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Wille

Ich möchte euch die Geschichte einer Begegnung zwischen einer Frau namens Mrs. Franklin und eines Evangelisten erzählen. Die Frau kam zu ihm und war sehr besorgt über ihre Errettung. Der Evangelist hat ihr dann eine Frage gestellt: „Wie sind sie denn „Mrs. Franklin“ geworden?“ Die Antwort kam ohne zu überlegen: „Als der Pastor sagte, willst du mit diesem Mann den Bund der Ehe schließen, da sagte ich ja.“ Der Evangelist wollte es aber genauer wissen und fragte: „Sagten Sie dabei „hoffentlich gelingts“ oder „ich werds versuchen?“ Frau Franklin erwiderte bestimmt: „Nein, ich sagte Ja.“

Der Evangelist wies sie daraufhin auf das Wort Gottes uns sagte: „Gott fragt Sie, ob Sie seinen Sohn als Ihren persönlichen Erretter annehmen wollten. Was antworten Sie darauf?“ Daraufhin fing das Gesicht der Frau zu strahlen an und sie rief: „Ach ja, so einfach ist das! Warum habe ich nicht schon vor langer zeit ja gesagt?“

Zwei kurze Worte „ich will“, die von Mann und Frau ausgesprochen werden, führen zu einem Ehebund. Diesem Ehebund geht eine klare Entscheidung von Wille

Mann und Frau voraus. Würde einer „Nein“ sagen, käme es nicht zu einem Bund zwischen Mann und Frau.

Um Christ zu werden, bedarf es ebenfalls einer klaren Entscheidung. Diese Entscheidung lautet: „Ja, ich will Jesus Christus als meinen Erretter annehmen.“

Aber nicht nur bei unserer Errettung ist unser Wille gefragt. Bevor ich aber jetzt auf weitere Beispiele aus dem Wort Gottes eingehe, möchte ich mit euch den Begriff „Wille“ klären.

Die Seele besteht aus unserem Denken, unseren Gefühlen und unserem Willen. In unserer Seele finden also Denk-, Gefühls- und Entscheidungsprozesse statt. Unsere Entscheidungen sollten im positiven Fall auf der Grundlage der Entscheidungsfreiheit bzw. der Willensfreiheit basieren. Was bedeutet Willensfreiheit? Es bedeutet, dass wir nach unserem eigenen Ermessen denken und handeln, dass wir dabei eigenverantwortlich sind,  und dass wir ohne äußeren Zwang unsere Entscheidungen treffen können.

Die Willensfreiheit unterliegt keinen Gesetzmäßigkeiten. Wir sind fähig, aus einer Fülle von Möglichkeiten heraus eigene, bewusste Entscheidungen zu fällen. Wir sind in der Lage, unsere Fähigkeiten weiter zu entwickeln und sogar gezielt gegen unsere Instinkte, Eigenheiten und Veranlagungen zu handeln. Darüber hinaus können wir uns die materielle Welt sowohl in positiver wie auch in negativer Weise zu nutze  machen. Selbst Eingriffe in die Gesetze der Natur sind uns nicht unmöglich, freilich oft mit verheerenden Folgen.

Genauso wenig, wie Gott uns nicht zwingt, Christ zu werden, zwingt er uns nicht, seinen Willen zu tun. Werden wir Christ, werden wir ein Kind Gottes. Ein Vater erwartet Gehorsam von seinem Kind. Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum das so ist? Ich behaupte, Eltern fordern Gehorsam von ihren Kindern aus Liebe heraus. Sprechen Eltern das Verbot aus, nicht an den Ofen zu fassen, wollen sie, dass sich ihr Kind nicht die Finger verbrennt. Sie wollen eine Verletzung ihres Kindes verhindern, weil sie ihr Kind lieben. Sie wollen dem Kind Schmerzen ersparen. Kleine Kinder können Gefahren noch nicht abschätzen, sie sind auf den Schutz ihrer Eltern angewiesen. Klare Regeln und Grenzen helfen dabei, wenn das Kind gehorsam ist. Vertraut das Kind seinen Eltern, wird er sich an Gebote und Verbote halten können.

