Lobpreis/02.05.2015

Heute möchte ich über Lobpreis sprechen. Lobpreis ist Teil unseres Gottesdienstes. Es ist der musikalische Teil. Wir singen Lieder, die von Musikinstrumenten begleitet werden. Es sind allerdings nicht irgendwelche Lieder. Wir singen Lobpreislieder. Im Lobpreis loben und preisen wir Gott. Unser Blick ist somit auf ihn gerichtet. Wir werden uns dabei seiner Größe, seiner Gnade usw. bewusst. Lobpreis wird nicht vorgetragen. Wir loben und preisen ihn gemeinsam. Als Leib Christi machen wir uns im Lobpreis eins.

Interessant ist, dass in den meisten Religionen Musik keine Rolle spielt. Im Vordergrund stehen in anderen Religionen die Meditation und Opfergaben. Werfen wir einen Blick in das Wort Gottes, stellen wir fest, dass zu Beginn der Altar und Opfer und später die Stiftshütte und Opfergaben wichtige Bestandteile des Glaubens waren. Wer von euch weiß, ab wann der Lobpreis bei der Anbetung Gottes wichtig geworden ist? Es gibt eine Person, die die Musik in die Gottesdienstordnung eingeführt hat. Es ist David.

David ist Musiker. In 1. Sam. 16,18  sagt einer der jungen Männer zu Saul:

Ich habe gesehen einen Sohn Isais, des Bethlehemiters, der ist des Saitenspiels kundig, ein tapferer Mann und tüchtig zum Kampf, verständig in seinen Reden und schön gestaltet, und der HERR ist mit ihm.

Warum will Saul einen Saitenspieler um sich haben? Saul wird immer wieder von einem bösen Geist geplagt, er hat ein Bewusstsein dafür, dass sich durch das Spiel auf der Harfe die geistliche Atmosphäre verändert. Dies erfahren wir in 1. Sam. 16, 23:

Sooft nun der böse Geist von Gott über Saul kam, nahm David die Harfe und spielte darauf mit seiner Hand. So wurde es Saul leichter und es ward besser mit ihm und der böse Geist wich von ihm. Musik hat somit Einfluss auf die geistliche Welt und auf unser Befinden.

Als David König wird, ist es ihm ein Anliegen, die Bundeslade nach Jerusalem zurückzuholen. In 1. Sam. 4 erfahren wir, dass die Philister die Israeliten im Kampf besiegen und die Bundeslade stehlen, die die Israeliten mit auf das Schlachtfeld genommen haben. Die Israeliten dachten, dass sie siegreich sein würden, wenn die Bundeslade unter ihnen ist. Die Philister behielten die Bundeslade allerdings nur sieben Monate in ihrem Land, denn Gott schlug sie mit Beulen. Sie beschlossen daher, die Bundeslade nach Israel zurückzubringen. Sie war daraufhin zwanzig Jahre lang in Kirjat-Jearim, im Hause Abinadabs. David will sie dort nicht belassen, daher beschließt er, sie zu holen. Warum war die Bundeslade wichtig? Sie war der Ort der Gegenwart Gottes. Wo wurde sie untergebracht? Sie war in der Stiftshütte. Wo tut sie nun David hin? Davon berichtet 2. Sam.6:

17 Als sie die Lade des HERRN hineinbrachten, stellten sie sie an ihren Platz mitten in dem Zelt, das David für sie aufgeschlagen hatte. Und David opferte Brandopfer und Dankopfer vor dem HERRN.

David bringt die Bundeslade somit nicht mehr in der Stiftshütte unter, sondern in einem Zelt. In der Stiftshütte wurde Gott geehrt, indem Opfer dargebracht wurden. David erweist Gott Ehre auf eine andere, auf eine neue Art. David setzt die Leviten zum Dienst für Gott ein. Dies tat bereits Mose. Das Besondere oder Neue ist dabei die Art des Dienstes. Er setzt bspw. 4 000 Sänger ein, die Gott dienen, indem sie ihn in Liedern loben und preisen. Wir lesen davon in 1.Chr. 23:

5 … und 4000 zu Sängern des HERRN mit den Instrumenten, die David zum Lobgesang hatte machen lassen.

Die Leviten machen somit Musik für Gott. Sie singen und spielen dabei auf Instrumenten. Das ist ihr Dienst. David hat als erster die Idee, dass Gott Musik mag und Lobpreis liebt. Gott hat den Opferdienst eingesetzt. Opfer sind gut. David erkennt allerdings Gottes Herz. David erkennt, durch Lobopfer wird Gott geehrt. In Ps. 50 redet Gott zu seinem Volk:

12 Wenn mich hungerte, wollte ich dir nicht davon sagen; denn der Erdkreis ist mein und alles, was darauf ist.

13 Meinst du, dass ich Fleisch von Stieren essen wolle oder Blut von Böcken trinken?

14 Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde,

15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.

Gott will also keine Tieropfer. Er will von uns Dank- und Lobopfer, er möchte unsere Treue und in Beziehung zu uns sein.

