Feuer/11.08.2013

In der heutigen Predigt geht es um das Thema Feuer. Feuer ist ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens. Durch den Verbrennungsvorgang des Feuers erhalten wir Wärme und Licht. Wenn es kalt ist, hält uns das Feuer warm und die Nacht wird durch das Licht des Feuers erhellt. Dadurch können wir auch im Dunkel unseren Weg finden. Feuer unterstützt uns auch bei unserer Essenszubereitung. Dadurch können wir leckere Mahlzeiten zubereiten. Im Sommer Gegrilltes zu essen ist ein-fach lecker. Feuer erzeugt zudem Energie. Ich denke da bspw. an unsere Verbren-nungsanlagen. Feuer ist somit ein lebensnotwendiges Element unseres Lebens, auch wenn wir in den Industriestaaten meist nicht mehr direkt mit Feuer in Berüh-rung kommen. Damit ein Feuer brennen kann, benötigen wir ein Material, das brennt. Holz, Kohle oder Gas werden dabei vorwiegend verwendet. Nach dem Verbrennungsprozess bleibt Asche zurück. Das verbrannte Material ist nicht mehr wiederzuerkennen. Es ist zerstört und vernichtet. Aber es hat seine Aufgabe, uns Wär-me, Licht und Energie zu bringen, erfüllt.

Aber Feuer hat auch seine Schattenseiten. Bricht ein Feuer unkontrolliert aus, kann seine vernichtende, zerstörerische Macht negative Konsequenzen haben. In Ameri-ka und in Australien hören wir immer wieder von Bränden, die ganze Landstriche in Schutt und Asche zurücklassen. Und kommt unser Körper mit Feuer in Berührung, erleiden wir Verbrennungen. Diese können für uns sogar tödlich sein.

Feuer hat also Macht. Deshalb ist ein bewusster und kontrollierter Umgang mit Feu-er erforderlich, damit wir die zerstörerische und vernichtende Wirkung nicht erleben müssen.

Es gibt im Wort Gottes über 450 Bibelstellen, in denen das Wort Feuer vorkommt. Ich habe mir die Mühe gemacht, diese anzuschauen und habe versucht, sie in verschiedene Kategorien zu ordnen.

1. Symbol für das Wort Gottes

Feuer ist eines der Symbole für das Wort Gottes. Die weiteren Symbole sind Spiegel (Joh. 1, 23ff), Same (1. Petr. 1,23) Beurteiler (Hebr. 4,12), Wasser (Eph.5,26), Leuch-ter und Licht (Ps. 119,105), Hammer (Jer. 23,29). Schwert (Eph. 6,17).

Jer. 23, 29: Ist mein Wort nicht wie ein Feuer, spricht der HERR, und wie ein Hammer, der Felsen zerschmeißt?

Hier wird deutlich, das Wort Gottes hat eine Energie. Es ist die Energie eines Feu-ers, durch das die Herzen der Menschen entzündet werden und zu brennen beginnen sollen.

2. Symbol für das Wesen Gottes

Im Wort Gottes finden wir verschiedene Aspekte des Wesens Gottes. Wir können lesen, dass Gott Geist ist (Joh. 4,24), dass er Licht ist (1. Joh. 1,5), dass er Liebe ist (1. Joh. 4,8). Mir ist aufgefallen, dass bei der Beschreibung des Wesens Gottes Substantive verwendet werden. Diese Substantive beschreiben einen Zustand bzw. eine Tatsache, die sich nie verändern wird. Sie machen deutlich, dass Gott in seinem Wesen vollständig von diesem Zustand durchdrungen ist. Dies offenbart uns die Vollkommenheit Gottes, die Vollkommenheit seines Wesens. Im Gegensatz da-zu ist der Mensch nicht vollkommen. Sein Wesen ist nicht vollkommen. Deshalb stellen wir bei der Beschreibung des Wesens eines Menschen seine Wesenszüge dar. Diese sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt und abhängig von unterschiedlichen Umständen. Wir verwenden keine Substantive, sondern Adverbien. Ein Mensch ist bspw. geistlich, aber er ist deswegen nicht Geist. Er ist lieb, aber er ist deswegen nicht Liebe.

