Mühselig und beladen

03.11.2019

Im Alltag werden wir ständig mit Versprechungen der Werbung konfrontiert. Sie stehen auf Plakaten und in Zeitschriften. Und ich muss sagen: Sie hören sich gut an. Hier einige Beispiele:

·         Was nehme ich, wenn ich mich wohlfühlen will?
                 Lenor: „Ich fühl' mich wohl in Lenor.“

·         Wohin gehe ich, wenn ich Rat brauche?
                 Arbeitsamt: „Immer gut beraten.“

·         Was muss ich tun, um in der ersten Reihe zu sitzen?
                 ARD und ZDF: „Bei ARD und ZDF sitzen Sie in der ersten Reihe.“

·         Wer ist für mich da?
                 ADAC: „Wir sind da.“

·         Mit was kann der Tag kommen?
                 Credo. „Und der Tag kann kommen.“

·         Wo gehe ich hin, wenn ich auftanken will?

                  DEA: „Hier tanken Sie auf.“

·         Wo ist mehr für mich drin?
                 Deka Investmentfonds: „Da ist mehr für Sie drin.“

·         Durch wen oder was weiß ich mehr?
                  Spiegel: „Spiegel-Leser wissen mehr.“

·         Bei wem muss ich keine Angst vor der Wahrheit haben?
                 Spiegel: „Keine Angst vor der Wahrheit.“

·         Wer macht das Leben schöner?
                  Douglas: „Douglas macht das Leben schöner.“

·         Wer fordert mich auf, Farbe in mein Leben zu bringen?
                  Epson: „Color your life.“

·         Wer macht das Leben leichter?
                  Gelbe Seiten: „Machen das Leben leichter.“

·         Wer hilft mir, mein Glück zu planen?
                  Hamburg-Mannheimer: „Denn Glück ist planbar.“

·         Wer fordert mich auf zu leben?
                 Hypo-Vereinsbank: „Leben Sie. Wir kümmern uns um Details.“

 

Der Punkt bei der Werbung ist, dass sie unseren Nerv trifft. Wir wollen uns wohlfühlen. Wir wollen, dass jemand für uns da ist. Wir wollen sorglos in den Tag gehen. Wir brauchen einen Ort, an dem wir auftanken können. Wir wollen ein schönes Leben haben. Wir wollen Glück erleben. Wir wollen uns nicht um alles kümmern müssen.

 

Doch das Leben ist nicht immer so einfach und leicht, wie es uns die Werbung vorgaukeln möchte. Es gibt viel Leid und Not, Trauer und Schmerz in dieser Welt und in unserem Leben. Jesus weiß darum. Und er gibt Antwort darauf. Er sagt in Mt. 11, was wir tun sollen, wenn uns das Leben zu schaffen macht, wenn wir uns abmühen und irgendwelche Lasten auf unseren Schultern tragen:

 

28 Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.

 

Sehen wir uns die Begrifflichkeiten an. Was bedeutet mühselig? Im Duden ist zu finden: voller Mühen, sehr zeitraubend und strapaziös, anstrengend. Wenn Jesus uns als Mühselige bezeichnet, dann weiß er, dass unser Leben voller Mühen ist, die uns Zeit rauben, unsere Nerven strapazieren und Kraft kosten.

 

Was ist ein Beladener? Das ist jemand, der eine Last trägt. Der Beladene legt seine Konzentration auf diese Last. Er übernimmt dafür die Verantwortung und kümmert sich darum. Ein Beladener übernimmt manchmal freiwillig die Last, manchmal unfreiwillig. Der Beladene fühlt sich beim Letzteren gezwungen, weil er sich bspw. moralisch dafür verantwortlich fühlt oder unter Druck gesetzt worden ist.

 

Hat Jesus Recht, indem er uns als Mühselige und Beladene anspricht? Ist unser Leben voller Mühen, die uns viel Zeit, Energie und Nerven kosten? Sind wir belastet? Vielleicht sind wir sogar überlastet? Wer jetzt mit Nein antworten kann, hat den Ratschlag Jesu entweder bereits umgesetzt oder er hat im Moment einfach eine positive Phase in seinem Leben.

