Gemeinde 3./Gemeindewachstum

Vor zwei Wochen haben wir über Visionen und letzte Woche über Ziele gesprochen. Heute möchte ich mit euch zusammen das Thema „Gemeindewachstum“ anschauen. Ich finde, dass dies für unser Gesamtthema „Entwicklung der Gemeinde“ sehr wichtig und auch passend ist. Ihr könnt euch vorstellen, dass zu diesem heutigen Thema sehr viel gesagt werden kann. Daher werde ich Prioritäten setzen. Zuerst möchte ich die Dinge aufzeigen, mit denen Jesus unzufrieden ist: • zu Fischen ohne etwas zu fangen (Lk. 5,4-11: erfolglose Nacht des Petrus) • mit einer leeren Banketttafel (Lk. 14,15-23: Jesus bricht mit den gesellschaftlichen Schranken) • zu säen ohne zu ernten (Mt. 13, 6-9: Saat fällt auf verschiedenartigen Boden) • mit einem Feigenbaum, der keine Frucht trägt (Lk. 13,6-9: dieser wird abgehauen) • mit einem verlorenem Schaf, das nicht bei der Herde ist (Mt. 18,11-14) • mit einem verlorenem Groschen, der gesucht, aber nicht gefunden wurde (Lk. 15,8-10) • mit einer reifen Ernte, die nicht eingeholt wird (Mt. 9,36-38) • mit einer Verkündigung ohne Taten (Mt. 10,14) • mit Söhnen und Töchtern außerhalb des Vaters Haus (Lk. 15,11-32: Verlorene Sohn) Im Umkehrschluss bedeuten diese Dinge, dass Jesus möchte, dass • wir Menschen für das Reich Gottes gewinnen. • wir nicht auf den gesellschaftlichen Stand eines Menschen achten. • wir das Wort aussenden und Menschen für Jesus gewinnen. • wir Frucht bringen. • wir ganz nah bei Jesus sind und die Verlorenen suchen. • wir uns als Arbeiter für das Erntefeld ausrüsten lassen und die Ernte einholen. • wir weiterziehen, wenn jemand nicht bereit zur Umkehr ist. • wir Verlorene, die umkehren, aufnehmen. Wir stellen fest: Es geht immer um die Ausbreitung des Evangeliums, um Bekehrung und um den Missionsbefehl. Den Missionsbefehl finden wir in verschiedenen Bibelstellen. Mt. 28,18-20 18 Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. 19 Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Mk. 16,15 Und er sprach zu ihnen: Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur. Lk. 24 46 und sprach zu ihnen: So steht's geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage; 47 und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern. Fangt an in Jerusalem 48 und seid dafür Zeugen. Joh. 20,21 Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Apg. 1,8 aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Wenn wir uns den Missionsbefehl im Matthäusevangelium näher anschauen, stellen wir fest, dass ein Wort mehrfach wiederholt wird. Es geht um das Wort alle. Das signalisiert, dass es um Totalität geht. Alle Macht: Jesus hat nicht nur ein bisschen Macht. Er hat alle Macht. Und seine Macht ist die Quelle, aus der wir schöpfen können, um unseren Auftrag erfüllen zu können. Aus unserer Kraft heraus können wir dies nicht tun. Alle Nationen: Unser Auftrag betrifft nicht nur einen bestimmten Personenkreis, sondern die Menschen auf dem gesamten Erdkreis. Das Feld unserer Mission ist somit klar definiert. Dies zeigt: Jesus erbrachte das Opfer, seinen Tod am Kreuz, nicht für eine bestimmte Nation oder bestimmte Kultur. Er starb für jeden, der bereit war, ist und sein wird, ihn als Herrn seines Lebens anzunehmen. Er ist somit für alle Menschen da. Alles lehren: Nichts von dem, was uns gelehrt wurde, sollen wir zurückhalten. Der Inhalt unseres Auftrages ist somit ebenso deutlich formuliert. Alle Tage bis: Jesus ist immer da, das ist unsere Zuversicht. Er lässt uns nicht allein. Er ist unsere Stärke. Als Jesu Jünger sollen wir Jesus nachfolgen. Wichtig dazu ist, dass wir dazu immer wieder ins Wort Gottes schauen. Denn dort erfahren wir, was zu tun ist, wie es zu tun ist und welche Motivation wir haben sollen. Ein Beispiel dazu ist Mt. 28,20: Dort steht nicht: und lehret sie alles, was ich euch befohlen habe. sondern: und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Es geht nicht nur darum, dass wir unsere Mitmenschen lehren. Es geht vielmehr darum, dass wir darauf achten, dass sie das Gelehrte umsetzen. Ziel des Missions-befehls besteht auch nicht im Gehen, sondern darin dass wir Jünger machen (Vers 19: Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker). Es genügt somit nicht, dass ich irgendwo hingehe und die Menschen taufe und lehre. Das ist nur der erste Teil, damit ist der Auftrag noch lange nicht erfüllt. Menschen zu bekehren genügt somit nicht, um den Missionsauftrag zu erfüllen. Der Auftrag geht weiter. Jesus will, dass wir die Menschen zu Tätern und nicht nur zu Hörern des Wortes machen. Das können wir nur dadurch gewährleisten, wenn wir Gemeinschaft mit ihnen haben, eine Beziehung zu ihnen entwickeln und ihr Leben begleiten. Nur dadurch werden wir erkennen, ob das Wort in ihnen lebendig wird. Jetzt haben wir allerdings nur einen Teil des Gemeindewachstums angeschaut. Eine Gemeinde wächst allerdings in vier Richtungen. Dazu wollen wir Apg. 2,42-27 lesen: 42 Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. 