Überrascht war ich von der Aussage, dass Gott ein verzehrendes Feuer ist.

2. Mos. 24,17: Und die Herrlichkeit des HERRN war anzusehen wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Israeliten.

5. Mos. 4,24: Denn der HERR, dein Gott, ist ein verzehrendes Feuer und ein eifernder Gott.

Hebr. 12,29: denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.

Gott ist ein Feuer, das verzehrt. Gottes Feuer erlischt niemals. Es brennt, ohne irgendeinen Brennstoff zu benötigen. Sein Wesen ist Feuer. Das Feuer ist nicht nur in ihm, sondern er ist Feuer. Gottes Wille für uns ist, dass wir von diesem Feuer entzündet werden, dass sein Feuer in uns brennt.

Gottes Feuer hat verschiedene Eigenschaften:

Es verzehrt.

Da diese o.g. Bibelstellen im Zusammenhang mit dem Gehorsam und der Heiligung der Menschen stehen, wird deutlich, dass sich Gott nach Gemeinschaft mit uns sehnt. Gehorsam und Heiligung sollte unsere Antwort auf Gottes Gnade und Liebe sein. Denn nur wenn wir geheiligt sind, können wir Gemeinschaft mit ihm haben.

Es führt.

2. Mos. 13,21: Und der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie Tag und Nacht wandern konnten.

Es offenbart Gott.

2. Mos. 3,2: Und der Engel des HERRN erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch. Und er sah, dass der Busch im Feuer brannte und doch nicht verzehrt wurde.

2. Mos. 24,17: Und die Herrlichkeit des HERRN war anzusehen wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Israeliten.

5. Mos. 4,12: Und der HERR redete mit euch mitten aus dem Feuer. Seine Worte hörtet ihr, aber ihr saht keine Gestalt, nur eine Stimme war da.

Elia fordert die Baals- und Ascherapriester zu einem spektakulären Wettkampf her-aus. Er will damit zeigen, dass es nur einen Gott gibt. Gott lässt Feuer vom Himmel fallen und bestätigt dadurch, dass er der wahre, alleinige Gott ist.

1. Kön. 18,23 So gebt uns nun zwei junge Stiere und lasst sie wählen "einen" Stier und ihn zerstücken und aufs Holz legen, aber kein Feuer daran legen; dann will ich den andern Stier nehmen und aufs Holz legen und auch kein Feuer daran legen.

24 Und ruft ihr den Namen eures Gottes an, aber ich will den Namen des HERRN anrufen. Welcher Gott nun mit Feuer antworten wird, der ist wahrhaftig Gott. Und das ganze Volk antwortete und sprach: Das ist recht.

25 Und Elia sprach zu den Propheten Baals: Wählt ihr einen Stier und richtet zuerst zu, denn ihr seid viele, und ruft den Namen eures Gottes an, aber legt kein Feuer daran.

38 Da fiel das Feuer des HERRN herab und fraß Brandopfer, Holz, Steine und Erde und leckte das Wasser auf im Graben.

Gott sendet Feuer als Konsequenz für sündiges Verhalten seines Volkes oder als Strafe für fremde Völker.

4. Mos. 16,35: Und Feuer fuhr aus von dem HERRN und fraß die zweihundertund-fünfzig Männer, die das Räucherwerk opferten.

2. Mos. 9,23: Da streckte Mose seinen Stab gen Himmel, und der HERR ließ donnern und hageln und Feuer schoss auf die Erde nieder.

Interessant ist, dass Gott nicht nur Menschen durch die Macht des Feuers umkommen lässt, sondern Menschen, die ihm nahe stehen, auch bewahrt vor der Macht des Feuers. Dies offenbart seine Allmacht.

Dan. 3,25: Er antwortete und sprach: Ich sehe aber vier Männer frei im Feuer umhergehen und sie sind unversehrt; und der vierte sieht aus, als wäre er ein Sohn der Götter. (Schadrach, Meschach und Abed-Nego)

3. Symbol für den Heiligen Geist

Das Feuer ist auch eines der Symbole für den Heiligen Geist. Er wird auch als Was-ser (Joh. 7,38f), Wind (Joh. 3,8), Siegel (Eph. 1,13; 4,30), Pfand (Eph. 1,14), Öl (Hebr. 1,9) und Taube (Mt. 3,16) dargestellt.

