Segen Jakobs für Dan 10.09.2017

Vor drei Wochen haben wir uns mit Dan beschäftigt. Jetzt könnte man vermuten, dass ihm Anschluss sein Bruder Naphtali den Segen Jakobs empfängt. Dies ist allerdings nicht der Fall. Nach Dan wird Gad genannt. Daher möchte ich heute mit euch über Gad sprechen. Interessant ist, dass wir bei Dan und Gad Übereinstimmungen vorfinden:

· Sie sind die erstgeborenen Söhne der Nebenfrauen Jakobs. Dan – der fünfte Sohn Jakobs – ist der erste Sohn von Bilha, der Magd Rahels. Gad - der siebte Sohn Jakobs – ist der erste Sohn von Silpa, der Magd Leas.

· Beide sind Kämpfer.

Zur Person von Gad wird uns Folgendes mitgeteilt:

· Der hebräische Name Gad bedeutet Trupp, Kriegsschar, aber auch Glück oder günstige Führung.

· Silpa hat einen weiteren Sohn. Sein Name ist Asser.

· Gad hat sieben Söhne. Gen 46,16

Der Stamm Gad erhält sein Land auf der Ostseite des Jordans. Es ist ein sehr großes und fruchtbares Gebiet und reicht etwa von der Nordseite des Toten Meeres bis fast zum Südzipfel des Sees von Galiläa und einschließlich des Gebirges Gilead. Es gibt nur zwei weitere Stämme, die auf dieser Seite des Jordans sind: Der Stamm Ruben und der halbe Stamm Manasse. Sie sind ebenfalls erstgeborene Söhne. Manasse ist der Erstgeborene von Josef, Gad von Silpa und Ruben sogar der Erstgeborene von Lea und Jakob).

Diese drei Stämme – u.v.a. Gad - heben sich dadurch hervor, dass sie furchtlos und kampferprobt sind. In einigen Bibelstellen bestätigt sich dies:

1. Chr. 12,15: Diese waren von den Söhnen Gads, Häupter im Heer; der kleinste unter ihnen nahm es mit hundert, der größte mit tausend auf.

1.Chr 5,18: Bei den Söhnen Rubens und den Gaditern und dem halben Stamm Manasse waren 44 760 tapfere Leute, die mit dem Heer auszogen, Männer, die Schild und Schwert führten und den Bogen spannten und kampfgeübt waren,

1.Chr 12,9: Auch von den Gaditern sonderten sich etliche ab zu David auf die Berghöhe in der Wüste, starke Helden und Kriegsleute, die Schilde und Speere führten; deren Angesichter waren wie die Angesichter der Löwen, und sie waren so schnell wie die Gazellen auf den Bergen.

1.Chr 12,38: Und von denen jenseits des Jordan, von den Rubenitern, Gaditern und dem halben Stamm Manasse: 120.000 mit allerlei Kriegswaffen.

Mose bestätigt in seinem Segen für Gad die Kühnheit dieses Stammes. 5. Mos. 33:

20-21: Und über Gad sprach er: „Gepriesen sei, der Gad Raum schafft! Wie eine Löwin legt er sich nieder und zerreißt Arm und Scheitel. Und er ersah sich das beste Stück; denn dort lag das Teil eines Anführers bereit; und er kam an die Spitze des Volkes, vollstreckte die Gerechtigkeit des Herrn und seine Gerichte, vereint mit Israel.“

Gad wird als Löwin dargestellt. Dadurch kommt seine kämpferische Natur zum Ausdruck. Mose rühmt die Tapferkeit Gads, weil dieser nicht nur sein eigenes Erbteil auf der östlichen Jordanseite erobert hat, sondern auch an der Eroberung Kanaans teilgenommen hat. Gad stellt seine Kühnheit und seine Kampfkünste bereit, um für das Königreich Israel zu kämpfen. Er stellt sich in den Dienst und ist sich nicht dafür zu schade, die Verteidigungslinie des Landes zu besetzen. Wenn es sein musste, setzt er sich an die Spitze des Volkes, um für das Volk zu kämpfen.