David selbst ist ein Lobpreiser (Ps. 141), er beginnt den Tag mit Lobpreis für Gott (Ps. 108). Und er hat die Vision, Lobpreis als einen Dienst für Gott einzusetzen. Er organisiert diesen Lobpreis, so dass kein Chaos entsteht.

·         Er setzt die Sänger ein aus dem Stamm der Leviten (1. Chr. 23,5).

·         Er lässt Instrumente bauen (1. Chr. 23,5). Es gibt Zimbeln, Psaltern, Harfen und Trompeten.

·         Er lässt die Instrumente von den Leviten und Priestern spielen.

·         Er schreibt Lieder. 1/3 der Psalmen stammen von ihm.

·         Er lehrt und trainiert die Sänger:

-       Sie sollen ihre Stimme mit Freude erheben. (Ps. 54,8: So will ich dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist.)

-       Sie sollen Jauchzen. (Ps. 32,11: Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jauchzet, alle ihr Frommen.). Wenn bei einem Fußballspiel Freudenrufe erschallen, wundert sich niemand. Wir haben allen Grund, uns über Gott zu freuen. Warum sollten wir also nicht jauchzen und fröhlich sein?

-       Sie sollen klatschen. (Ps. 47,2: Schlagt froh in die Hände, alle Völker, und jauchzet Gott mit fröhlichem Schall!)

-       Sie sollen ihre Hände erheben. (Ps. 63,5: So will ich dich loben mein Leben lang und meine Hände in deinem Namen aufheben.)

-       Sie sollen tanzen. (1.Chr. 13,8: David aber und ganz Israel tanzten mit aller Macht vor Gott her, mit Liedern, mit Harfen, mit Psaltern, mit Pauken, mit Zimbeln und mit Trompeten.

-       Sie sollen mit lauter Stimme vor Gott kommen. (Ps. 26,7: ..dir zu danken mit lauter Stimme und zu verkündigen alle deine Wunder.)

-       Sie sollen Gott danken, ihn loben und preisen und sich freuen. (1. Chr. 16,8ff: Danket dem HERRN, ruft seinen Namen an, tut kund unter den Völkern sein Tun! Singet und spielet ihm, redet von allen seinen Wundern! Rühmet seinen heiligen Namen; es freue sich das Herz derer, die den HERRN suchen!

-       Zudem fordert er sie auf, neue Lieder zu singen. Dies gilt auch für uns.

David gibt dem Lobpreis Gottes Struktur und Ordnung. Dies sehen wir in 1. Chr. 16 und 23ff. 1. Chr. 16:

4 Und er bestellte einige Leviten zu Dienern vor der Lade des HERRN, dass sie priesen, dankten und lobten den HERRN, den Gott Israels,

5 nämlich Asaf als Vorsteher, Secharja als Zweiten, Jaasiël, Schemiramot, Jehiël, Mattitja, Eliab, Benaja, Obed-Edom und Jëiël mit Psaltern und Harfen, Asaf aber mit hellen Zimbeln,

6 die Priester Benaja und Jahasiël aber, allezeit mit Trompeten zu blasen vor der Lade des Bundes Gottes.

In 1. Chr. 25 werden die 24 Abteilungen der Sänger gebildet: 

1 Und David und die Feldhauptleute sonderten aus zum Dienst die Söhne Asafs, Hemans und Jedutuns, prophetische Männer, die auf Harfen, Psaltern und Zimbeln spielen sollten.

6 Diese alle sangen unter der Leitung ihrer Väter Asaf, Jedutun und Heman im Hause des HERRN mit Zimbeln, Psaltern und Harfen für den Dienst im Hause Gottes nach Anweisung des Königs.

7 Und es war ihre Zahl mit ihren Brüdern, die im Gesang des HERRN geübt waren, allesamt Meister, zweihundertachtundachtzig.

Dass dies überhaupt Erwähnung findet, zeigt, wie wichtig dieser Dienst für David ist. Er lässt sich diesen Dienst einiges Kosten, denn die Leviten, die diesen Dienst tun, sollen und wollen versorgt sein. Wir können davon ausgehen, dass Tag und Nacht der Dienst des Lobpreises getan wird. David möchte, dass die Anbetung Gottes ohne Unterlass, ohne Unterbrechung erfolgt. Deshalb teilt er die Sänger und Musiker ein.

Dass die Leviten, die diesen Dienst tun, sehr professionell sind, zeigt 2. Chr. 5:

12 Und alle Leviten, die Sänger waren, nämlich Asaf, Heman und Jedutun und ihre Söhne und Brüder, angetan mit feiner Leinwand, standen östlich vom Altar mit Zimbeln, Psaltern und Harfen und bei ihnen 120 Priester, die mit Trompeten bliesen.

13 Und es war, als wäre es "einer," der trompetete und sänge, als hörte man "eine" Stimme loben und danken dem HERRN. Und als sich die Stimme der Trompeten, Zimbeln und Saitenspiele erhob und man den HERRN lobte: »Er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewig«, da wurde das Haus des HERRN erfüllt mit einer Wolke.

