Predigt über Maleachi/12.05.2014

Gott ist treu

Predigt über Maleachi vom 23.02.2014

Das Buch Maleachi ist das letzte Buch des Alten Testaments. Der Name Maleachi bedeutet: Mein Bote.

Interessant ist, dass der erste Vers des ersten Kapitels folgendermaßen beginnt:

Dies ist die Botschaft des Herrn, die er Israel durch Maleachi verkünden ließ.

Was ist nun die Botschaft Maleachis? Meistens verbinden wir mit diesem Buch die Lehre des Gebens des Zehnten. Aber es beinhaltet viel mehr.

Die Botschaft Maleachis beginnt damit, dass Gott dem Volk Israel zusagt, dass er sie liebt

2 „Ich habe euch immer geliebt", sagt der Herr zu euch,

Das ist eine Botschaft, die uns froh werden lassen kann. Gott liebt uns, er hat uns immer geliebt.

Wie reagiert das Volk darauf? Freuen sie sich? Nein, sie sind skeptisch und antworten im Vers 2:

„Woran hätten wir denn deine Liebe zu uns erkennen können?"

Obwohl das Volk Israel viele Wunder mit Gott erlebt haben, hinterfragen sie die Liebe Gottes. Sie hinterfragen, woran sie diese Liebe hätten erkennen können. Gott reagiert nicht sauer, er geht auf ihre Frage ein und gibt ihnen in Vers 2  Antwort:

Waren nicht Esau und Jakob Brüder? Trotzdem habe ich nur Jakob geliebt,

3 aber Esau gehasst. Das Bergland von Edom, die Heimat der Nachkommen Esaus, machte ich zur Wüste, und jetzt hausen die Schakale dort.

4 Wenn die Edomiter sagen: 'Unsere Städte liegen in Trümmern, aber wir bauen sie wieder auf', dann entgegne ich, der Herr, der allmächtige Gott: 'Baut nur - ich werde alles wieder einreißen!' Ja, man wird ihr Gebiet 'Land der Gesetzlosen' nennen und sie selbst 'Volk, auf dem für alle Zeiten Gottes Fluch lastet'.

5 Ihr Israeliten werdet dies miterleben und dann sagen: 'Der Herr zeigt seine Macht weit über Israels Grenzen hinaus!'"

Die Liebe und der Segen Gottes galt Jakob. Das Volk Israel stammt von Jakob ab. Seine Liebe und sein Segen gilt auch ihnen. Im Gegensatz dazu sind die Nachkommen Esaus, die Edomiter, gottlos, sie sind los von Gott, sie sind ohne Gott. Sie erleben nicht den Segen Gottes und sie spüren, sie sind ein Volk, auf dem für alle Zeiten Gottes Fluch lastet. Gott macht deutlich, dass das Volk Israel daran erkennen kann, dass es von ihm geliebt ist.

Es folgen mehrere Anklagen Gottes.

Gott klagt die Priester an. Sie kümmern sich nicht darum, Gott die Ehre zu geben. Sie haben auch keine Ehrfurcht vor ihm. Mal. 1:

6 Ihr Priester, der Herr, der allmächtige Gott, klagt euch an: "Ein Sohn ehrt seinen Vater und ein Diener seinen Herrn. Ihr nennt mich euren Vater, doch wo bleibt die Ehre, die mir zusteht? Ihr nennt mich euren Herrn, doch ich finde keine Ehrfurcht bei euch. Ihr habt keine Achtung vor mir, und da fragt ihr auch noch: 'Wie kommst du darauf, dass wir dich nicht achten?'

Gott zeigt ihnen auf, woran er ihre Haltung festmacht:

7 Auf meinem Altar bringt ihr Opfergaben dar, die ich für unrein erklärt habe. Und wieder fragt ihr: 'Wieso waren unsere Gaben unrein?' Ihr meint, am Altar braucht ihr es nicht so genau zu nehmen.

Die Priester reagieren mit Unverständnis. Sie sind der Meinung, es genügt, Gott zu dienen, indem sie Opfer bringen. Gott zeigt, dass die Herzenshaltung eine wichtige Sache ist. Mal. 1:

8 Wenn ihr mir als Opfer ein blindes Tier darbringt, denkt ihr: 'Das ist nicht so schlimm!' Und wenn es ein lahmes oder krankes ist, meint ihr: 'Das macht nichts!' Bietet ein solches Tier doch einmal eurem Statthalter an! Ich, der allmächtige Gott, frage euch: Glaubt ihr wirklich, er würde zufrieden mit euch sein und die Gabe freundlich annehmen?

Gott verdeutlicht ihnen, dass sie einem weltlichen Herrscher gegenüber respektvoller wären. Ein Statthalter würde eine solche Gabe, die die Priester Gott zum Opfer bringen nicht annehmen.

