Gemeinde Visionen im Visier 10.04.16

 

 

Ich habe euch letztes Mal zugesagt, dass ich mir Gedanken machen möchte über Visionen. In den vergangenen Wochen habe ich mir selbst dazu sehr viel Druck gemacht. Ich hatte Angst, dass mir nichts dazu einfällt. Ich neige einfach dazu, agieren und produzieren zu wollen. Dabei muss und darf ich mich immer wieder bremsen. Es geht nicht darum, dass ich agiere, dass ich Dinge produziere, es geht darum, Gott agieren zu lassen. Das muss und darf ich mir immer wieder bewusst machen. Das entlastet ungemein.

 

Was brauchen wir? Wir benötigen ein Gemeindeleitbild, Visionen, Ziele bzw. einen Gemeindeauftrag, und Werte.

 

Zum Gemeindeleitbild ist mir wichtig, dass zum Ausdruck kommt, dass wir eine Pfingstgemeinde sind. Könnt ihr da mitgehen? Natürlich müssen wir in einem weiteren Schritt klären, was wir unter pfingstlich verstehen. Die Frage ist zudem, welche Eigenschaften euch des Weiteren auf dem Herzen liegen. Diese sollten im Gemeindeleitbild beinhaltet sein.

 

Zeitgemäß könnte eine Möglichkeit sein. Zeitgemäß bedeutet für mich nicht, dass wir mit dem Strom der Zeit schwimmen. Damit meine ich zum Beispiel die Art der Sprache, den Musikstil, die Technik, die Raumgestaltung und die Kleidung.

 

Verbindlich ist eine Möglichkeit, die wir aufnehmen können. Was verstehen wir darunter? Verbindlich bedeutet, in der Gemeinde nicht nur ein Besucherdasein zu führen, sondern sich aktiv als Glied der Gemeinde mit seinen Gaben, Fähigkeiten usw. einzubringen. Verbindlich beinhaltet, zu einer lebendigen Gemeinschaft zusammenwachsen zu können. Ein äußeres Zeichen der Verbindlichkeit kann die Mitgliedschaft sein.

 

Wachsend ist ein wichtiges Element. Es gibt vier Formen der Existenz: das Wachstum, die Aufrechterhaltung des Status quo, das Schrumpfen und das Sterben. Als Gemeinde können wir uns nur für eine von vier Formen der Existenz entscheiden: Wir können wachsend sein, den Status quo aufrechterhalten, schrumpfend sein oder sterbend. In diesem Bereich werden wir allerdings von Gottes Gnade abhängig sein. Gott allein ist es, der Wachstum in der Gemeinde bewirken kann (1. Kor. 3,6).

 

Habt ihr weitere Dinge, die euch dazu wichtig sind?

 

Lasst uns nun mögliche Visionen anschauen. Bei der Vorbereitung ist mir eingefallen, dass ich bereits in einer früheren Predigt meine Visionen vorgestellt habe. Diese möchte ich nochmals aufzeigen.

 

Ich habe die Vision, dass das, was die Gemeinde Gottes ausmacht, bei uns in unserer Gemeinde zum Tragen kommt. Was macht die Gemeinde Gottes aus? Auf der Homepage der Gemeinde Gottes KdöR können wir Folgendes lesen:

 

„Zurzeit ist die Gemeinde Gottes in 178 Ländern verbreitet und zählt mit ca. 10 Millionen Gläubigen zu den größten Pfingstkirchen. Charakteristisch für die Gemeinde Gottes ist bis heute, dass sie dem Heiligen Geist große Freiheit in den Versammlungen einräumt und einen biblischen Lebenswandel betont.“

 

Vision: Wir räumen dem Heiligen Geist in unserer Gemeinde große Freiheit ein. Der biblische Lebenswandel wird betont. Dies zeigt sich vor allem an der Liebe, die wir füreinander haben.

 

Weiter können wir in der Homepage der Gemeinde Gottes KdöR lesen:

 

„Wir wollen Menschen aus Gleichgültigkeit, religiöser Erstarrung, Vereinsamung, aus Not und Sünde herausrufen. Sie sollen den Weg zu einem glücklichen und erfüllten Leben in Jesus Christus finden.“

 

Vision:
Wir begleiten Menschen, zeigen ihnen den Weg und die Liebe Jesu und helfen ihnen, im Glauben zu wachsen.

 

Ein weiterer Punkt ist mir sehr wichtig, der auch auf der Homepage der KdöR zu finden ist:

 

Unsere Glaubenslehre ist allein an der Bibel orientiert.

 

Vision:

 

Wir orientieren uns am Wort Gottes.

 

Anbetung Gottes ist uns wichtig. Lobpreis ist für mich persönlich eine wichtige Möglichkeit, Gott zu begegnen und meine Liebe ihm gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Lobpreis ist keine Einbahnstraße. Daraus ergibt sich folgende

 

Vision: Gott fühlt sich in unserer Mitte wohl. (Anmerkung: evtl. Punkt, der bereits im Gemeindeleitbild auftauchen sollte.)

 

Zusammenfassend kann unsere Vision folgendermaßen lauten:

 

Gott steht im Mittelpunkt unserer Gemeinde und er fühlt sich in unserer Mitte wohl. Wir räumen dem Heiligen Geist in unserer Gemeinde eine große Freiheit ein. Unsere Glaubenslehre orientiert sich am Wort Gottes. Wir streben einen biblischen Lebenswandel an, sind in Liebe miteinander verbunden und wollen Menschen begleiten, ihnen den Weg und die Liebe Jesu zeigen und ihnen helfen, im Glauben zu wachsen.