Wie sieht es mit unserem Gehorsam aus? Sind wir gehorsam? Vertrauen wir Gott? Entscheiden wir uns, unser Leben vollständig ihm anzuvertrauen? Wisst ihr, sogar unser Lobpreis ist letztlich ein Akt unseres Willens: In Ps. 34,2 steht:

„ Ich will den Herrn meinen Gott preisen allezeit, beständig soll sein Lob in meinem Mund sein.“

Von was machen wir unseren Lobpreis abhängig? Von unserem Gefühl, unserer Stimmung, unserem Wohlbefinden oder von der Tatsache, dass Gott des Lobpreises würdig ist unabhängig von unserer Befindlichkeit.

Jesus hat den Willen der Menschen respektiert. Dies wird bei den Heilungen besonders deutlich. In Joh. 5,6 fragt Jesus bspw.: „Willst du gesund werden?“ Sie mussten sich also entscheiden. Sie mussten zudem Vertrauen investieren.

Jesus ist uns ein Vorbild darin, was es heißt, Gottes Willen zu tun. Wir wissen nicht, ob es ihm dies grundsätzlich schwer gefallen ist. Wir wissen aber, dass er Blut geschwitzt hat vor seiner Festnahme und seiner Kreuzigung. Er wusste, was ihm bevorstand. Er musste sich in dieser Nacht entscheiden. Diese Entscheidung musste er ganz alleine für sich treffen. Seine Jünger schliefen, obwohl er sie gebeten hatte, mit ihm zu wachen und zu beten. Diese Entscheidung war nicht leicht, da  er um die Konsequenzen, die es für ihn persönlich hatte, wusste. Er hat sich entschieden, den Willen seines Vaters zu tun. Er hat sich entschieden, gehorsam zu sein. Er hat sich entschieden, die Misshandlungen und Demütigungen, die Schmerzen, die Qualen und letztlich den Tod am Kreuz auf sich zu nehmen. Seine Entscheidung konnte er treffen, weil er sich der Liebe seines Vaters bewusst war, weil er seinen Vater ebenfalls liebte und weil er die Menschen ebenfalls liebte und wusste, dass dieses Opfer erforderlich war, damit wir Menschen, alle Menschen, Errettung erleben können.

Gott respektiert auch heute noch unseren Willen. Inwieweit respektieren wir seinen Willen? Ist unsere Entscheidung: „Ja Herr, ich will dir folgen.“ nur ein Lippenbekenntnis oder ist es ernst gemeint? In Lk. 14,15 ff finden wir das Gleichnis vom großen Festmahl. Die Gäste, die dazu eingeladen waren, hatten sich entschieden, dem Fest fern zu bleiben, sie hatten andere Dinge zu tun.

Das kann auch heute ein Problem sein. Die Grundsatzentscheidung, Jesus nachzufolgen, haben wir getroffen. Aber der Alltag nimmt uns manchmal so gefangen, dass wir die Prioritäten unseres Lebens nicht so setzen, wie Gott es vorgesehen hat. Gott sollte der Mittelpunkt unseres Lebens sein. Um ihn sollte sich unser Leben drehen. Wenn wir merken, dass andere Dinge den Platz Gottes eingenommen haben, ist es wichtig, zu ihm umzukehren. Sinnvoller wäre es natürlich, wenn dies erst gar nicht passieren würde.

Ich habe mich gefragt, wie das gelingen kann. Äußere Hilfsmittel können uns dabei helfen, aber das Wichtigste ist dennoch unsere Herzenshaltung. Die Beantwortung folgender Frage kann uns helfen: Leben wir in einer lebendigen Beziehung zu Gott? Wie viel Raum geben wir ihm in unserem Herzen. Wisst ihr, wir müssen auf unser Herz achten, indem wir es immer wieder prüfen – oder von Gott prüfen lassen.

Gott segne euch.


Gemeinde Gottes Nördlingen

Hahnengasse 2
86720 Nördlingen
Tel.: 07362/21423
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