 

Welchen Rat gibt Jesus? Er sagt, wir sollen zu ihm kommen. Was bedeutet das? Wir wissen es. Wir wenden uns im Gebet Jesus zu. Wir sagen ihm, was uns Mühen macht, teilen ihm mit, was uns belastet. Und wir lassen all diese Dinge bei Jesus. Das Problem ist, dass wir sie aber oft genug wieder mitnehmen, anstatt sie bei ihm zu lassen. Das Ganze hat mit Vertrauen zu tun. Trauen wir Jesus zu, dass er sich um unsere Angelegenheiten kümmert? Vertrauen wir darauf, dass er die Macht hat, die Geschicke unseres Lebens zu lenken? Vertrauen wir darauf, dass es Jesus gut mit uns meint? Und es hat mit Loslassenkönnen zu tun. Wann gelingt das Loslassen? Es gelingt nur dann, wenn ich Gott vertraue. Ich gebe die Verantwortung ab und lasse zu, dass Gott Entscheidungen trifft, ich vertraue darauf, dass diese Entscheidungen gut sind. Das Loslassenkönnen hat also ebenfalls mit Vertrauen zu tun.

 

Schauen wir uns die Punkte an:

·         Trauen wir Jesus zu, dass er sich um unsere Angelegenheiten kümmert?

 

Dazu kann ich nur das eine sagen: Jesus hat sein Leben für uns gegeben. Er hat sich für uns geopfert. Er war bereit, am Kreuz zu sterben, damit wir ewiges Leben haben und dieses im Himmel mit ihm verbringen.

 

Das zeigt: Wir sind Jesus und auch seinem Vater nicht gleichgültig.

 

Wir Menschen sind Gottes Geschöpfe. Doch er will, dass wir errettet und seine Kinder werden.

 

Joel 3,5a, b: Und es wird geschehen: Jeder, der den Namen des HERRN anruft, wird gerettet werden.

 

Joh. 1,11 Er kam in das Seine, und die Seinen nahmen ihn nicht an;

 

12 so viele ihn aber aufnahmen, denen gab er das Recht, Kinder Gottes zu werden, denen, die an seinen Namen glauben;

 

13 die nicht aus Geblüt, auch nicht aus dem Willen des Fleisches, auch nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

 

Joh. 3,16 Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

· Vertrauen wir darauf, dass er die Macht hat, die Geschicke unseres Lebens zu lenken?

 

Gott hat die Welt durch sein Wort erschaffen. Jesus hat seine Macht auf der Erde durch die Wunder, die er getan hat, gezeigt. Er hat bewiesen, dass er Herr über Zeit, über Krankheit, über Tod, über Qualität, über Quantität, über Raum und über die Naturgesetze ist.

 

Spr. 16: 9 Das Herz des Menschen plant seinen Weg, aber der HERR lenkt seinen Schritt.

 

Spr. 19: 21 Viele Gedanken sind im Herzen eines Mannes; aber der Ratschluss des HERRN, er kommt zustande.

 

Dies zeigt: Wir können uns Gedanken machen, wir können unsere Zukunft planen, wir können Lösungen suchen, um unsere Lasten loszuwerden. Doch Gott ist mit uns. Er hat seine Hand über unserem Leben. Er lenkt es, wenn wir es ihm erlauben und ihm vertrauen.

·         Vertrauen wir darauf, dass es Jesus gut mit uns meint?

 

Gott ist gut. Woher wissen wir das? Wir können mit Paulus sagen:

 

1. Joh. 4,16: Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.

 

Wer liebt, tut Gutes.

 

Gottes Wille ist das Gute, Wohlgefällige und Vollkommene. Das erfahren wir in

 

Röm. 12,2: Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

 

Im Johannesevangelium sind sieben Wunder niedergeschrieben. Wenn wir diese Wunder anschauen, erkennen wir, dass jedem Wunder ein Gespräch vorausgegangen ist bzw. mit einem Gespräch einhergeht.