Apg. 2,3: Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt wie von Feuer; und er setzte sich auf einen jeden von ihnen,

1. Thess. 5, 19: Den Geist löscht nicht aus!

Das Wort löschen wird in Zusammenhang mit Feuer und Durst verwendet. Es bedeutet aber auch beseitigen oder tilgen. Das, was gelöscht wurde, existiert danach nicht mehr. Wir Menschen können zwar den Heiligen Geist nicht auslöschen, aber wir können sein Wirken zum Erliegen bringen, indem wir das Feuer in uns auslöschen. Genau das sollen wir nicht tun. Der Geist Gottes will in uns das Feuer Gottes entzünden. Er will, dass wir Brennen für Gott. Er will unter uns und auch in uns wirken. Er will seine Aufgaben, zu denen er von Jesus in die Welt gesandt wurde, erfüllen. Durch was kann das Feuer des Heiligen Geistes, sein Wirken, ausgelöscht werden? Dies geschieht durch Unglaube und Kritiksucht.

4. Das Feuer Jesu

Lk. 12,49: Ich bin gekommen, ein Feuer anzuzünden auf Erden; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte!

Wir wissen, dass Jesus in die Welt kam, um die Menschheit durch seinen Tod am Kreuz Errettung zu bringen. Sein Tod bedeutete nicht das Ende, sondern stellt den Beginn des Erlösungsplans Gottes dar. Nach seinem Tod hat Jesus dieses Feuer entzündet. Es begann mit dem Pfingsttag. Davon hat bereits Johannes der Täufer gesprochen.

Mt. 3, 11: Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, so dass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.

Johannes macht unmissverständlich klar, wer der Täufer der Geistestaufe ist. Es ist Jesus. Er ist der, der den Heiligen Geist in die Welt gesandt hat, und auch der, der die Menschen mit dem Heiligen Geist tauft. Lehnen wir die Geistestaufe ab, lehnen wir den Täufer und somit Jesus ab.

5. Das Feuer Gottes in uns

Jesus will/ hat uns entzündet. Mit was hat er das getan? Mit dem Feuer des Heiligen Geistes. An uns liegt es allerdings, dass wir am Brennen bleiben. Nur wenn wir brennen, können wir Jesus am Tag seiner Wiederkunft begegnen. Das wird aus dem Gleichnis der 10 Jungfrauen deutlich (Mt. 25). Was ist unser Brennstoff? Das ist der Heilige Geist. Genauso wie die Öllampe regelmäßig mit Öl nachgefüllt wird, damit das Feuer der Lampe nicht ausgeht, müssen wir uns regelmäßig mit dem Heiligen Geistes füllen lassen. Wenn wir das versäumen, wird unser Feuer erlöschen.

6. Die Wichtigkeit der Reinigung

4. Mos. 31,22 Nur das Gold und das Silber, das Erz, das Eisen, das Zinn und das Blei,

23 alles, was das Feuer aushält, sollt ihr durchs Feuer gehen lassen, und es wird rein sein; nur muss es mit dem Reinigungswasser entsündigt werden. Aber alles, was das Feuer nicht aushält, sollt ihr durchs Wasser gehen lassen.

Wasser und Feuer sind nicht nur Symbole für den Heiligen Geist, sondern auch Symbole für die Reinigung. Das Wasser reinigt (Gegenstände und den Menschen) äußerlich, Feuer reinigt alles, was dem Feuer standhält. Edelmetalle werden im Feuer gereinigt und auf ihre Echtheit überprüft. Nur wenn wir rein vor Gott stehen, können wir Gemeinschaft mit ihm haben. Wenn wir also Gemeinschaft mit Gott ha-ben und die Kraft des Heiligen Geistes empfangen wollen, müssen wir eine fortwährende Reinigung zulassen. D.h. wir müssen das Wirken des Heiligen Geistes zulassen.