Kommen wir nun zum Segen Jakobs. Dieser besteht aus einem Satz. 1. Mos. 49:

19 Gad, Scharen werden ihn drängen, und er, er wird ihnen nachdrängen auf der Ferse.

Der erste Teil dieser Verheißung kann sehr beängstigend sein. Jakob sagt ganz klar: Gad, du wirst von Heerscharen bedrängt werden. Jakob meint damit feindliche Angriffe oder feindliche Attacken. Es geht nicht nur um einen einmaligen Angriff. Immer wieder wird der Stamm Gad erleben, dass er von einer Heerschar angegriffen wird. Wie wird sich Gad bei diesen Worten gefühlt haben? War er begeistert? Wir wissen es nicht. Wie würde es uns gehen, wenn uns solche Worte verheißen werden? Im ersten Moment kommt bei vielen sicher sofort der Gedanke der Flucht. Ich will nicht angegriffen oder attackiert werden. Ich habe das Bedürfnis, in Frieden leben zu können. Doch bereits Friedrich Schiller brachte folgendes auf den Punkt: Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.

Im zweiten Teil von Jakobs Verheißung wird deutlich, dass die feindlichen Heerscharen unterliegen werden. Es heißt: Er wird ihnen nachdrängen auf der Ferse. Dies bedeutet doch: Es kommen Heerscharen, die ihn bedrängen und die sich sehr sicher zu sein scheinen, den Sieg zu erringen. Doch Gad hält ihnen nicht nur Stand, sondern jagt ihnen sogar nach und vertreibt sie. Diese Heerscharen fliehen vor ihm, obwohl sie ihn zuvor attackieren. Er ist ihnen auf den Fersen und somit direkt hinter ihnen.

Rufen wir uns nochmals den Standort Gads ins Gedächtnis, der an der Ostseite des Jordans liegt, und schauen wir uns die Geschichte Gads an, dann merken wir, dass Gad tatsächlich ständig den Angriffen durch arabische Wüstenvölker und v.a. durch die der Ammoniter von Osten und von Süden ausgesetzt ist. Und die Gaditer stellen immer und immer wieder ihre kriegerischen Fähigkeiten unter Beweis und besiegen die feindlichen Angreifer. Ich will einige Beispiele nennen:

· Jephta schlug die heranziehenden Ammoniter (Ri .11).

· Zusammen mit den beiden anderen Stämmen auf der östlichen Jordanseite schlugen die Gaditer die Hageriter (1. Chr. 5,10.18-22).

· Die Gaditer, die sich David anschlossen, als er noch auf der Flucht vor Saul war, werden als sehr tapfer beschrieben (1. Chr. 12,8-15).

Gad ist – wie sein Name es besagt – eine Kriegsschar, die zum Kampf bereit ist und als Sieger hervorgeht. Ohne Kampf wären allerdings die Siege nicht möglich gewesen. Gad zieht sich im Angesicht der Angriffe und Attacken nicht furchtsam zurück, sondern überwindet diese. Somit ist der Stamm Gad ein Überwinder.

Gibt es Gemeinsamkeiten/ Unterschiede zum Stamm Dan? Beide Stämme bestehen aus Kämpfern. Beide sind tapfer und gehen siegreich aus diesen Kämpfen hervor. Beide werden im Segen Mose mit der gleichen Tierart verglichen. Es gibt einen Unterschied: Bei Mose wird Dan als Löwe, Gad als Löwin bezeichnet. Und wir finden weitere Unterschiede. Dan greift an, um zu erobern, und Gad kämpft, um sich zu verteidigen, weil er angegriffen wird. Beides, der Angriff und die Verteidigung, sind wichtig, beides hat seinen Platz. Beide Kampfarten sind erforderlich. Denn sie gehen dem Reichtum der Segnungen voraus, die wir in Asser und Naphtali vorfinden werden.

Bei Dan haben wir einen Hinweis auf den Antichristen gefunden und die Notwendigkeit der Rettung Gottes. Wir haben festgestellt, dass diese Rettung jeder Mensch im Hier und Jetzt nötig hat. Und in Gad geht es nun einen Schritt weiter. Wir sehen, dass Gott sein Volk durch Kampf zum Sieg über die umliegenden Völker führen wird. Gad empfängt die Verheißung, im Kampf siegreich zu sein.

In Bezug auf die Endzeit wissen wir, dass Jesus wiederkommt, seine Feinde schlagen und sein Königreich des Friedens errichten wird. Dazu können wir Jesaja 11, Micha 4.5 und Sacharja 12 lesen. In Offenbarung 19 stellen wir fest, dass Jesus den Antichristen besiegen wird.

