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Jehu
Jehu 2. Kön. 9,14 – 10,31 ca. 845 – 818 v. Chr. König von Israel
Ahab war ein König von Israel. Er gehörte zur Dynastie Omris und war
der sündigste König, der je in Israel regiert hat. Er brachte durch
seine Heirat mit Isebel, eine Königstochter der Sidonier, den Baalskult
ins Land und verdrängte damit völlig die Anbetung Gottes.
Ahab wollte eines Tages den Weinberg von Nabot, einem Jesreeliter,
kaufen. Nabot willigte aber in den Kaufvertrag nicht ein, da dieser
Weinberg ein Erbe seiner Väter war. Daraufhin zettelte Isebel in Ahabs
Namen eine Verschwörung gegen Nabot an, aufgrund dieser Nabot
gesteinigt wurde. Als Ahab von dessen Tod hörte, nahm er den Weinberg
in Besitz.
Elia empfing daraufhin das Wort des Herrn, das er an Ahab im Auftrag des Herrn weitergab:
Ø Tod Ahabs: Wo die Hunde Nabots Blut leckten, werden sie Ahabs Blut lecken.
Ø Ausrottung aller männlichen Nachkommen Ahabs: Sie werden entweder von Vögeln oder Hunden gefressen.
Ø Tod Isebels: Die Hunde werden Isebel fressen an der Vormauer von Jesreel.
Ahab demütigte sich daraufhin vor dem Herrn, deshalb sollte das Unheil
nicht in seinen Tagen, sondern erst in den Tagen seines Sohnes
geschehen. Danach wurde sein Sohn Joram König.
Jehu war zu dieser Zeit ein Oberster des Heeres. Er war es aufgrund
dieser Stellung gewohnt, Befehle zu erhalten und auszuführen. Er war
auch in der Lage, eine Armee zu befehligen und diese im Kampf
strategisch zu führen. Zu ihm kam eines Tages ein Prophetenschüler, der
vom Propheten Elisa zu ihm geschickt wurde, dieser salbte ihn zum König
mit folgenden Worten:
2.Kö. 9,6-10 Ich habe dich zum König gesalbt über das Volk Jahwes, über
Israel. Und du sollst das Haus Ahabs, deines Herrn, erschlagen; und ich
werde das Blut meiner Knechte, der Propheten, und das Blut aller
Knechte Jahwes rächen von der Hand Isebels. Ja, das ganze Haus Ahabs
soll umkommen; und ich werde von Ahab ausrotten, was männlich ist,
sowohl den Gebundenen als auch den Freien in Israel. Und ich werde das
Haus Ahabs machen wie das Haus Jerobeams, des Sohnes Nebats, und wie
das Haus Baschas, des Sohnes Ahijas. Isebel aber sollen die Hunde
fressen auf dem Ackerstück zu Jesreel, und niemand wird sie begraben.
Wir sehen, dass Jehu eine klare Anweisung von Gott bekommen hat. Wenn
wir im Text weiter lesen, können wir feststellen, dass Jehu jede dieser
Anweisung erfüllt hat:
Ø Er hat das Haus Ahab vollständig erschlagen und ausgerottet.
Auch seine Nachkommen in Juda hat er nicht übersehen bzw. verschont.
Ø Isebel wurde von Hunden gefressen und nicht begraben.
Interessant ist, dass er an dieser Stelle nicht halt gemacht hat. Er
ging zielstrebig, kompromisslos, überlegt und strategisch vor. Damals
gehörte Politik und Religion eng zusammen. Jehu hat diesen Zusammenhang
erkannt und wusste daher, dass es nicht ausreicht, die politische
Herrschaft, die von Sünde gekennzeichnet war, sondern auch die damit
verbundene Religion, den Baalskult, auszurotten. Dies tat er, indem er
alle Baalspriester töten ließ, alle Gedenksteine des Hauses des Baals
verbrannte und das Haus und den Gedenksein des Baals niederriss.