Jetzt stellt sich die Frage, wie David auf die Idee gekommen ist, Lobpreis für Gott zu tun? Wir wissen, dass er ein Mann nach dem Herzen Gottes ist. Außerdem kennt er das Herz Gottes. Wie komme ich darauf? Dies wird aus den Psalmen deutlich (bspw. 5 und 16). In Ps. 26,8 steht:

·         Herr, der Tempel ist erfüllt von deiner Hoheit und Macht; an diesem Haus hängt mein Herz. (Hoffnung für alle)

·         HERR, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt. (Luther)

Von welchem Tempel, von welcher Stätte spricht David? Sein Sohn hat den Tempel zu diesem Zeitpunkt noch nicht gebaut! Ps. 11,4 gibt Antwort:

Der Herr ist hier in seinem heiligen Tempel, er, dessen Thronsitz im Himmel steht.

In Ps. 22,4 lesen wir:

Du aber bist heilig, der du thronst über den Lobgesängen Israels.

David sagt hier, dass Gott über den Lobgesängen Israels thront. Thronen in diesem Zusammenhang meint so viel wie bewohnen. Somit lautet diese Aussage: Du bewohnst die Lobgesänge Israels.

Ich möchte ganz kurz über Johannes und die Offenbarung sprechen. Er war vom Geist ergriffen, der ihm all die Dinge zeigte, die er daraufhin niedergeschrieben hat (Offb. 1,10). In Kapitel 4 beschreibt er den Thron Gottes und die Anbetung Gottes. Im fünften Kapitel (Verse 8 und 9) ist die Rede von Harfenspiel, von goldenen Schalen voll Räucherwerk, den Gebeten der Heiligen, und dem Gesang eines neuen Liedes. Es gibt somit nicht nur Anbetung vor dem Thron Gottes, sondern auch Musik mit Instrumenten und Gesang. Interessant dabei ist, dass das, was auf der Erde geschieht, und das, was im Himmel geschieht, eng miteinander verbunden sind. Unsere Gebete sind nämlich Teil der himmlischen Liturgie.

Wann fing der Lobpreis im Himmel an? Lobpreis und Musik wurde im Himmel erfunden. Die Menschen haben Musik nur für sich entdeckt. Gott liebt Musik, er hat die Menschen nach seinem Ebenbild erschaffen, somit ist es nicht verwunderlich, dass wir Musik lieben. Wir werden auf der Erde keine Kultur finden, in der es keine Musik gibt.

Johannes hat einen Einblick in den Himmel bekommen. Er musste dafür nicht in den Himmel entrückt werden. Es hat genügt, dass er vom Geist Gottes ergriffen worden ist. David hat ebenfalls Erkenntnisse des Himmels und des dortigen Lobpreises erlangt, die er nur von Gott geschenkt bekommen haben kann.

Wir dürfen Musik nicht unterschätzen. Sie hat Macht. Sie spricht die Menschen ganzheitlich an. Musik ergreift das Herz der Menschen. Musiker singen, von dem, was ihnen wichtig ist, und berühren emotional andere Menschen, denen diese Dinge ebenfalls wichtig sind. Viele Ideologien gebrauchen oder missbrauchen Musik für ihre Zwecke. Auch Hitler gebrauchte Musik. Damit diese von den Menschen gehört werden konnte, machte er es der Bevölkerung möglich, sich einen Volksempfänger leisten zu können. Die Nazis hatten sogar ein eigenes Liederbuch und regelmäßig wurden diese Lieder bei den Reichsparteitagen gesungen.

Zurück zum Thema: Gott möchte auch von uns angebetet werden, er möchte unseren Lobpreis. Wir sind zur Anbetung und zum Lobpreis Gottes erschaffen. Deshalb dürfen wir mit unseren Liedern und unseren Instrumenten vor ihn treten, wir dürfen unsere Stimme mit Freude erheben, wir dürfen jauchzen, klatschen, unsere Hände erheben, tanzen und Gott freudig loben und preisen. Es geht allerdings nicht nur um die Lieder, es geht in erster Linie um unsere Herzenshaltung. Bei der Freude geht es weniger um ein Gefühl, sondern um die Gewissheit, Gott wohnt in unserem Lobpreis.

Lobpreis ist ein aktiver, geistlicher Kampf. Beten wir Jesus an, sorgen wir dafür, dass Gott Sieg und der Teufel einen vernichtenden Schlag erfährt. Im Lobpreis Gottes befinden wir uns in Übereinstimmung mit seinem Willen. Letztlich geht es darum, wem unser Lobpreis gehört und wen wir anbeten. Beten wir Gott an oder Satan? In der Endzeit wird sich diese Frage zuspitzen. Dies wird in der Offenbarung deutlich (Offb. 13f). Satan möchte von uns Menschen angebetet werden. Er wollte sogar von Jesus angebetet werden (Mt. 4,9). Daher muss sich jeder von uns entscheiden, wen er anbetet. Ich kann jeden nur ermutigen, sich für Gott zu entscheiden.

Gott segne dich.