Jetzt stellt sich die Frage, was hat das mit uns zu tun? Gad wird als Überwinder dargestellt. Er kämpft und siegt. Sind wir Überwinder? Sind wir siegreich im Kampf? Kämpfen wir denn überhaupt noch oder haben wir es aufgegeben zu kämpfen? Haben wir resigniert? Haben wir vielleicht zu viele Schlachten als verloren angesehen? Sind wir müde und kraftlos? Wieso sollten wir denn überhaupt kämpfen? Wir wissen doch bereits, dass Jesus den Sieg bereits für uns errungen hat. Paulus sagt in 1. Tim. 6:

12 Kämpfe den guten Kampf des Glaubens; ergreife das ewige Leben, wozu du berufen bist und bekannt hast das gute Bekenntnis vor vielen Zeugen.

Es gibt also einen Kampf, den wir zu bestreiten haben. Dieser Kampf ist ein guter Kampf. Es ist der Kampf des Glaubens. Wenn wir im Glauben wachsen wollen, wenn wir Täler und Wüstenzeiten unbeschadet bestehen wollen, benötigen wir Glauben. Doch gerade in diesen Zeiten versucht Satan, uns vom Glauben abzubringen. Deshalb ist es wichtig, am Glauben festzuhalten, im Gebet Siege zu erringen und uns nicht unterkriegen zu lassen.

Es ist zudem ein Kampf gegen die Sünde. In Hebr.12 steht:



4 Ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden im Kampf gegen die Sünde

5 und habt den Trost vergessen, der zu euch redet wie zu Kindern (Sprüche 3,11-12): »Mein Sohn, achte nicht gering die Zucht des Herrn und verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst.

6 Denn wen der Herr lieb hat, den züchtigt er, und er schlägt jeden Sohn, den er annimmt. «

7 Es dient zu eurer Erziehung, wenn ihr dulden müsst. Wie mit Kindern geht Gott mit euch um. Denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtigt?

Paulus weiß, dass jeder von immer wieder gegen die Sünde ankämpfen muss. Er weiß auch, dass wir immer wieder versagen werden. Doch er weiß auch, dass Gott uns nicht in dieser Situation belassen wird. Er führt uns aus dieser Situation heraus genauso wie wir unseren Kindern aus Situationen heraushelfen, in denen sie Dinge getan haben, die sie nicht hätten tun sollen, obwohl sie von der Gefahr wussten. Hier erweist sich die Liebe Gottes in erstaunlicher Weise.

Um den Kampf kämpfen zu können, benötigen wir Waffen. Und diese Waffen sind mächtig. 2. Kor. 10:



4 Denn die Waffen unsres Kampfes sind nicht fleischlich, sondern mächtig im Dienste Gottes, Festungen zu zerstören.

Gott gibt uns eine Waffenrüstung, damit wir zu Überwindern werden. Eph. 6:



11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.

13 Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt.

Wir kennen die Waffenrüstung. Eph. 6:



14 So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit

15 und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens.

16 Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen,

17 und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.

Die Lenden sind der Teil des Menschen, der im bildlichen Sinn für den Sitz der Kraft gebraucht wird. Wenn unsere Lenden mit der Wahrheit umgegürtet sind, bedeutet dies für uns, dass unsere Kraft und unsere Stärke geschützt sind und diese nicht verlorengehen. Wenn wir die Wahrheiten des Glaubens erkennen, rufen diese in uns zudem Kraft und Stärke hervor. Wir wissen, Wahrheit macht frei. Lügen, denen wir Glauben schenken, binden uns, halten uns gefangen, rauben uns Kraft. Deshalb ist es sehr wichtig, die Wahrheit im Wort Gottes, über uns und unser Leben und über unser Umfeld zu kennen. Kennen wir die Wahrheit, fallen wir auf die Lügen Satans nicht herein. Wie umgürten wir uns mit der Wahrheit? Dies erfolgt, indem wir uns mit der Wahrheit, d.h. mit Jesus intensiv auseinandersetzen und unsere Sinne, unser Verstand, unser Herz auf ihn gerichtet ist. Wir dürfen den Heiligen Geist bitten, uns die Wahrheit zu offenbaren.

