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WEG

Viele Menschen fragen sich, was ist der Sinn oder das Ziel meines Lebens. In der Werbung finden wir häufig die Aussage: Der Weg ist das Ziel. Damit sollen Kunden ermutigt werden, angebotene Artikel zu kaufen, die sie angeblich für ihren Weg, zu dem sie ermuntert werden, benötigen. Aber ist der Weg tatsächlich das Ziel?

Die Aussage "Der Weg ist das Ziel" stammt aus dem Buddhismus. Der Buddhismus basiert auf vier edlen "Wahrheiten":

- Das Dasein ist einem unablässigen Leiden unterworfen.
- Die Ursache des Leidens ist der Durst nach Sinnesgenüssen und nach Dasein
        (In unserer Kultur begegnen wir häufig folgendem Phänomen: In der Werbung wird den    
         Menschen suggeriert, was sie brauchen. Es entsteht eine Begierde nach diesen Dingen, die
         Not  macht und gestillt werden will.)

- Die Beseitigung des Durstes hebt das Leiden auf.
- Der Weg zur Aufhebung des Leidens ist der edle achtfache Weg.

Der achtfache Weg des Buddhismus:

- Rechte Ansicht
- Rechtes Denken
- Rechtes Reden
- Rechtes Handeln
- Rechtes Leben
- Rechtes Streben
- Rechte Wachsamkeit
- Rechte Sammlung

Der achtfache Weg wird beschritten durch asketische Zucht (Verzicht), durch Versenkung (Meditation) und durch erlösende Erkenntnis. Dadurch soll eine völlige Selbstentäußerung entstehen, die einen aus dem endlosen Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt (Reinkarnation) herausnimmt und die einen in einen Zustand des endgültigen Erlöschens, in die der Erlöste eingeht, hinein nimmt. In diesem Zustand (Nirwana) löst sich der Mensch im Nichts auf. Ziel des Buddhismus ist, nie gewesen zu sein.

"Alle/ verschiedene Wege führen nach Rom" ist ebenfalls eine häufige Aussage. Aber gibt es tatsächlich verschiedene Wege für dasselbe Ziel? Unser Ziel als Christen sollte sein, vereint mit Gott zu sein. Gibt es hierfür wirklich verschiedene Wege? Es gibt nur einen. Dieser Weg ist Jesus (Joh. 14,6).

Ist der Weg, die Strecke vor uns, immer klar? Wissen wir immer, was uns auf diesem Weg begegnet, was auf uns zukommt oder was uns erwartet? Nein!  Ist der gerade Weg der bequeme Weg? Nein! Besteigen wir bspw. einen Berg, ist der gerade, direkte Weg steil. Er ist unbequem und nicht unbedingt der schnellste Weg. Auf einem Berg gibt es auch Überhänge, die es zu überwinden gilt. Hier kann die Jahreslosung helfen:  Joh 14,1 Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich! Vertrauen zu Gott ist wichtig und wer ans Ziel kommen will, muss bereit sein, den Weg trotz Widerstände, Widrigkeiten, Hindernisse gehen zu wollen.

Um einen Weg gehen zu können, benötigen wir verschiedene Fähigkeiten und Begabungen. Es gibt zum Beispiel geübte und ungeübte Skifahrer. Ein geübter Fahrer hat Freude an einer schwierigen Piste. Er meistert sie mit Leichtigkeit. Ein ungeübter Skifahrer würde bei einer Skiabfahrt nie die schwerste Strecke wählen. Er weiß, er würde sich einige blaue Flecken oder gar Schlimmeres zuziehen. Fährt er dennoch eine Strecke, die seinem Können noch nicht entspricht, würde er angespannt oder gar ängstlich dabei sein. Allerdings fordert uns Gott auf unserem Weg sehr wohl heraus. Wie wachsen an unseren Herausforderungen. Gott überfordert uns nicht. Wichtig ist, dass wir wissen, welcher Weg der unsrige ist. Jeder von uns muss seinen Weg mit Gott finden, damit wir der Mensch werden, den Gott haben will.

Was ist wichtiger, der Weg oder das Ziel? Unser Ziel ist klar, es ist konstant. Wir wollen in der Ewigkeit vereint mit Gott sein. Der Weg sieht dabei für jeden Menschen anders aus. Jeder hat seinen individuellen Weg zu gehen, da Gott für jeden von uns einen individuellen Plan hat. Jesus ging den Weg bereits. Er ist uns voraus gegangen.