 

1. Maria sieht bei der Hochzeit zu Kana, dass der Wein ausgeht. Sie teilt diese Information Jesus mit. Sie bittet Jesus nicht um die Verwandlung von Wasser in Wein. Wie reagiert Jesus? Er sagt in Joh. 2, 4:

 

„Was habe ich mit dir zu schaffen, Frau? Meine Stunde ist noch nicht gekommen.“

 

Das ist doch ziemlich ernüchternd. Doch was tut Maria? Sie lässt sich nicht beirren. Sie vertraut auf das Handeln Jesu und sagt zu den Dienern, dass sie tun sollen, was er ihnen sagt. Hat Maria bereits ein Wunder Jesu erlebt? Nein! Und dennoch hat sie Vertrauen in Jesus – Vertrauen in seine Macht, seine Güte und seine Gnade. Und ich gehe davon aus, dass dieses Vertrauen das Handeln Jesu bewirkt hat. (Jesus – Herr über Qualität)

 

2. Zu dem königlichen Beamten, der Jesus um die Heilung seines Sohnes bittet, sagt Jesus in Joh. 4.50:

 

Jesus spricht zu ihm: „Geh hin! Dein Sohn lebt.“ Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.

 

Jesus muss nicht mitgehen. Er muss dem Kind keine Hände auflegen. Er muss zu ihm nicht irgendwelche Worte sprechen. Es hat ausgereicht, dem Vater zu sagen, dass das Kind, das im Sterben liegt, am Leben bleiben würde. Wie reagiert der Mann? Er glaubt den Worten Jesu. Er diskutiert nicht mit Jesus. Er zweifelt nicht an Jesu Worten. Und er erlebt, dass das geschieht, was Jesus zugesagt hat. (Jesus – Herr über Raum)

 

3. Joh. 5:5 Es war aber ein Mensch dort, der achtunddreißig Jahre mit seiner Krankheit behaftet war.

 

6 Als Jesus diesen daliegen sah und wusste, dass es schon lange Zeit so mit ihm steht, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden?

 

7 Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, dass er mich, wenn das Wasser bewegt worden ist, in den Teich werfe; während ich aber komme, steigt ein anderer vor mir hinab.

 

8 Jesus spricht zu ihm: Steh auf, nimm dein Bett auf und geh umher!

 

9 Und sofort wurde der Mensch gesund und nahm sein Bett auf und ging umher.

 

Gibt der Mann auf die Frage Jesu eine konkrete Antwort? Er sagt weder Ja noch Nein. Es ist eher eine resignierende Antwort, die aussagt: „Ich habe doch gar keine Chance auf Heilung. Die anderen sind schneller.“

 

Glaubt der Mann, dass Jesus ihn gesund machen kann? Darüber scheint sich der Mann keine Gedanken zu machen, denn er scheint nicht zu wissen, wer Jesus ist und was er zu tun vermag. Und dennoch handelt Jesus und lässt das Wunder der Heilung geschehen. (Jesus – Herr über Zeit)

 

4. Bei der Brotvermehrung in Joh. 6 fragt Jesus zuerst seine Jünger, wie sie die Menschen satt bekommen sollen. Philippus antwortet, dass ihr Geld nicht ausreichend ist und Andreas ist aufgefallen, dass ein kleiner Junge fünf Brote und zwei Fische hat. Ich habe mich gefragt, ob ich Jesus diese Antwort gegeben hätte. Doch was passiert? Jesus nimmt die Brote und Fische – und alle werden satt. (Jesus – Herr über Quantität)

 

5. Ebenfalls in Joh. 6 geht Jesus über das Wasser. Die Jünger sehen ihn und bekommen es mit der Angst zu tun. Daraufhin sagt er zu ihnen, sie sollen sich nicht fürchten. Er weiß somit um ihre Angst, weil sie ihn nicht erkannt haben. (Jesus – Herr über Naturgesetze)

 

6. Joh. 9:

 

1 Und als er vorüberging, sah er einen Menschen, blind von Geburt.

 

2 Und seine Jünger fragten ihn und sagten: Rabbi, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren wurde?

 

3 Jesus antwortete: Weder dieser hat gesündigt noch seine Eltern, sondern damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden.

 

4 Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.

 

5 Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.

 

6 Als er dies gesagt hatte, spie er auf die Erde und bereitete einen Teig aus dem Speichel und strich den Teig auf seine Augen;

 

7 und er sprach zu ihm: Geh hin, wasche dich in dem Teich Siloah! - was übersetzt wird: Gesandter. Da ging er hin und wusch sich und kam sehend.

 

Spricht Jesus mit dem Blinden? Nein! Bereitet er ihn darauf vor, was passieren wird? Nein! Er handelt, ohne von ihm gebeten worden zu sein, und ohne Erlaubnis. Das Gespräch findet zwischen ihm und seinen Jüngern statt. Er heilt den Blinden, um des Wortes willen, das er gesprochen hat: Der Mann ist blind, damit die Werke Gottes an ihm offenbart würden. (Jesus – Herr über Krankheit)

 

7. Joh. 11:


 

21 Da sprach Marta zu Jesus: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben;

 

22 und jetzt weiß ich, dass, was du von Gott bitten magst, Gott dir geben wird. 23 Jesus spricht zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen.