7. Prüfung und Billigung des Glaubens durch das Feuer

Unser Leben soll ein Leben des Glaubens sein. Wie merken wir, ob unser Glaube echt ist? Dies wissen wir durch die Prüfungen Gottes. Gott lässt es zu, dass unser Glaube geprüft und getestet wird, damit er ihn billigen kann. Er kann nur den Glauben segnen, der durch die Erprobung für echt erachtet wurde.

1. Petr. 1, 7: damit die Bewährung eures Glaubens (der viel kostbarer ist als das ver-gängliche Gold, das doch durchs Feuer erprobt wird) Lob, Ehre und Herrlichkeit zur Folge habe bei der Offenbarung Jesu Christi.

Das griechische Wort für Bewährung bezeichnet die Tätigkeit eines Prüfers, der ein Edelmetall prüft und schließlich billigt. Die Prüfung und Billigung des Glaubens eines Christen wird hier als wertvoller bezeichnet als die Prüfung und Billigung von Gold. Wie Gold muss auch der Glaube in den Schmelztiegel gelegt werden, um dort vom Feuer geprüft und gereinigt zu werden. Diese Bewährung ist wichtig:

Jak.1,3: da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt.

4 Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollständig seid und es euch an nichts mangelt.

8. Frucht und Feuer

Ich frage euch, was macht uns zu Christen? Ist es unser Lebensstil oder unsere Entscheidung, unser Leben Jesus zu übergeben? Durch unsere Entscheidung werden wir zu einem Christen. Unser Lebensstil macht uns nicht zu einem Christen. Allerdings sollte man an unserem Lebensstil, an unserer Frucht, erkennen, dass wir Jesus nachfolgen.

Joh. 15,5: Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen.

Jesus macht unmissverständlich klar, dass die Reben, die keine Frucht bringen, ins Feuer geworfen werden. Die Rebe steht für uns Christen, der Weinstock ist ein Bild für Jesus. Wir können allerdings nur Frucht bringen, wenn wir in Jesus bleiben.

9. Werke werden offenbar

1. Kor. 3,10 Gemäß der Gnade Gottes, die mir gegeben ist, habe ich als ein weiser Baumeister den Grund gelegt; ein anderer aber baut darauf. Jeder aber gebe Acht, wie er darauf aufbaut.

11 Denn einen anderen Grund kann niemand legen außer dem, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus.

12 Wenn aber jemand auf diesen Grund Gold, Silber, kostbare Steine, Holz, Heu, Stroh baut,

13 so wird das Werk eines jeden offenbar werden; der Tag wird es zeigen, weil es durchs Feuer geoffenbart wird. Und welcher Art das Werk eines jeden ist, wird das Feuer erproben.

14 Wenn jemandes Werk, das er darauf gebaut hat, bleibt, so wird er Lohn empfangen;

15 wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden erleiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

Vor Gott können wir nichts verbergen. Wir können zwar Menschen mit unseren Werken täuschen, aber Gott lässt sich von uns nichts vormachen. Gott weiß, was die  Motive unserer Werke sind. Bauen wir unsere Werke nicht auf den Grund, den Jesus gelegt hat, auf, sind unsere Werke tot und verbrennen. Sie haben keinen Bestand. Wir werden keinen Lohn empfangen.

Abschließende Worte: Feuer ist ein Symbol für das Wort Gottes, für Gott selbst und für den Heiligen Geist. Aber bei diesem Wissen sollten wir nicht stehen bleiben. Wir haben gesehen, dass Feuer nicht nur für unser natürliches Leben eine Notwendigkeit ist, sondern auch für unser geistliches Leben lebensnotwendig ist. Ohne das Feuer, das Jesus in uns entzünden möchte, und den Heiligen Geist, der dann in uns brennen möchte, ist geistliches Leben nicht in seiner Fülle in uns. Lassen wir dieses Feuer zu?

Zudem benutzt Gott das Feuer, um uns zu reinigen und um unseren Glauben zu prüfen und zu billigen. Fruchtlose Reben werden im Feuer verbrannt und unsere Werke werden durch das Feuer offenbar.

Ich wünsche jedem von euch, dass ihr etwas von dem, was ihr heute gehört habt, mit nach Hause nehmen könnt. Lasst zu, dass Gott an euch wirkt und euch die Dinge aufschließt, die euch vielleicht noch nicht so bewusst gewesen sind.