Identität in Jesus/14.09.2018

Könnt ihr euch noch an eure Jugend erinnern? Wie habt ihr sie erlebt? Manche von euch werden diese Zeit unkompliziert durchlaufen haben und manche werden Schwierigkeiten gehabt haben. Einige Schwierigkeiten haben vielleicht mit der Identitätsfindung zu tun gehabt, die in der Phase der Pubertät erfolgt. Uns ist wichtig, zu wissen, wer wir sind.

Menschen, die nicht wissen, wer ihre Eltern sind, tun sich schwer, ihre Identität zu finden. Das Wissen um unsere Herkunft ist das Fundament für die Identitätsentwicklung.

Kinder, die adoptiert wurden oder einen Stiefelternteil haben und das nicht wissen, verlieren oft im wahrsten Sinne des Wortes den Boden unter den Füßen, wenn sie dies erst während der Pubertät erfahren. Der Grund liegt auf der Hand. Sie meinten, dass sie von den Menschen abstammen, bei denen sie leben. Sie haben sich für die Identitätsfindung an ihnen orientiert und fühlen sich nun belogen und betrogen. Ihr Fundament liegt in Scherben.

Wie lautet deine Antwort auf die Frage „Wer bist du“? Als Christen haben wir eine Identität in Jesus Christus. Diese Identität möchte Gott jedem Menschen schenken. Er hat uns erschaffen. Wir sind von ihm geplant, gewollt und geliebt – unabhängig davon, ob wir das glauben. Das Problem ist:  Die Menschen, die das nicht glauben wollen oder nicht glauben können, haben eine Sehnsucht nach Gott in ihrem Herzen, ohne dass ihnen das bewusst sein mag. Diese Sehnsucht, wenn sie nicht durch Gott gestillt wird, lässt eine Leere im Herzen entstehen. Diese Leere ist spürbar. Daher versuchen die Menschen diese Leere mit irgendwelchen Dingen zu füllen. Allerdings ohne bleibenden Erfolg.

Als Christen haben wir eine Identität in Jesus Christus. Doch was bedeutet das? Einige Punkte möchte ich dazu aufzeigen.

 

1. Wir sind gerecht.

Kannst du von dir sagen, dass du ein gerechter Mensch bist? Wie definierst du Gerechtigkeit? Ist derjenige gerecht, der nichts Unrechtes tut? Ja! Gelingt es dir, ein Leben in Gerechtigkeit zu führen? Nein! Bedeutet das, dass du somit nicht gerecht bist? Nein! Wir sind gerecht durch Jesus Christus! Er starb für die Ungerechtigkeit und Sünde jedes Menschen. Das bedeutet: Deine Ungerechtigkeit/ Sünde wird Jesus Christus angerechnet und dir wird seine Gerechtigkeit angerechnet. Niemand kann sich diese Gerechtigkeit verdienen. Sie ist ein Geschenk Gottes an uns. Es liegt an jedem einzelnen, ob er dieses Geschenk annehmen möchte. Fakt ist und bleibt: Jesus ist unsere Gerechtigkeit.

Woher kommt diese Gerechtigkeit?

Röm. 1,17a Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben;

Was ist die Konsequenz des Glaubens?

Röm. 1,17b wie geschrieben steht (Habakuk 2,4): „Der Gerechte wird aus Glauben leben.“

Röm. 2,13 Denn vor Gott sind nicht gerecht, die das Gesetz hören, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein.

Röm. 5,1 Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus.

 

2. Wir sind heilig.

Was bedeutet es, heilig zu sein? Früher wurden Gefäße geheiligt, um sie für den Dienst im Tempel benutzen zu können. Sie wurden gereinigt, geweiht und abgesondert für den Dienst für Gott. Nichts Unreines kam somit mit diesem Gefäß mehr in Berührung.

Gott war es bereits im AT wichtig, dass wir heilig sind vor ihm. Er ist ein heiliger Gott. Unheilige Dinge und Menschen können vor ihm nicht bestehen.

Daher: Wir sollen uns heiligen, indem wir uns reinigen, für den Dienst weihen lassen und uns absondern:

3. Mos. 11,44 Denn ich bin der HERR, euer Gott. Darum sollt ihr euch heiligen, sodass ihr heilig werdet, denn ich bin heilig; und ihr sollt euch nicht selbst unrein machen an irgendeinem Getier, das auf der Erde kriecht.

Gott fordert uns auf, dass wir heilig und untadelig sein sollen vor ihm in der Liebe. Das will Gott von uns:

Eph. 1,4 Denn in ihm hat er uns erwählt, ehe der Welt Grund gelegt war, dass wir heilig und untadelig vor ihm sein sollten in der Liebe;

Die Liebe hilft uns dabei. Ein Beispiel: Wir alle sollen heilig und untadelig sein . Gott sieht uns durch die Brille seiner endlosen, genzenlosen, überströmenden Liebe an. Doch was sehen wir? Sehen wir

  • Geschwister, die uns nerven?
  • Geschwister, die nicht das tun, was wir wollen?
  • Geschwister, die sich nicht so benehmen, wie wir es wollen?

Oder fließt unser Herz voller Liebe über, wenn wir den anderen sehen?

Liebe beinhaltet allerdings auch, dem anderen ein ehrliches Feedback zu geben. Feedback ist die Chance der Veränderung. Paulus hat dies in seinen Briefen ständig gegeben. Er spricht dabei von Ermahnung. Wichtig ist dabei, dies in Liebe zu geben. Jeder von uns hat das ab und an nötig – auch ich. Wie wir nicht offen dafür sind, wenn wir uns nicht gegenseitig ermahnen und Ermahnung anderer annehmen, agieren wir lieblos und selbstgerecht.