Wenn du auf eine Geburtstagsfeier gehst und als Geschenk einen Blumentopf übergeben willst, nimmst du doch nicht irgendeine Pflanze, die gerade bei dir zu Hause mit dem Überleben kämpft und vielleicht gerade noch ein grünes Blatt hat, sondern du wählst das Geschenk sorgsam aus. Du willst dem Geburtstagskind eine Freude machen. An einer halbvertrockneten Pflanze hätte keiner eine Freude. Sie würde auch nicht mit Freude entgegengenommen werden.

Gott zeigt ihnen auf, wie unsinnig ihr Denken ist. Er macht ihnen bewusst, dass kein Opfer besser als ein Opfer aus einer falschen Herzenshaltung heraus ist. Mal. 1:

9 Aber mich, euren Gott, wollt ihr mit solchen Opfern besänftigen und gnädig stimmen! Ihr meint doch nicht im Ernst, ich würde euch deswegen wieder annehmen?

10 Wenn doch nur einer von euch die Tempeltore zuschließen würde! Dann könntet ihr nicht mehr hineingehen und auf meinem Altar Opfer darbringen, die ich nicht annehme. Ich habe genug von euch, und auf eure Gaben verzichte ich! Das sage ich, der allmächtige Gott.

Gott kann sich über die Opfer der Priester wegen ihrer falschen Herzenshaltung nicht freuen.

13 Und dann jammert ihr auch noch über euren Dienst im Tempel, nur widerwillig facht ihr die Glut auf dem Altar an! Lahme und kranke, ja, sogar gestohlene Tiere bringt ihr als Opfer herbei. Soll ich, der Herr, mich etwa darüber auch noch freuen?

Gott hat mit dem Stamm Levi einen Bund geschlossen. Er will diesen Bund aufrechterhalten. Wichtig ist aber, dass auch die Priester ihren Teil des Bundes einhalten. Gott zeigt ihnen nochmals auf, welche Aufgaben sie haben.

4 …Denn mein Bund mit dem Stamm Levi soll weiter gelten.

5 Ich versprach ihnen Leben und Wohlergehen und hielt mich an meine Zusage. Damals achteten mich die Leviten und hatten große Ehrfurcht vor mir.

6 Dem Volk gaben sie meine Weisungen unverfälscht weiter. Was sie sagten, entsprach immer dem Recht und der Wahrheit. Sie waren aufrichtig und lebten so, wie es mir gefällt, und vielen halfen sie, von ihren falschen Wegen umzukehren.

7 Ein Priester soll den Israeliten zeigen, wie man mich, den Herrn, erkennt. Er soll ihnen meine Weisungen weitergeben, denn ich, der allmächtige Gott, habe ihn zu meinem Boten ernannt.

Gott klagt die an, die die Treue brechen. Mal. 2:

11 Ja, das Volk von Juda hat dem Herrn die Treue gebrochen. In Jerusalem und im ganzen Land haben Männer etwas Abscheuliches getan: Sie haben Gottes geliebtes Heiligtum entweiht und Frauen aus fremden Völkern geheiratet, die andere Götter anbeten.

14 …. Die Antwort lautet: Der Herr hat genau gesehen, wie ihr Männer eure Frauen verstoßen habt, mit denen ihr seit eurer Jugend verheiratet wart. Ihr habt ihnen die Treue gebrochen, obwohl sie immer an eurer Seite waren und zu eurem Volk gehören, mit dem der Herr einen Bund geschlossen hat.

15 Hat der Herr euch nicht zu einem Leib und einem Geist vereint? Und warum hat er das getan? Er wollte, dass eure Nachkommen zu seinem Volk gehören.1 Darum nehmt euch in Acht, und haltet euch an den Treueeid, den ihr einst euren Frauen geschworen habt.

16 Denn der Herr, der allmächtige Gott Israels, sagt: "Ich hasse Ehescheidung. Ich verabscheue es, wenn ein Mann seiner Frau so etwas antut. Darum nehmt euch in Acht, und brecht euren Frauen nicht die Treue!"

Was leben wir unseren Kindern vor? Sind wir Vorbild für unsere Kinder in dem was wir tun und wie wir es tun? Erkennen unsere Kinder durch unseren Lebensstil, dass wir Gott fürchten und ihm die Treue halten? Gott hat einen Bund mit uns geschlossen. Gott steht zu diesem Bund. Wie sieht es mit uns aus?

Gott klagt die Menschen dieser Zeit an, weil sie keine Ehrfurcht vor Gott haben. Mal. 2:

17 Euer Gerede wird dem Herrn lästig. "Was für ein Gerede?", fragt ihr. Nun, ihr behauptet: "Wer Unrecht tut, gefällt dem Herrn; ihn nimmt er an!" Oder ihr fragt: "Wo bleibt denn Gott? Warum greift er nicht ein und sorgt für Recht?"

