Werke/15.06.2014

Was ist ein Werk?

Ein Werk ist etwas, das von jemand erschaffen wurde. Es ist kein Zufallsprodukt. Es entsteht dadurch, dass der Erschaffer des Werkes eine Idee umsetzt und ihr eine wahrnehmbare Form gibt.

Werke, die im Urheberrecht geschützt werden, sind nur persönliche geistige Schöpfungen.

Persönlich ist eine Schöpfung dann, wenn sie von einem Menschen geschaffen wurde, das heißt eine automatisch von einer Maschine generierte Graphik oder das von einem Affen geschaffene Gemälde sind keine persönlichen Schöpfungen und scheiden als geschützte Werke aus.

Die Schöpfung muss zudem einen geistigen Gehalt aufweisen, der in dem Werk eine wahrnehmbare Form gefunden hat, eine reine Idee ist deshalb noch kein geschütztes Werk.

Zusätzlich wird noch gefordert, dass es sich um eine individuelle Schöpfung handelt, dass die Schöpfung also auf einer bewussten Entscheidung des Urhebers beruht. Eine lediglich statistische Einmaligkeit reicht also nicht aus.

Was ist das größte Werk, das je erschaffen wurde?

Das mag für jeden etwas anderes sein. Für mich ist es die Erschaffung der Erde und die Erschaffung des Menschen durch Gott.

Pred. 3,11: Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Jes. 64,7: Aber nun, HERR, du bist doch unser Vater! Wir sind Ton, du bist unser Töpfer, und wir alle sind deiner Hände Werk.

Ps. 139, 14: Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.

Gott hat uns und die Erde erschaffen. Auf der Erde hat er für uns ideale Lebensbedingungen geschaffen, damit wir uns dort wohl fühlen. Er wusste genau, was wir benötigen. Er wollte von Anfang an Gemeinschaft mit uns haben. Durch den Sündenfall des Menschen wurde die Beziehung zu Gott allerdings gestört, so dass das Erlösungswerk Jesu notwendig wurde, damit es uns wieder möglich wurde, Gemeinschaft mit Gott haben zu können.

Wie sieht Gottes Plan für uns aus?

Eph. 2,10: Denn wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Wir sollen gute Werke tun. Diese hat Gott für uns vorbereitet, damit wir sie tun.

Wenn es gute Werke gibt, gibt es auch Werke, die nicht gut sind. Betrachten wir zu-ächst die unguten bzw. bösen Werke. Darunter fallen die Werke des Fleisches. Diese sind in Gal. 5,19ff aufgezählt: Unzucht, Unreinheit, Ausschwei-fung, Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.

Bei den Werken des Fleisches geht es um Dinge, die den Bedürfnissen des Fleisches entspringen, unseren Mitmenschen schaden und gegen Gottes Gebote ver-stoßen. Die Konsequenz dieser Werke wird deutlich benannt: Wer diese Dinge tut, wird das Reich Gottes nicht erben.

Im Gegensatz dazu sollen wir aber nicht Werke des Geistes tun, sondern Früchte des Geistes hervorbringen. Eine Frucht kann ich nicht mit meinen Händen erschaf-fen. Sie ist einem Wachstumsprozess unterworfen. Damit sie entstehen kann, muss die Frucht eng mit dem Weinstock verbunden sein. Wir müssen für die optimalen Wachstumsbedingungen sorgen. Dabei hilft uns der Heilige Geist.

Zu den unguten Werken zählen auch die toten Werke. Es gibt drei Arten, die wir in Lk. 18 finden können:

9 Er sagte aber zu einigen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die andern, dies Gleichnis:

10 Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner.

11 Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die andern Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner.

12 Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich ein-nehme.

13 Der Zöllner aber stand ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!

14 Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

• Religiosität: Ich denke, dass das, was ich tue, Gott gefällt. D.h., dass ich mich nicht danach ausstrecke, Gottes Willen zu tun. Ich forsche nicht anhand des Wortes Gottes danach, was Gott will bzw. was Gott gefällt. Ich folge meinen eigenen Vorstellungen darüber, was Gott wichtig ist und bin auch davon überzeugt, dass meine Vorstellung die richtige ist. Die Religion erhebt sich dabei über andere.

• Werksgerechtigkeit: Ich denke, dass ich durch meine Werke gerecht vor Gott bin (V. 12). In diesem Fall habe ich keine persönliche Beziehung zu Gott, möchte aber dennoch von ihm belohnt und als gerecht befunden werden.