Wir sehen, dass Jehu in dem, was ihm Gott persönlich aufgetragen hat,
Gehorsam war. Er hat eine schwierige Aufgabe erhalten - er führte quasi
eine Revolution gegen die Dynastie Omris - und er hat sie zielstrebig
erledigt. Er hat nicht lange gezögert, sondern ausgeführt, was von ihm
gefordert war. Er war erfolgreich in dieser Angelegenheit. Er scheint
sich in seinem Tun und im Erfolg seines Handelns sicher gewesen zu sein
und in dieser Sache ein großes Vertrauen zu Gott gehabt zu haben.
Vielleicht hat er sich gedacht: Wenn Gott mir diese Sache aufträgt und
mich zum König machen will, dann schenkt mir Gott auch das Gelingen
dazu. Aber letztlich wissen wir nichts über seine Motive, die zu seinem
Gehorsam geführt haben. Wir können über seinen Gehorsam nur staunen. In
2. Kö.10, 30 wird Jehu von Gott sogar gelobt und belohnt, indem er eine
Verheißung erhielt:
"Weil du gut ausgeführt hast, was recht ist in meinen Augen, und am
Haus Ahabs nach allem getan hast, was in meinem Herzen war, darum
sollen dir Söhne der vierten Generation auf dem Thron Israels sitzen."
Wir sehen also, dass Jehu bei seinem Auftrag oder Dienst konsequent
gewesen ist. Genauso konsequent, wie er bei der ihm aufgetragenen Sache
war, genauso inkonsequent war aber sein Leben mit Gott:
Wie sah sein Leben aus? Nachdem er erlebt hat, dass ihm Gott Gelingen
geschenkt hat, könnte man doch meinen, dass er sein weiteres Leben mit
Gott gelebt hat. Das war aber nicht der Fall. In Vers 31 lesen wir:
"Aber Jehu achtete nicht darauf, mit seinem ganzen Herzen im Gesetz des
Herrn, des Gottes Israel, zu leben. Er wich nicht von den Sünden
Jerobeams, der Israel zur Sünde verführt hatte."
Wir lesen: Jehu achtete nicht darauf…. Daraus können wir schließen,
dass Jehu die Voraussetzungen gehabt hätte, darauf achten zu können. Er
kannte das Gesetz, wandelte aber nicht darin. Sein Herz war nicht eng
mit dem Gesetz verbunden. Das Gesetz zu halten, hätte die Antwort Jehus
auf die Gnade Gottes, die er selbst erfahren hat, sein sollen. Aber er
hielt fest an der Sünde Jerobeams.
Was war die Sünde Jerobeams? Er wurde ebenfalls von Gott zum König von
Israel gesalbt, aber er hatte wenig Vertrauen zu Gott in Bezug auf die
Anbetung Gottes im Tempel in Jerusalem. Er hatte Angst, dass, wenn sein
Volk zur Anbetung nach Jerusalem geht, sein Volk wieder zu Juda
zurückkehrt. Deshalb führte er zwei neue Anbetungsorte, Dan und Bethel,
ein. Dort stellte er zwei goldene Kälber auf, damit das Volk nicht nach
Jerusalem gehen musste. Jehu löschte zwar den Baalskult aus, aber diese
zwei goldenen Kälber ließ er stehen. Er duldete damit Götzendienst.
Vielleicht praktizierte er diesen sogar. Wäre er konsequent gewesen,
hätte er diese beiden Kälber ebenfalls niedergerissen.
Jetzt kann man behaupten, Jehus Leben sei widersprüchlich gewesen. In
der großen, bedeutenden Sache, war er treu, zielstrebig blieb bis zum
Schluss beständig an dieser Aufgabe, aber in der kleinen Sache versagte
er. Diese Inkonsequenz führte zu einer Konsequenz Gottes: Im Gegensatz
zu David wurde ihm nur verheißen, dass seine Söhne bis zur vierten
Generation auf dem Thron Israels sitzen würden. Außerdem war seine
darauf folgende Regierungszeit weniger gesegnet als seine Aufgabe.
Teile von Israel wurden nämlich in seiner Regierungszeit abgeschlagen.
Was heißt das nun für uns?