Gott antwortet ihnen in Mal. 3:

1 Der Herr, der allmächtige Gott, antwortet: "Ich schicke meinen Boten voraus, der mein Kommen ankündigt und die Menschen darauf vorbereitet. Noch wartet ihr auf mich, den Herrn, ihr wünscht euch meinen Boten herbei, der meinen Bund mit euch bestätigt. Er ist schon unterwegs!

23 Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.

24 Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf dass ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.

Gott weist hier auf Johannes den Täufer hin. Jesus bestätigt, dass Johannes der Bote ist, der auf das Kommen des Messias hingewiesen hat. Mt. 11:

10 Er (Johannes) ist der Mann, von dem es in der Heiligen Schrift heißt: 'Ich sende meinen Boten dir voraus, der dein Kommen ankündigt und die Menschen darauf vorbereitet.'

14 Wenn ihr es begreifen könnt: Johannes ist Elia, dessen Kommen angekündigt wurde.

Der Engel des Herrn sprach zu Zacharias, dem Vater von Johannes in Lk. 1:

17 Entschlossen und stark wie der Prophet Elia wird er das Kommen des Messias vorbereiten: Er wird Eltern und Kinder wieder miteinander versöhnen, und die Ungehorsamen werden wieder Gottes Willen erfüllen. So wird er das ganze Volk darauf vorbereiten, den Herrn zu empfangen.

Was war somit die Aufgabe des Johannes?

Er bereitete auf das Kommen des Messias vor.

Wie tat er das?

Er sollte die Eltern und die Kinder wieder miteinander versöhnen.

Was ist unsere Aufgabe? 2. Kor.5:

17 Darum: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden.

18 Aber das alles von Gott, der uns mit sich selber versöhnt hat durch Christus und uns das Amt gegeben, das die Versöhnung predigt.

19 Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.

20 So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!

21 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Mt. 5,9: Glücklich sind, die Frieden stiften, denn Gott wird sie seine Kinder nennen.

Gott klagt die an, die ihn betrügen. Zuvor zeigt er auf, dass er sich nie verändert hat und sich nie verändern wird. Das Volk Israel aber hat sich immer wieder geändert. Deshalb wird es von Gott aufgefordert, sich wieder neu Gott zuzuwenden. Mal. 3:

6 Ich, der HERR, wandle mich nicht; aber ihr habt nicht aufgehört, Jakobs Söhne zu sein:

7 Ihr seid von eurer Väter Zeit an immerdar abgewichen von meinen Geboten und habt sie nicht gehalten. So bekehrt euch nun zu mir, so will ich mich auch zu euch kehren, spricht der HERR Zebaoth. …

Wie reagiert das Volk? Sie sind sich keiner Schuld bewusst und fragen:

7 … Ihr aber sprecht: „Worin sollen wir uns bekehren?“

Gott zeigt es ihnen auf:

8 Ist's recht, dass ein Mensch Gott betrügt, wie ihr mich betrügt?..

Das Volk ist sich immer noch keiner Schuld bewusst:

8 …Ihr aber sprecht: „Womit betrügen wir dich?“ ..

Gott zeigt es ihnen:

8 …Mit dem Zehnten und der Opfergabe!

Gott ist treu. Er gibt eine klare Anweisung und eine Verheißung:

10 Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.

11 Und ich will um euretwillen den »Fresser« bedrohen, dass er euch die Frucht auf dem Acker nicht verderben soll und der Weinstock auf dem Felde euch nicht unfruchtbar sei, spricht der HERR Zebaoth.

12 Dann werden euch alle Heiden glücklich preisen, denn ihr sollt ein herrliches Land sein, spricht der HERR Zebaoth.

Am Ende des Buches versucht Gott noch einmal das Volk zur Umkehr aufzurütteln, aber er kennt die Gedanken der Gottlosen. Über die Gottesfürchtigen spricht er eine Verheißung aus. Mal. 3:

16 Aber die Gottesfürchtigen trösten sich untereinander: Der HERR merkt und hört es, und es wird vor ihm ein Gedenkbuch geschrieben für die, welche den HERRN fürchten und an seinen Namen gedenken.

17 Sie sollen, spricht der HERR Zebaoth, an dem Tage, den ich machen will, mein Eigentum sein, und ich will mich ihrer erbarmen, wie ein Mann sich seines Sohnes erbarmt, der ihm dient.

18 Ihr werdet am Ende doch sehen, was für ein Unterschied ist zwischen dem Gerechten und dem Gottlosen, zwischen dem, der Gott dient, und dem, der ihm nicht dient.

20 Euch aber, die ihr meinen Namen fürchtet, soll aufgehen die Sonne der Gerechtigkeit und Heil unter ihren Flügeln. Und ihr sollt herausgehen und springen wie die Mastkälber.