Der Heilige Geist - unser Beistand

17.03.2019

Johannes offenbart uns in seinem Evangelium den Heiligen Geist als Beistand, Tröster und Ermutiger (griech. Parakletos). Das heißt: Er steht uns bei, er tröstet uns und ermutigt uns. Durch diese Aktivitäten dient uns der Heilige Geist. Und wie wichtig dieser Dienst ist, wird aus den Worten Jesu in Joh. 16 deutlich.

 

7 Doch ich sage euch die Wahrheit: Es ist euch nützlich, dass ich weggehe, denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen;

 

wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.

 

Dies zeigt, dass das Kommen des Heiligen Geistes für Jesus wichtiger ist als sein Verbleib auf der Erde. Was ist der Grund? Jesus ist aufgrund seiner Menschwerdung den räumlichen und geographischen Beschränkungen unterworfen. Sein Dienst beschränkte sich v. a. auf Judäa, Galiläa und Samarien. Im Gegensatz dazu kann der Heilige Geist in jedem Menschen wohnen, der Christ geworden ist. Somit kann der Heilige Geist durch die Christen weltweit agieren. 

 

Jetzt stellt sich die Frage: Wie lange wirkt der Heilige Geist auf der Erde? Joh. 14:

 

16 Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit

 

Die Zeit Jesu auf der Erde war zeitlich begrenzt. Er wirkte ca. drei Jahre. Der Heilige Geist ist nicht nur für eine bestimmte, begrenzte Dauer auf der Erde. Er wirkt, solange es Gläubige gibt, die ihn in sich wohnen lassen. Wir können davon ausgehen, dass der Heilige Geist trotz seiner ständigen Präsenz im Laufe der Jahrhunderte nichts an seiner Kraft und seinen Segenswirkungen verloren hat. Wir wissen, dass Gott ist, der er ist (Er sagt von sich: Ich bin, der ich bin!), und dass Jesus derselbe ist gestern und heute und in Ewigkeit (Hebr. 13,8). Und dies gilt auch für den Heiligen Geist. Er verändert sich nicht in seinem Wesen.

 

In seiner Rolle als Tröster dürfen wir uns gewiss sein, dass uns der Heilige Geist nicht nur in unserer Trauer tröstet, sondern dass er uns auch die Kraft und den Sieg über die Traurigkeit gibt. Somit wird unser Leben nicht von der Traurigkeit bestimmt, sondern von der Kraft des Heiligen Geistes, die in uns wirkt.

 

Zudem ist er für uns ein Fürsprecher und Helfer, der sich unserer Sache annimmt. Röm. 8:

 

26 Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich's gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.

 

Die wörtliche Bedeutung von parakletos ist „der zur Hilfe Herbeigerufene“. Der Beistand tut für uns allerdings nichts, was wir selbst tun können. Er hilft uns aber, das zu tun, was wir für Gott tun sollen. Gott hat sich entschieden, durch uns zu wirken. Dies gelingt aber nur dann, wenn wir uns dem Heiligen Geist ausliefern.

 

Die Verbform von parakletos könnte man mit ermuntern, dringend bitten oder ermahnen übersetzen.

 

(4 wichtige Bibelstellen: Joh. 14, 16-18/ 26/ 15,26/ 16, 7-15)

 

1. Der Heilige Geist lehrt uns. – Joh. 14:

 

26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

 

2. Der Heilige Geist leitet uns in aller Wahrheit. - Joh. 16:

 

13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

 

Gott will nicht, dass wir in die Irre gehen. Er will, dass wir den Weg gehen, den er für uns vorbereitet hat. Eph. 2:

 

10 Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

 

Jesus sagt von sich selbst in Joh. 14:

 

6 Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

 

Wahrheit ist wichtig. Halbwahrheiten, das wissen wir, sind schlimmer als Unwissenheit. Wahrheit ist oft schmerzhaft, doch sie macht auch frei. Dadurch können wir den Schmerz überwinden. Joh. 8:

 

und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

 

Der Heilige Geist offenbart uns Gottes Wort, indem er uns die Wahrheit der Worte aufzeigt, so dass wir sie verstehen können. Das kennt ihr alle:

 

· Ihr lest eine Bibelstelle und plötzlich erkennt ihr die für euch vorher verborgene Wahrheit dahinter.

 

·  Ihr lest altbekannte Bibelstellen und nehmt plötzlich die Schönheit und die ungeahnte Bedeutungstiefe der Worte Gottes wahr.

 

· Ihr erfasst, was Gott euch dadurch ganz konkret sagen möchte.

 

Die Bibel ist ein geistliches Buch. Deshalb benötigt der Leser jemanden, der ihn lehrt und in die Wahrheiten des Buches einführt (Apg. 8, 30-31; Lk. 14,45; 1. Kor. 2,14). Wer ist dafür besser geeignet als der, der die Autoren zum Schreiben der Worte des Buches inspiriert hat?