43 Es kam aber über jede Seele Furcht, und es geschahen viele Wunder und Zei-chen durch die Apostel. - Anbetung: Wachstum in der Ehrfurcht vor Gott 44 Alle Gläubig gewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; 45 und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war. - Gemeinschaft: Sie wuchsen zusammen. 46 Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, - Lehre: Erkenntnis nahm zu. 47 lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten. - Missionsbefehl: Die Gemeinde wuchs an Zahl. Wir sehen: Es geht nicht nur um quantitatives Wachstum, sondern auch um qualitatives Wachstum. So können wir wachsen • im Glauben 2. Kor. 10,15: … wenn euer Glaube in euch wächst,… 2. Thess. 1,3: …Denn euer Glaube wächst sehr und eure gegenseitige Liebe nimmt zu bei euch allen. • im Wissen Kol. 1,10: …und wachst in der Erkenntnis Gottes Mk.4,8: Und einiges (von dem Samen) fiel auf gutes Land, ging auf und wuchs und brachte Frucht, und einiges trug dreißigfach und einiges sechzigfach und einiges hundertfach. • in der Liebe Jud. 2: Gott gebe euch viel Barmherzigkeit und Frieden und Liebe! 1. Thess. 3,12: Euch aber lasse der Herr wachsen und immer reicher werden in der Liebe untereinander und zu jedermann, wie auch wir sie zu euch haben, Nicht vergessen dürfen wir, dass es eine Vielzahl von Gaben gibt. Diese Gaben sind Gaben des Geistes. Sie sind uns dazu gegeben, um anderen damit zu dienen. Dies sollten wir auch nicht vergessen. Es gibt • Leiterschaftsgaben: Sie rüsten zum Dienst aus. • Redegaben: Sie erklären Gottes Wort. • Dienstleistungsgaben: Sie zeigen Gottes Werke. • Zeichengaben: Sie zeigen Gottes Autorität. Das quantitative Wachstum erfolgt durch Bekehrungen. Das qualitative Wachstum ist nur möglich, wenn wir in Christus bleiben. Eph. 4: 11 Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, 12 damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes. Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden, 13 bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, 14 damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen. 15 Lasst uns aber wahrhaftig sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken zu dem hin, der das Haupt ist, Christus, 16 von dem aus der ganze Leib zusammengefügt ist und ein Glied am andern hängt durch alle Gelenke, wodurch jedes Glied das andere unterstützt nach dem Maß seiner Kraft und macht, dass der Leib wächst und sich selbst aufbaut in der Liebe. Joh. 3,30: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen. Allerdings dürfen wir bei der Frage nach Gemeindewachstum nicht vergessen: Gemeindewachstum kommt von Gott. Es ist sein Wirken. 1.Kor. 3: 6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen; aber Gott hat das Gedeihen gegeben. 7 So ist nun weder der pflanzt noch der begießt etwas, sondern Gott, der das Gedeihen gibt. 2.Kor. 9: 10 Der aber Samen gibt dem Sämann und Brot zur Speise, der wird auch euch Samen geben und ihn mehren und wachsen lassen die Früchte eurer Gerechtigkeit. Ich hoffe, ich konnte euch etwas zum Nachdenken bringen. Ich denke, dass uns allen der Missionsauftrag bewusst ist. Allerdings ist es wichtig, dass wir uns bewusst werden, was unser Beitrag dazu ist. Dabei kann folgende Aussage Martin Luthers hilfreich sein: Wir sollten beten, als dass alles arbeiten nichts nützen würde und arbeiten, als dass beten nichts nütze. D.h. für uns, dass wir nicht müde werden sollten, für die Gemeinde zu beten und bereit sein sollten, uns für die Gemeinde zu investieren. Wisst ihr, unsere Gemeindeleitung hat all die Jahre einen tollen Dienst verrichtet. Ihr Einsatz war unermüdlich. Allerdings - ich denke, da sind wir uns einig, - soll und kann eine Leitung nicht alles leisten. Unsere Mitwirkung ist gefragt. Aufgrund dessen ist es wichtig, dass wir ein Leitbild entwickeln, in der die Vision, die Ziele, die Grundwerte und die Handlungsschritte der Gemeinde enthalten sind. Dadurch wird deutlich, welche Aufgaben auf uns zu kommen und wie wir diese gemeinsam umsetzen wollen. Also betet, dass Gott uns Weisheit, Einheit und Liebe schenkt. Er soll im Mittelpunkt unserer Gemeinde und im Mittelpunkt des kommenden Prozesses stehen. Gott segne euch!