In Christus sind verborgen.../12.03.2014

Stellt euch folgendes Szenario vor:

Ihr findet eine Flaschenpost. Die Flasche scheint unheimlich alt zu sein. In der Flasche befindet sich eine Schatzkarte. Was tut ihr?

Ihr seid umweltbewusst! Ihr öffnet die Flasche, schmeißt die Karte ins Altpapier und die Flasche in den grünen Glascontainer.

Nein? Ihr seid also neugierig! Ihr versucht herauszufinden, was es mit der Schatzkarte auf sich hat. Ihr eruiert, welches Land, welche Insel, welcher Ort gemeint sein könnte. Ihr erkundigt euch, ob es in der Literatur Hinweise gibt, dass dort ein Schatz vergraben, versteckt sein könnte. Sagen wir mal, ihr findet den Ort, wo der Schatz liegen müsste, heraus. Was tut ihr dann?

Ihr erzählt eurem Nachbarn von dem Fund der Flaschenpost, schenkt ihm die Karte und gebt ihm alle Informationen, die er braucht, um den Schatz zu finden!

Nein? Ok, ihr macht euch selbst auf den Weg. Ihr scheut keine Kosten, um euch reisefertig machen zu können. Warum? Ihr seid euch sicher, dass ihr fündig und danach reich sein werdet. Ihr seid euch sicher, die Reise lohnt sich.

Im Wort Gottes gibt es einige Bibelstellen, in denen es um einen Schatz geht. Eine davon will ich mit euch genauer betrachten.

Kol 2:

2 … Christus,

3 in dem alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis verborgen sind.

In Christus sind verborgen alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis.

Was heißt das? Betrachten wir dazu die einzelnen Satzbausteine:

In Christus

Jesus spielt eine zentrale Rolle. Er ist derjenige, in dem die Schätze verborgen sind. Die Schätze sind in ihm. Sie sind in seinem Innersten. Wollen wir die Schätze entdecken, geht es nur durch ihn. Ohne ihn ist es unmöglich, an diese Schätze zu heranzukommen.

Verborgen sein

Verborgen sein bedeutet so viel wie versteckt oder verdeckt sein. Wenn etwas verborgen ist, ist es nicht sichtbar. Das Verbogene ist nicht zu entdecken, weil es meist gut versteckt ist. Verborgenes lässt sich deshalb nicht so leicht finden. Erst wenn es aufgedeckt wird, ist es sichtbar für das Auge, greifbar für die Hände, erkennbar für den Verstand.

Der, der etwas verbergen will, hat oft gute Gründe dafür. Aber Jesus hat kein Interesse daran, seine Schätze vor uns zu verbergen. Er will wie sein Vater Gemeinschaft mit uns haben. Durch den Sündenfall der ersten Menschen haben wir dieses Recht auf Gemeinschaft verwirkt. Unsere Sünde trennt uns von Gott. Die Strafe der Sünde ist der Tod – die Trennung von Gott bis in alle Ewigkeit. Jesus hat für uns diese Strafe durch seinen Tod am Kreuz bezahlt. Er ist stellvertretend für uns gestorben, damit wir wieder Zugang zu Gott haben können. Somit haben wir auch Zugang zu den Schätzen, die in Jesus verborgen sind.

alle Schätze

Es gibt nicht nur einen Schatz. Es ist von allen Schätzen die Rede. Wollen wir diese Schätze finden, müssen wir uns auf die Suche machen. Der Ort der Suche ist uns inzwischen bekannt. Wir müssen nicht an den verschiedensten Orten suchen, sondern nur bei Jesus. In ihm sind alle Schätze verborgen.

Wenn jemand etwas als ganz besonders wertvoll betrachtet, bezeichnet er es als Schatz. Ein Schatz ist also etwas Wertvolles. Ein Schatz kann aus Sach- und Vermögenswerten bestehen, aber es kann sich dabei auch um ideelle Werte oder  auch um eine Person handeln. Wenn dein Mann/ deine Frau dich also mit „Schatz“ ruft, bedeutet das, du bist wertvoll für deinen Mann/ deine Frau. Ist dir das bewusst? Es signalisiert deinen besonderen Wert, den du für deinen Mann/ deine Frau hast.

Eine Schatzsuche ist eine Herzensangelegenheit. Jemand, der einen Schatz sucht, ist bereit, sehr viel zu investieren. Er scheut keine Mühen, um den Schatz finden zu können. Er nimmt sich Zeit, er hängt sein Herz an diese Sache, er ist voller Hingabe. Sein ganzes Denken wird von dem Begehren gelenkt, den Schatz besitzen zu können. Er lässt sich von anderen Dingen nicht ablenken. Sein ganzes Streben gilt allein dem Schatz.