 

Wenn wir die Evangelien lesen, stellen wir fest, dass seine Jünger sehr wenig von dem verstanden haben, was sie von Jesus gehört haben. Sie haben die Worte zwar gehört, aber den Sinn dahinter nicht erfassen können. Sie konnten bspw. nichts mit seinen Gleichnissen anfangen (vgl. Mk. 4,10). Sie begriffen nicht, wovon Jesus sprach, als er den Tod des Lazarus als Schlaf bezeichnet hat (vgl. Joh. 11,11-14). Und die Wahrheit über seine Auferstehung ist ihnen ein komplettes Rätsel geblieben (vgl. Joh. 20,9).

 

Das war nach dem Pfingsttag anders. Die Jünger waren in der Lage, alttestamentliche Passagen auszulegen. Dies zeigt, dass sie mit dem Inhalt zutiefst vertraut waren. Doch sie haben ab diesem Zeitpunkt auch den vollen Umfang verstanden. Sie haben bspw. erfasst, wie fest die Kreuzigung und Auferstehung Jesu in der Schrift verankert war (Apg. 2,16-21/ 3,12-26/ 4, 25-28; 7, 2-52).

 

3. Der Heilige Geist agiert als Sprachrohr Gottes, um Gottes Worte und Wünsche zu offenbaren. - Joh. 16:

 

12 Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht ertragen.

 

13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

 

Dies bezieht sich einerseits im weitesten Sinne darauf, dass der Heilige Geist auserwählte Männer dazu inspiriert hat, die neutestamentlichen Bücher niederzuschreiben. Paulus erklärt zudem, dass er durch den Heiligen Geist Offenbarung empfangen hat (Gal. 1, 12.16/ Eph.3, 3-5).

 

Der Heilige Geist spricht zu den Herzen der einzelnen Christen und offenbart ihnen, was sie bspw. tun sollen. Philippus wurde bspw. durch den Heiligen Geist zum Kämmerer in Äthiopien geführt, um ihn zu Christus zu führen (Apg. 8, 26-29). Auch Paulus erlebt Führung durch den Heiligen Geist, als er nicht wusste, wohin er gehen sollte, um zu dienen (Apg. 16,10).

 

4. Der Heilige Geist offenbart Dinge, die noch kommen werden. - Joh. 16:

 

13 Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, wird er euch in aller Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.

 

Einerseits zeigt der Heilige Geist auf, welche persönlichen Segnungen noch vor uns liegen, andererseits schenkt er Erkenntnisse, die nur durch ihn möglich sind. 1. Kor. 2:

 

9 Sondern wir reden, wie geschrieben steht (Jesaja 64,3): »Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben.«

 

10 Uns aber hat es Gott offenbart durch den Geist; denn der Geist erforscht alle Dinge, auch die Tiefen Gottes.

 

Immer wieder rüttelt der Heilige Geist unser Herz wach, damit wir es noch mehr aufmachen, um die Fülle Gottes zu suchen.

 

Der Heilige Geist schenkt uns Verständnis über den zeitlichen Ablauf der kommenden Zeit und über prophetische Schriftstellen (bspw. Am. 3,7/ 1. Mos. 18,17). Auslegungen, die nicht mit dem Wort Gottes übereinstimmen, sind nicht vom Heiligen Geist.

 

Der Heilige Geist ruft einige Menschen in den Dienst Gottes für eine spezielle Aufgabe. Diesen Ruf spüren wir in unserem Herzen. Manchmal erfahren wir konkrete Dinge, die vor uns liegen. Agabus wurde durch den Heiligen Geist zu Paulus geschickt, um ihn auf seine Gefangenschaft vorzubereiten (Apg. 21, 10-11).

 

5. Der Heilige Geist erinnert uns.

 

Leider leidet – wie alle unsere Körperfunktionen – auch unser Erinnerungsvermögen unter den Folgen des Sündenfalls. Wir benötigen und haben durch den Heiligen Geist, unseren Beistand, einen wunderbaren Erinnerer.

 

Er erinnert uns an das Wort Gottes. - Joh. 14

 

26 Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

 

Wenn wir uns an die Worte und Verheißungen des Wortes Gottes erinnern, bleiben uns viele Schwierigkeiten und innere Nöte erspart. Zum Beispiel hätte Petrus den Herrn Jesus nicht verleugnet, hätte er sich an das Wort Jesu erinnert (Mt. 26,75). Die Jünger hätten die drei Tage und drei Nächte, in denen Jesus im Grab lag, nicht so qualvoll erlebt und hätten den Worten der Frauen nicht misstraut, hätten sie sich an die Worte Jesu erinnert (Mt. 16,21; 17, 22-23; 20, 18-19/ Joh. 2,22/ Lk. 24, 6-11).

 

Der Heilige Geist kann uns allerdings nur an das erinnern, was wir schon einmal gehört oder gelesen haben. Deshalb ist es so wichtig, uns mit Gottes Wort zu beschäftigen, darüber nachzudenken, es auf und in uns wirken zu lassen.

 

Liebe Geschwister,

der Heilige Geist lasst dem Heiligen Geist Raum in eurem Leben, damit er tun kann, zu was er gesandt worden ist. Er hilft uns, indem er uns lehrt, uns leitet und uns an sein Wort erinnert. Gott offenbart sich durch das Wirken des Heiligen Geistes. Dadurch erleben wir Segen und werden zum Segen für andere.

 

Gott segne euch!