 

Aus diesen Visionen lassen sich Ziele ableiten. Hierzu möchte ich an eine weitere Predigt erinnern, in der es um es um den Zweck der Gemeinde ging. Aus dem Zweck

 

wie aus der Vision lassen sich der Gemeindeauftrag bzw. die Gemeindeziele ableiten. Die fünf Bereiche dieser Predigt waren Anbetung, Mission, Gemeinschaft, Dienst und Reife. Interessant ist, dass in allen Bereichen die Anbetung Gottes im Vordergrund steht.

 

1.    Anbetung

 

Der oberste Zweck oder das oberste Ziel der Gemeinde ist, Gott die Ehre zu geben und ihn anzubeten in allem, was wir tun.

 

Woran wird erkennbar, dass wir Gott die Ehre geben? Dies wird an unserem Lebensstil bzw. dem Gemeindestil erkennbar. Die Menschen merken sehr schnell, wo unsere Prioritäten sind. Sie merken, ob wir authentisch sind. Sie merken, ob das, was wir sagen mit dem übereinstimmt, was wir tun. Und: wir werden nicht an unserem Reden, sondern an unserem Tun gemessen. Das muss uns bewusst sein.

 

Habt ihr bemerkt, dass sich ein Teil der Vision darin wiederfindet? Ich beziehe mich auf den biblischen Lebenswandel. Zudem fühlt sich Gott aufgrund unserer Anbetung wohl in unserer Mitte.

 

2.    Mission

 

Zweck und Ziel der Evangelisation  ist, dass Gott von allen Menschen gepriesen und angebetet wird. Es geht um Gott! Gott will seine Ehre groß machen bis an die Enden der Erde. Und während wir evangelisieren und Gott die Ehre geben, werden Menschen von ihm errettet.

 

Betrachten wir die Vision. Welcher Bestandteil bezieht sich auf die Mission? Wir wollen Menschen den Weg und die Liebe Jesu zeigen.

 

3.    Gemeinschaft

 

Das Ziel von Gemeinschaft ist die Ehre Gottes. Es geht nicht um uns, es geht um ihn!  Und von diesem Prinzip lässt sich jetzt jede Menge ableiten: Gott wird durch eine Gemeinschaft geehrt, die sich gegenseitig unterstützt, die sich tröstet, sich ermutigt, anderen hilft, die füreinander betet, die offen ist für Neue, in der Unterordnung gelebt wird, in der Arme und Reiche miteinander teilen, in der Alt und Jung miteinander leben... usw.

 

Ein Blick auf die Vision zeigt, dass der Punkt „in Liebe miteinander verbunden sein“ den Bereich Gemeinschaft abdeckt.

 

4.    Dienst

 

Ein weiterer Zweck bzw. ein weiteres Ziel ist der Dienst. Warum dienen wir anderen? Wir dienen, damit Gott geehrt wird! Und: Wir ehren Gott, indem wir unsere Gaben einsetzen. Daher ist es wichtig, dass wir wissen, welche Gaben wir haben.

 

Schauen wir die Vision an. Was bewirkt der Dienst in Bezug auf unsere Vision? Dadurch helfen wir anderen, im Glauben zu wachsen. Wir werden für andere zum Vorbild. Sie erfahren die Liebe Gottes durch uns.

 

5.    Reife

 

Bei der Reife geht es um folgendes: Wir sollen im Glauben wachsen, Jesus nachfolgen und ihm ähnlicher werden Ein von Gott veränderter Mensch, preist ihn für das, was er getan hat. Dadurch wird Gott geehrt. 

 

Wachstum ist ebenfalls in der o.g. Vision enthalten.

 

Erst wenn wir uns über das Gemeindeleitbild, über die Visionen und uns über die Ziele einig sind, können wir uns Strategien überlegen, wie wir die Ziele umsetzen können. An dieser Stelle kann ich allerdings nur betonen, dass es uns nur in Teamarbeit gelingen wird. Wo finden wir Teamarbeit in unserer Gemeinde? Wir haben ein Lobpreisteam. Ihr Agieren als Team durch bspw. die gemeinsame Vorbereitung wirkt sich positiv auf die gemeinsame Lobpreiszeit im Gottesdienst aus.

 

Wir brauchen uns derzeit nicht wundern, dass unsere Gemeinde nicht wächst. Eine Person kann nun einmal nur bis zu zwölf Personen betreuen. Mehr geht nicht. Das ist ein Defizit in unserer Gemeinde.

 

Nichts desto trotz blicke ich optimistisch in die Zukunft. Wäre ich das nicht, würde ich mich nicht für die Gemeindeentwicklung investieren. Allerdings gilt auch hier: Ich alleine kann nichts auf die Beine stellen. Nur als Team kann es uns gelingen, ein passendes Leitbild, entsprechende Visionen und Ziele zu entwickeln. Denn nur wenn wir hinter diesen Dingen stehen, nur wenn wir uns einig sind, können wir als Team diese Dinge angehen. Deshalb geht es mir auch nicht darum, dass ihr diese Dinge, die ich heute angesprochen habe, einfach nur abnickt. Sondern es geht darum, dass wir uns gemeinsam damit auseinandersetzen und gemeinsame Entscheidungen treffen.

 

Wenn einer allein träumt, bleibt es ein Traum. Träumen wir aber alle gemeinsam, wird es Wirklichkeit.

 

Dom Hélder Câmara (1909-99), brasilian. kath. Theologe, 1964-85 Erzbischof v. Olinda u. Recife

 

If you can dream it, you can do it. (Wenn du es dir vorstellen kannst, kannst du es auch machen.)

 

Walt Disney (1901-66), amerik. Zeichner u. Unternehmer

 

Alles, von dem sich der Mensch eine Vorstellung machen kann, ist machbar.

 

Wernher von Braun (1912-77), amerik. Physiker u. Raketeningenieur dt. Herk.