Ein Gleichnis macht dies deutlich:

Mt 13,44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker.

Schätze der Weisheit und Erkenntnis

2. Chr. 1:

7 In jener Nacht erschien Gott dem Salomo und sprach zu ihm: Bitte, was ich dir geben soll!

8 Und Salomo sagte zu Gott: Du selbst hast ja an meinem Vater David große Gnade erwiesen; und du hast mich zum König gemacht an seiner Stelle.

9 Und nun, Herr, Gott, möge sich dein Wort an meinen Vater David als zuverlässig erweisen! Denn du hast mich zum König gemacht über ein Volk, das zahlreich ist wie der Staub der Erde.

10 Gib mir nun Weisheit und Erkenntnis, damit ich vor diesem Volk aus- und eingehen kann! Denn wer kann dieses, dein großes Volk richten?

Salomo wusste um seine Verantwortung, die er als König über das Volk Israel hatte. Er wusste auch um seine menschlichen Grenzen. Ihm war klar, dass er als Mensch nicht in der Lage sein würde, über das Volk gerecht herrschen zu können. Er hat erlebt, wie es seinem Vater mit dieser Aufgabe erging. Er wusste um die Intrigen gegen David und die Kämpfe, die David zu bestehen hatte.

Als Gott Salomo erschienen ist, hat Gott ihm nicht vorgegeben, was er sich wünschen soll. Gott forderte ihn ganz schlicht auf: Bitte, was ich dir geben soll! Salomo hatte einen Wunsch frei. Er hatte die Erlaubnis, wählen zu dürfen. Er hätte sich Reichtum wünschen können, hat es aber nicht getan. Ihm ging es nicht in erster Linie um egoistische Wünsche, sondern um die Gaben, um seine Aufgabe, die Gott ihm gab, bewältigen zu können.

Gott hat Salomo reich beschenkt – mit Weisheit und Erkenntnis. Er wurde in der ganzen damals bekannten Welt für seine Weisheit berühmt. Außerdem wurde er sehr reich.

Was ist Weisheit?

Gott allein ist weise.

Dan. 2,20:

„Gelobet sei der Name Gottes von Ewigkeit zu Ewigkeit, denn ihm gehören Weisheit und Stärke!“

Röm. 16,27 (Vgl. Hiob 12,13).:

„Dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.“

Gottes Weisheit offenbart sich in seinen Werken.

Ps 104,24:

„Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“ (Vgl. Spr 3,19; Jer 10,12).

Der Mensch kann von sich aus nicht weise sein. Weisheit ist ein Geschenk Gottes an uns Menschen. Wir sind abhängig von Gott.

-    1. Kön. 3,12.28: Gott schenkt Weisheit, um Verantwortung in einer Leitungsfunktion übernehmen zu können.

-    2. Mos. 28,3; 1. Kön. 7,14: Gott schenkt Weisheit, um einen Beruf ausüben zu können (handwerkliche Fähigkeiten).

-    Spr. 1,1-7: Gott schenkt Weisheit, um den Alltag bestreiten zu können.

Menschliche Weisheit kommt von Gott, aus der Beziehung zu Gott und durch das Hören und Anwenden seines Wortes.

Was ist Erkenntnis

Erkenntnis hat ganz allgemein mit Wissen und Einsicht zu tun. Wir wenden dieses Wort an, wenn wir etwas begriffen haben, was uns schwer verständlich war. Erkenntnis ist Voraussetzung, um geistliche Dinge erfassen zu können. Einige Beispiele:

-    Gott:

Ps. 46,11: ..erkennt, dass ich Gott bin;..

-    seinen Willen:

Apg. 22,14 .. Gott .. hat dich dazu bestimmt, seinen Willen zu erkennen..

-    seine Gerechtigkeit:

2. Ptr. 2,21 den Weg der Gerechtigkeit zu erkennen.

-    seine Liebe:

Eph. 3,19: Erkenne die Liebe Christi.

Die Erkenntnis, dass Gott der Herr über alles ist, wird durch Offenbarung geschenkt.

Mt. 11,27:

„Alles ist mir übergeben worden von meinem Vater; und niemand erkennt den Sohn als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater als nur der Sohn, und der, dem der Sohn ihn offenbaren will.“

Was bedeutet dieser Bibelvers für uns und unser Leben?