Ein weiterer Aspekt ist der Dienst für Gott.

Röm. 12,1 Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst.

 

3. Wir sind Gottes Eigentum.

Was tut ein Eigentümer? Er bestimmt, was mit seinem Eigentum geschieht. Er trägt die Verantwortung für sein Eigentum. D.h.: Wenn wir Gottes Eigentum sind, trägt er die Verantwortung für uns. Als sein Eigentum tun wir, was er will. Bereits im AT verheißt Gott, dass er uns zu seinem Eigentum macht.

Mal. 3,17 Sie sollen, spricht der HERR Zebaoth, an dem Tage, den ich machen will, mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.

Im NT finden wir ebenfalls Bibelstellen.

Eph. 1,14 welcher ist das Unterpfand unsres Erbes, zu unsrer Erlösung, dass wir sein Eigentum würden zum Lob seiner Herrlichkeit.

Tit. 2,14 der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.

 

1. Petr. 2,9 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum, dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht;

 

4. Wir sind Botschafter.

Was tun Botschafter? Ihr Arbeitsplatz befindet sich im Ausland. Sie vertreten den Herrscher/ Machthaber des Landes, aus dem sie kommen, gegenüber anderen Ländern. Sie überbringen die Botschaft dessen, den sie repräsentieren. Sie besitzen dafür Privilegien. Und stellt euch vor: Wir sind Botschafter.

2. Kor. 5,20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

 

5. Wir sind seine Kinder.

Gott hat uns adoptiert und uns somit als seine Kinder mit allen Rechten eines leiblichen Kindes angenommen.

Joh. 1

12 Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben,

13 die nicht aus menschlichem Geblüt noch aus dem Willen des Fleisches noch aus dem Willen eines Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

Was tut ein Vater mit seinen Kindern? Er liebt sie. Er geht liebevoll und konsequent mit ihnen um. Er erzieht sie. Er will ihr Bestes. Er tut alles für sie – sogar sein Leben für sie geben. Er sorgt und versorgt sie. Er kümmert sich um sie. Er tröstet sie. Er übernimmt Verantwortung für ihr Wohl.

In Christus sind wir und werden wir immer geliebte Kinder unseres himmlischen Vaters sein.

 

6. Wir sind Beschenkte.

Vielleicht kennt ihr die Geschichte des Reisenden, der in eine Grube fällt und vergebens versucht, wieder herauszukommen. Es kommen Leute an der Grube vorbei und sehen, wie er sich abmüht. Und sie sprechen mit ihm.

Die sensible Person ruft ihm zu: „Hallo Sie da unten. Ich fühle wirklich mit ihnen.“

Die rationale Person kommentiert: „Ja, das ist doch logisch, dass hier jemand in die Grube fallen musste.“

Der Innenarchitekt fragt: „Darf ich Ihnen Vorschläge machen, wie sie Ihre Grube dekorieren können?“

Die vorverurteilende Person meint: „Hier sieht man es mal wieder: Nur schlechte Leute fallen in Gruben.“

Der Neugierige fragt: „Mensch, wie haben Sie das denn angestellt?“

Der Legalist sagt: „Wissen Sie was, ich glaube, Sie haben es verdient, in der Grube zu landen.”

Der Steuerbeamte fragt: „Sagen Sie mal, zahlen Sie eigentlich Steuern für die Grube?”

Die sich selbst bemitleidende Person jammert: „Ja, Sie sollten mal meine Grube gesehen haben.”

Der Zen-Buddhist empfiehlt: „Ganz ruhig, entspann Dich und denk einfach nicht mehr an die Grube.“

Der Optimist sagt: „Na komm schon, Kopf hoch! Das hätte noch viel schlimmer kommen können.”

Der Pessimist sagt: „Wie furchtbar, aber seien Sie vorbereitet! Es wird noch schlimmer kommen.”

Als Jesus den Mann in der Grube sieht, springt er hinein und hilft ihm hinaus.

Jetzt könnt ihr euch fragen: Was hat die Geschichte mit der Überschrift zu tun? Jesus hilft. Er ist sich nicht zu schade dafür, zu uns in die dunkle Grube unseres Lebens zu springen und uns heraus zu helfen. Das ist Gnade. Und Gnade können wir uns nicht verdienen. Gnade ist ein Geschenk.

Karl Barth schrieb dazu:

„Durch eigenes Tun kann niemand gerettet werden, aber durch Gottes Tun kann jeder gerettet werden.“

Ihr habt sicher heute nichts Neues gehört. Doch es ist wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, wer wir in Christus sind. Wir sind eine neue Kreatur (2. Kor. 5,17) und verwandelt, damit wir Anteil bekommen an der göttlichen Natur (2. Petr. 1,4). Das geschieht nicht von heute auf morgen. Das ist ein Prozess, der durch die Gemeinschaft mit Gott, durch Jesus und den Heiligen Geist bewirkt wird.

Wir waren sündige Menschen, die unter ihrer Sündhaftigkeit gelitten haben. Doch jetzt – durch die Gnade Gottes – sind wir gerecht, heilig, Gottes Eigentum, seine Botschafter, seine Kinder, seine Erben und seine Beschenkten. Wir sind versöhnt mit Gott. Unsere Identität beruht auf dem, wer wir in Christus sind. Wichtig ist, dass wir in Christus bleiben. Danach wollen wir streben.

 

Gott segne euch.