Im neuen Bund geht es nicht um die Einhaltung des Gesetzes, sondern um
unsere Beziehung und unsere Herzenshaltung zu Gott. Gott hat aber auch
für uns Werke bereitgestellt, die wir tun sollen. Beide Bereiche,
unsere Beziehung und Herzenshaltung zu Gott und unsere Werke müssen
aber im richtigen Zusammenhang gesehen werden. Gott ist in erster Linie
an unserer Beziehung und an unserer Herzenshaltung interessiert. Basis
unserer Werke/ unseres Dienstes sollte die lebendige Beziehung zu Gott
sein. Wenn wir denken, durch unsere Aufgaben/ unseren Dienst in
Beziehung mit Gott zu kommen, liegen wir falsch. Stimmt unsere
Beziehung, dürfen wir genauso wie Jehu Gott vertrauen, dass er uns
Gelingen schenkt.
Wir stehen aber wie Jehu in der Gefahr, dass wir vor lauter Aufgaben,
die wir für Gott übernehmen, die Beziehung zu ihm vernachlässigen. In
unseren Aufgaben/ unserem Dienst sind wir konsequent. Nach Außen hin
merkt uns letztlich kaum einer an, wenn unsere Beziehung zu Gott nicht
in Ordnung ist. Aber wenn wir in dem Bestreben, täglich Gemeinschaft
mit Gott zu pflegen, uns von ihm täglich füllen zu lassen, inkonsequent
und nachlässig sind, müssen wir damit rechnen, dass wir eines Tages in
Bezug auf unsere Aufgaben/ unseren Dienst ausgebrannt sind.
Wenn wir denken, es sei alles in Ordnung, weil Gott immer noch unsere
Aufgabe/ unseren Dienst segnet und zu unseren Gaben steht, machen wir
uns etwas vor. Gott gebraucht uns, wie er will, unabhängig von der
Heiligkeit unseres Lebens, um Menschen durch uns zu segnen. Aber wenn
uns unsere Beziehung zu ihm verloren geht, wird er eines Tages zu uns
sagen: Geh weg, ich kenne dich nicht. Wichtig ist deshalb, dass wir
immer wieder unsere Motive und unsere Beziehung zu Gott überprüfen.
Ich habe mich gefragt, warum es anstrengender ist, konsequent in der
Beziehung zu/mit Gott leben, als konsequent einen Dienst zu tun bzw.
eine Aufgabe zu erledigen. Eine mögliche Antwort könnte sein: Ein
Dienst oder eine Aufgabe fragt meine Kompetenzen ab. Es geht um Dinge
in denen ich gut bin und mich profilieren kann. Meine Stärken und
Fähigkeiten sind wichtig. Nur Teile meiner Persönlichkeit, meine
positiven, geraten in den Vordergrund. In der Beziehung zu Gott
funktioniert dies nicht. Meine gesamte Persönlichkeit gerät in den
Blickpunkt Gottes. Er sieht auch meine Schwachpunkte und möchte diese
verändern. Es geht um mein Herz, das fordert Energie und kann
anstrengend werden. Die Frage ist, lassen wir uns darauf ein? Sind wir
immer wieder bereit, Gott an uns arbeiten zu lassen, auch wenn wir
denken, das schaffen wir nicht, auch wenn wir immer wieder neu beginnen
müssen?
Ich möchte uns ermutigen, die Beziehung zu Gott ernst nehmen und
konsequent darin zu leben. Denn unser Ziel ist es nicht, nach
besonderen Diensten/ Werken zu streben. Unser Streben sollte darauf
ausgerichtet sein, in der Frucht des Geistes zu wachsen, Jesus
ähnlicher zu werden und ein gutes Ende zu nehmen. Bei diesem Bestreben
dürfen wir uns ein bewusst machen:
Gott liebt uns. Er ist da. Wir sind seine Kinder. Er ist derselbe
ewiglich. Er hat seinen Teil bzgl. seiner Beziehung zu uns schon getan.
In der Beziehung zu ihm, müssen wir uns also nur noch um uns selbst und
um unsere Herzenshaltung ihm gegenüber kümmern. Gottes Segen dabei!
Gemeinde Gottes Nördlingen
Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
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