Jesus hat uns erlöst, er hat uns befreit von der Knechtschaft der Sünde, er hat uns Gott und seine Liebe offenbart. Aber wie sieht unser Alltag aus? Spielt Jesus die zentrale Rolle in unserem Leben? Wer oder was bestimmt unser Leben? Ist unser Leben noch durchdrungen von dem Bewusstsein, dass Jesus die Führung einnehmen will? Jesus hat seinen Part bereits getan, um mit uns in Gemeinschaft leben zu können. Übernehmen wir unseren Part?

Gehen wir noch auf die biblische Entdeckungsreise, um die darin verborgenen Schätze zu bergen? Ist die Bibel noch spannend und attraktiv für uns?

Was ist in unserem Herzen? Welche Schätze sammeln wir?

Mt 6:

19 Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die Diebe einbrechen und stehlen.

20 Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen und stehlen.

21 Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz.

Ist das Wort Gottes, die Schatzsuche im Wort Gottes, noch eine Herzensangelegenheit? Lesen wir nur noch, weil wir wissen, Gott will das?

Warum ist die Wahl der Schätze wichtig?

Lk 6:

45 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen (Schatz). Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über.

Wir sehen, aus unserem Innern kann nur das herauskommen, was wir zuvor hineingelassen haben. Es ist unsere Entscheidung. Wenn wir derzeit unzufrieden, schlecht gelaunt oder missmutig sind, sollten wir Gott unsere Unzufriedenheit, unsere schlechte Laune und unseren Missmut übergeben und uns überlegen, unser Herz mit geistlichen Dingen zu füllen.

Was würden wir uns wünschen, wenn Gott uns wie Salomo nach einer Bitte fragen würde? Salomo war weise. Er hat Weisheit und Erkenntnis gewählt. Was würden wir tun?

Wisst ihr, wir müssen gar nicht warten, ob uns Gott im Traum begegnet und uns nach unserem Wunsch fragt. Gott wartet bereits Tag und Nacht darauf, dass wir ihm begegnen wollen. Was sagt Jesus in Mt. 7,7 :

Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch geöffnet werden!

Gott fordert uns auf zu bitten, zu suchen und anzuklopfen. Er sagt uns zu, dass er uns gibt, was wir bitten, wir finden, was wir suchen, und uns geöffnet wird, wenn wir anklopfen.

Sind wir noch bittend? Begegnen wir Gott im Gebet, in der Stille? Offenbaren wir ihm unser Herz und unsere Sehnsüchte?

Sind wir noch suchend? Sind wir hartnäckig in unseren Gebeten? Wollen wir geistliche Dinge erfassen? Suchen wir bei Gott die Antworten, die wir so dringend brauchen? Lassen wir Gott an unserem Leben teilhaben? Beziehen wir ihn in unser Leben ein?

Klopfen wir am Herzen Gottes noch an? Oder sind wir selbstzufrieden mit dem, was wir haben? Gott hat mehr! Unser Wissen ist nur Stückwerk. Gott wird sich uns immer mehr offenbaren, sind wir bittend, suchend und anklopfend.

Wir wissen, dass Gott der Geber ist von Erkenntnis und Weisheit.

Spr. 2,6:

Denn der Herr gibt Weisheit. Aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Verständnis.

Was tun, wenn wir Mangel an Weisheit haben?

Die Antwort finden wir in Jak: 1,5:

Wenn aber jemand von euch Weisheit mangelt, so bitte er Gott, der allen willig gibt und keine Vorwürfe macht, und sie wird ihm gegeben werden.

Hier wird wiederum deutlich, wie wichtig die Bitte ist. Unsere Bitte ist die Voraussetzung, um empfangen zu können. Warum ist das so? Gott möchte in einer Beziehung mit uns leben. Er hat eine klare Vorstellung, wie diese Beziehung aussehen soll. Er möchte unser Vater sein, wir sollen seine Kinder sein.

Ich möchte uns ermutigen, Schätze der Weisheit und Erkenntnis zu sammeln. Wir wissen, wo wir bitten, suchen und anklopfen dürfen.

Gott wartet auf dich, er hat seine Arme weit ausgebreitet, um dich liebevoll in seine Arme schließen zu können. Seine Liebe für dich ist so groß.

Er kommt mit allen Bereichen deines Lebens zurecht. Er kommt auch mit deinen dunklen Seiten klar, die du verstecken willst, selbst nicht sehen willst. Jesus starb dafür. Also komm, lass dich neu von seinem Geist erfüllen. Lass dich neu mit seiner Kraft erquicken. Lass dich neu mit Liebe, Freude und Liebe füllen.