Was brauchen wir, um das Ziel erreichen zu können? Lesen wir hierzu 2. Tim. 3-7:

3 Nimm teil an den Leiden als ein guter Streiter Christi Jesu! 4 Niemand, der Kriegsdienste leistet, verwickelt sich in die Beschäftigungen des Lebens, damit er dem gefalle, der ihn angeworben hat. 5 Wenn aber auch jemand am Wettkampf teilnimmt, so erhält er nicht den Siegeskranz, er habe denn gesetzmäßig gekämpft. 6 Der Ackerbauer, der sich müht, muss als Erster an den Früchten Anteil haben. 7 Bedenke, was ich sage! Denn der Herr wird dir Verständnis geben in allen Dingen.

Hier wird deutlich, dass wir uns nicht von Nichtigkeiten ablenken lassen und unser Ziel nicht aus den Augen verlieren sollen. Ein Soldat kann nicht in den Kampf ziehen, ein Wettkämpfer keinen Kampf bestreiten, wenn sie voller Sorge über Dinge ihres Lebens sind. Beide haben eine klare Aufgabe, ein klares Ziel, das es zu erreichen gilt. Sie müssen

- den Entschluss fassen, den Weg vor ihnen zu gehen.
- Durchhaltevermögen zeigen, um das Ziel erreichen zu können.
- Eifer haben, das sich in der Vorfreude im Hinblick auf das Ziel bzw. den Lohn zeigt.
- Disziplin für ein regelmäßiges Training zeigen, um sich der Aufgabe stellen zu können und ihr
   gewachsen zu sein.
- Hartnäckigkeit zeigen und sich durch Rückschläge nicht entmutigen lassen.

Die Buddhisten sehen das Leid im Leben eines Menschen im Vordergrund. Ein Leben mit Gott verheißt uns nicht, dass wir vor Leid bewahrt werden. Aber trotz der Erfahrung von Leid soll die Freude Gottes in uns sein. Paulus wurde auf seinem Weg bspw. in das Gefängnis geführt. Er schreibt in 2. Tim 9-13:

9 in dem ich Leid ertrage bis zu Fesseln wie ein Übeltäter! Aber das Wort Gottes ist nicht gebunden. 10 Deswegen erdulde ich alles um der Auserwählten willen, damit auch sie die Rettung, die in Christus Jesus ist, mit ewiger Herrlichkeit erlangen.
11 Das Wort ist gewiss. Denn wenn wir mitgestorben sind, werden wir auch mitleben; 12 wenn wir ausharren1, werden wir auch mitherrschen; wenn wir verleugnen, wird auch er uns verleugnen; 13 wenn wir untreu sind - er bleibt treu, denn er kann sich selbst nicht verleugnen.

Paulus mag in Ketten gelegt worden sein, aber das Wort Gottes lässt sich nicht in Ketten legen. Trotz allem hat er das Evangelium verkündet.

Im 30jährigen Krieg (1618-1648) gab es einen Eilenburger Pfarrer namens Martin Rinckart (1586-1649). Dieser erlebte mit, wie die Bevölkerung während des Krieges immer mehr dezimiert wurde. Zudem musste er durch die Pest einmal in einem Jahr 5000 Menschen beerdigen. Darunter war auch seine Frau. Trotz des Leids empfand er aber Gott gegenüber keine Bitterkeit, sondern Dank. 1630 schrieb er folgendes Lied:

"Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen.
Der große Dinge tut an uns und allen Enden,
Der uns von Mutterleib und Kindesbeinen an
Unzählig viel zu gut bis hierher hat getan.

Der ewig reiche Gott woll uns in unserm Leben
Ein immer fröhlich Herz und edlen Frieden geben
Und uns in seiner Gnad erhalten fort und fort
Und uns aus aller Not erlösen hier und dort.

Lob, Ehr und Preis sei Gott, dem Vater und dem Sohn.
Und Gott, dem Heilgen Geist im höchsten Himmelsthrone,
ihm, dem dreieinen Gott, wie es im Anfang war
Und ist und bleiben wird so jetzt und immerdar.

Mt. 5,16: So soll euer Licht leuchten vor den Menschen, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater, der in den Himmeln ist, verherrlichen.

Wie kommt das Licht in die Finsternis? Da wir das Licht sind (V. 14: Ihr seid das Licht der Welt;), sind wir dazu berufen, das Licht in die Finsternis zu tragen.


Gemeinde Gottes Nördlingen

Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
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