 

24 Marta spricht zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird in der Auferstehung am letzten Tag.

 

25 Jesus sprach zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben; wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er gestorben ist;

 

26 und jeder, der da lebt und an mich glaubt, wird nicht sterben in Ewigkeit. Glaubst du das?

 

27 Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll.

 

32 Als nun Maria dahin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen und sprach zu ihm: Herr, wenn du hier gewesen wärest, so wäre mein Bruder nicht gestorben.

 

Jesus spricht mit Marta, die zwar ihren Glauben kundtut, aber nicht versteht, was Jesus sagt bzw. tun will, und er hört sich die Klage Marias an. Und obwohl beide die Auferweckung ihres Bruders nicht erwarten, weckt Jesus ihn von den Toten auf. (Jesus – Herr über Tod)

 

Aus diesen Beispielen wird deutlich. Gott kennt die Nöte, Ängste, Trauer und Bedürfnisse von uns. Er weiß um den Zustand unseres Glaubens. Er möchte uns herausfordern, mit ihm zu sprechen. Er möchte mit uns ins Gespräch kommen. Er möchte, dass wir ihm vertrauen schenken. Er möchte unseren Glauben herausfordern. Er möchte, dass wir im Glauben wachsen. Das ist möglich, wenn wir Glauben in ihn investieren. Gottes Möglichkeiten sind grenzenlos. Das sehen wir an den Beispielen. Er kann Unmögliches möglich machen. Mt. 19:

 

26 Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei den Menschen ist's unmöglich; aber bei Gott sind alle Dinge möglich.

 

Kommen wir auf unseren Bibelvers zurück. Wer weiß ihn noch?

 

Mt.11: 28 Kommt her zu mir, alle ihr Mühseligen und Beladenen! Und ich werde euch Ruhe geben.

 

Es ist weise, zu Jesus zu gehen. Tun wir das, empfangen wir die Verheißung. Jesus sagt uns zu, dass er uns Ruhe geben wird, wenn wir zu ihm kommen. Hat das jemand von euch schon erlebt? Was ist der Unterschied, wenn wir mit Menschen über unsere Probleme reden und wenn wir mit Gott reden. Menschen können uns zuhören, sie können mitschimpfen, sie können uns trösten, sie können uns einen Rat geben. Doch was passiert, wenn sie gehen? Wir fühlen uns oft genauso elend wie zuvor? Wenn es zudem um Verletzungen geht, die wir erlebt haben, wird die Wunde erneut aufgerissen und kann nicht heilen. Das führt zu Bitterkeit und Wut – und nicht zu einem Zustand der Ruhe und des Friedens. Ruhe und Frieden kann uns nur Jesus geben.

 

Sollen wir also nicht mit unseren Geschwistern über unsere Belastungen und unsere Mühsale reden? Natürlich sollen und dürfen wir das! Doch das Ziel sollte nicht sein, nur darüber zu reden, sondern um füreinander im Gebet da zu sein. Manchmal schaffen wir es nicht, mit Gott zu reden. Doch unser Bruder oder unsere Schwester kann für uns im Gebet einstehen. Er/ sie kann uns ermutigen, Gott selbst im Gebet zu suchen.

Gott möchte nicht, dass wir uns Sorgen machen, dass wir Lasten auf uns nehmen, dass wir uns überlasten und unter unserer Last zusammenbrechen. Gott ist derjenige, der für uns sorgen möchte.

 

1. Petr. 5:

 

6 Demütigt euch nun unter die mächtige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zur rechten Zeit,

 

7 indem ihr alle eure Sorge auf ihn werft! Denn er ist besorgt für euch.

 

Wir versuchen zu oft nach dem Motto zu leben: Yes, I can. Als Christ sollten wir sagen: Halleluja, Jesus kann. Lasst uns einfach alles, was wir tun, Gott anbefehlen.

 

Spr. 16:

 

3 Befiehl dem Herrn deine Werke und deine Gedanken werden zustande kommen.

 

Gott segne euch.