Was ist der Panzer der Gerechtigkeit? Durch einen Brustpanzer sind die empfindlichen Körperteile des Menschen geschützt. Der Brustpanzer der Gerechtigkeit schützt vor allem unser Herz und unsere Seele. Wir dürfen nicht vergessen, wer uns gerecht macht. Es ist Gott und seine Gnade. Wenn uns dies bewusst ist, sind unser Herz und unsere Seele geschützt. Wenn wir dieses Wissen vergessen, legen wir unseren Schutz ab und der Feind wird gnadenlos zuschlagen.

Weshalb benötigen wir Schuhe? Wir benötigen sie, um unsere Füße zu schützen und bereit zu sein, den Auftrag Gottes erfüllen zu können. Es geht darum, uns in Bewegung zu setzen und unseren Mund aufzutun. Ohne Schutz kommen wir nur nicht sehr weit. Ohne Schutz sind wir nicht bereit, uns auf den Weg zu machen und unseren Mund aufzutun. Und wenn wir nicht bereit sind, können uns noch so viele Menschen begegnen, die für das Evangelium offen wären, wir bekommen unseren Mund doch nicht auf.

Der Schild des Glaubens ist sehr wichtig, um die feurigen Pfeile des Bösen abwehren zu können. Der Glaube kommt aus dem Hören des Wortes Gottes. Wenn wir das Wort Gott nicht in uns aufnehmen und wenn wir das Gehörte nicht umsetzen, kann Gott nicht in uns wirken. Er will uns Glauben schenken, er will, dass unser Glaube wächst. Doch dazu bedarf es unserer Bereitschaft, für Gott und sein Wort offen zu sein.

Der Helm des Heils ist ebenfalls sehr wichtig. Ein Helm schützt den Kopf. Der Helm des Heils bietet Schutz vor negativen, bösen Gedanken. Wenn wir uns bewusst sind, wer wir in Jesus sind und dass unser Heil von ihm kommt, kann der Feind uns keine Lügen diesbezüglich erzählen.

Diese Waffen benötigen wir zur Verteidigung. Genauso wie Gad sein Land verteidigt hat, damit die Feinde sein Land nicht rauben konnten sind wir dazu berufen, uns die Wahrheit, unsere Gerechtigkeit, unsere Bereitschaft, Gott bzw. den Menschen zu dienen, unseren Glauben und unser Heil nicht rauben zu lassen. Gott stellt uns diese Waffen zur Verfügung und wir sollten sie gebrauchen. Tun wir das nicht, wird der Feind das Seine tun und leider erfolgreich damit sein.

Das Schwert des Geistes ist eine interessante Waffe. Ein Schwert dient nicht nur zur Verteidigung, sondern auch zum Angriff. Und dieses Schwert wird klar benannt. Es ist das Wort Gottes. Das Wort Gottes dient uns somit als Waffe. Um diese gebrauchen zu können, müssen wir uns darin üben. Und je mehr wir uns darin üben, desto sicherer werden wir im Umgang damit werden. Wenn wir das Wort nicht kennen, wenn wir das Wort nicht verstehen, können wir diese Waffe nicht einsetzen. Daher dürfen wir den Heiligen Geist bitten, uns das Wort aufzuschließen, und uns Erkenntnis und Weisheit zu schenken, damit wir es zur rechten Zeit und in richtiger Weise anwenden.

Abschließend möchte ich noch Folgendes sagen: Jeder von uns steht entweder gerade vor einem Kampf, mitten in einem Kampf oder hat gerade einen Kampf hinter sich. Wir alle kämpfen den guten Kampf des Glaubens – mit unterschiedlichem Erfolg. Lasst uns künftig erfolgreich sein. Lasst uns beherzigen, dass wir in diesem Kampf nicht allein sind. Lasst uns verstehen, dass wir dem Feind nicht schutzlos ausgeliefert sind. Wir haben Waffen. Beschäftigt euch mit diesen Waffen. Macht euch bewusst, was sie bedeuten. Es geht nämlich nicht darum, mit dem Verstand zu sagen: Jetzt zieh ich den Helm des Heils und den Brustpanzer der Gerechtigkeit an usw. Wichtig ist vor allem, dass wir den Sinn dahinter verstanden haben und die Waffen im Vertrauen auf Gott anziehen.

 

Amen.