte, um die Führung Gottes zu erkennen

 - Gebet - um Weisheit und gesunden Menschenverstand

Jak. 1,5: Wenn es aber jemand an Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der jedermann gern gibt und niemanden schilt; so wird sie ihm gegeben werden.

Weisheit bedeutet, fähig zu werden, Dinge aus Gottes Perspektive zu betrachten und entsprechend zu handeln - auch wenn sie einmal gegen den gesunden Menschenverstand sein sollten.

Gott verspricht uns nicht, uns zu sagen, wie er uns führt, aber er verspricht uns, uns zu führen und uns Weisheit zu geben. Dadurch können wir in einer verwirrenden Situation die richtige Entscheidung treffen.

- Bibel lesen - Suche nach praktischen ethischen Richtlinien

Es gibt nicht für jede Entscheidung eine Bibelstelle, aber wir können beim Lesen der Bibel auf eine ethische Wahrheit, ein Prinzip oder ein allgemeines Gebot stoßen.

Das Lesen der Bibel führt dazu, dass unser Denken nach Gottes Wort geprägt wird.

- Wünsche und Gefühle ordnen

Unser obersten Ziel sollte sein, in allem, was wir tun, Gott die Ehre zu geben. Deshalb ist es wichtig, unsere Wünsche und Gefühle zu ordnen und zu hinterfragen, ob sie unserem Ziel entsprechen. Hilfreich ist die Frage: Wird Gottes Name mit dem, was ich tun will, geehrt?

- Verstand benutzen - sich informieren

Gott hat uns den Verstand geschenkt, darum dürfen wir ihn auch benutzen. Informationen helfen uns, gute Entscheidungen zu treffen. Allerdings werden wir nie zu 100 % alle Informationen haben. Wir dürfen auch hier Gott um Weisheit bitten.

- Rat suchen und annehmen

Wir dürfen andere um Rat fragen! - Haben wir Demut? Um Rat zu fragen, bedeutet nicht, dass wir tun müssen, was uns geraten wurde. Denn es übernimmt niemand die Verantwortung unserer Entscheidungen.

- Wie sind die Lebensumstände - Steine oder offene Türen?

Manchmal werden wir durch Lebensumstände geführt, denn Gott schafft und beherrscht sie. Durch äußere Umstände kann ein Weg völlig blockiert werden oder sich geradezu anbieten. Wenn Gott uns Steine in den Weg legt, ist dies auch Führung: Röm. 8m28: Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen. Wir dürfen Gott vertrauen, dass er unsere Lebensumstände in seiner Hand hat.

Allerdings sind Lebensumstände kein eindeutiges Zeichen für das Wirken Gottes, denn Satan kann ebenfalls bemerkenswerte "Zufälle" arrangieren. Wichtig ist, dass uns unser Ziel bewusst ist.

- Was sagt dein Gefühl - hast du Frieden und Gewissheit?

Wir wissen, dass wir grundsätzlich im Glauben und nicht aus dem Gefühl heraus handeln sollen. Gefühle werden sehr oft von unseren Wünschen gefärbt und sind schnell veränderlich. Gefühle sind deshalb keine gute Voraussetzung für tragfähige Entscheidungen.

Gott schenkt uns aber Gefühle. Wenn wir uns für einen Weg entschieden, der richtig ist, dann wird unsere Entscheidung oft durch neuen Frieden und Freude bestätigt.

Es gibt immer wieder Entscheidungen, die wir gegen unser Gefühl treffen müssen. Wichtig ist, dass wir unseren Auftrag im Blick haben und unserem Verstand den Vorrang lassen.

- Vorwärts gehen - mutig eine Entscheidung treffen

Wenn wir bei einer Entscheidung lange hin- und herschwanken, wird die seelische Belastung immer größer. Wir werden entscheidungsunfähig. Es ist deshalb unsere Pflicht eine Entscheidung zu treffen und vorwärts zu gehen - bis wir evtl. den Kurs ändern müssen. Gebet ist dabei wichtig. Im Nachhinein stellen wir fest, dass eine Entscheidung richtig war und Gott Weisheit gegeben hat.

Die Änderung eines Plans muss nicht bedeuten, dass wir uns getäuscht haben. Dies kann gute Gründe haben.

Manchmal haben wir Angst vor den Konsequenzen einer Entscheidung. Wir möchten die Entscheidung Gott abgeben- um damit Gott verantwortlich machen zu können. Gott nimmt uns diese Verantwortung nicht ab, aber er hilft uns auf unserem Weg.

Angst und Sorge, eine falsche Entscheidung treffen zu können, zeigt mangelndes Vertrauen Gott gegenüber. Gott ist so souverän, dass er meine Entscheidung beeinflussen kann.

Gott liebt uns und lässt uns Entscheidungsfreiheit und greift doch in unser Leben ein. Treffen wir unsere Entscheidungen in Abhängigkeit von ihm - in dem Wissen, dass er über unserem Leben steht. Und fragen wir uns: Dient das, was ich tue, Gott?

Abschließend möchte ich euch den Satz von Gorch Fock ans Herz legen:

"Ich weiß nicht, wohin mich Gott führt, aber ich weiß, dass er mich führt."


Gemeinde Gottes Nördlingen

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Tel.: 07362/21423
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