• Gesetzlichkeit: Ich halte die Gesetze aus Angst verdammt zu werden. Auch hier steht die Beziehung zu Gott nicht im Vordergrund. Meine Motivation ist meine Angst.

Gal 2,16: Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht.

Werke können sowohl positiv als auch negativ sein. Es kommt auf die Motivation des Handelns an. Niemand von uns ist davor sicher, tote Werke zu tun. Dies kann unbewusst erfolgen. Daher ist es wichtig, dass wir immer wieder unsere Motivation überprüfen und uns hinterfragen, um wen es uns geht und warum wir etwas tun. Sobald wir uns um uns selbst drehen, sind wir dabei, tote Werke zu tun. Ein totes Werk zeigt sich darin, dass ich nur mir selbst mit meinem Tun und Reden dienen will. Die Motive eines toten Werkes entspringen meiner egoistischen Natur. Meine Wünsche, meine Bedürfnisse, meine Vorstellungen usw. stehen dabei im Vordergrund. Den Ausdruck „tote Werke“ finden wir in Hebr. 6,1. Es wird hier die Lehre von der Umkehr von toten Werken angesprochen. D.h. es ist Buße erforderlich, wenn wir tote Werke tun.

2.Tim. 2,21: Wenn nun jemand sich reinigt von solchen Leuten, der wird ein Gefäß sein zu ehrenvollem Gebrauch, geheiligt, für den Hausherrn brauchbar und zu allem guten Werk bereitet.

Hebr. 9,14: um wie viel mehr wird dann das Blut Christi……unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott!

Wir werden aufgefordert, uns von Menschen fern zu halten, die unheiliges, leeres Geschwätz pflegen, und umkehren und Buße tun. D.h. wir bitten Gott um Vergebung und wenden uns ihm (wieder) zu.

Was ist ein gutes Werk?

1.Kor. 9,1: Seid nicht ihr mein Werk in dem Herrn?

Paulus teilt den Korinthern mit, dass sie sein Werk sind. Was meint er damit? Er hat ihnen das Evangelium gebracht und unter ihnen gewirkt. Er hat ihnen vorgelebt, was es heißt, Jesus nachzufolgen.

Joh. 14,12: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun;

Welche Werke vollbrachte Jesus? Er tat sehr viele Wunder für die Menschen und er predigte zu den Menschen.

Daraus können wir schließen, dass Jesus und Paulus den Menschen dienten. Wie dienten sie? Sie dienten ihnen durch das Wort Gottes, indem sie predigten, und durch die Kraft Gottes, indem das Wort in Taten lebendig wurde und Wunder geschahen.

Ein gutes Werk ist somit der Dienst an Menschen durch das Wort und die Kraft Gottes.

In Joh. erfahren wir etwas über die Motivation von Jesus:

4,34: Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.

17,4: Ich habe dich verherrlicht auf Erden und das Werk vollendet, das du mir gegeben hast, damit ich es tue.

Wir sind aufgefordert, den Menschen zu dienen, wie es Jesus tat.

Hebr. 13:

16 Gutes zu tun und mit andern zu teilen vergesst nicht; denn solche Opfer gefallen Gott.

20 Der Gott des Friedens aber, …….

21 der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, …

Wie gelingt es uns, größere Werke als die, die Jesus getan hat, zu tun (Joh.14,12)?

durch den Glauben

- Joh. 14,12

- Spr. 16,3: Befiehl dem HERRN deine Werke, so wird dein Vorhaben gelingen.

- Mt. 5,16: So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.

durch Unterweisung und die Hilfe Gottes

- 2. Mos. 18,20: und tu ihnen die Satzungen und Weisungen kund, dass du sie lehrst den Weg, auf dem sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen.

- 2. Kor 9,8: Gott aber kann machen, dass alle Gnade unter euch reichlich sei, damit ihr in allen Dingen allezeit volle Genüge habt und noch reich seid zu jedem guten Werk

- Kol. 3,17: Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles im Namen des Herrn Jesus und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.

- 2. Thess. 2,16: Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns geliebt und uns einen ewigen Trost gegeben hat und eine gute Hoffnung durch Gnade, 17 der tröste eure Herzen und stärke euch in allem guten Werk und Wort.

Unser Werk wird geprüft durch das Feuer.  

1.Kor. 3,13: so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird es klarmachen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen.

14 Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen.

15 Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.

2.Kor. 5,10: Denn wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi, damit jeder seinen Lohn empfange für das, was er getan hat bei Lebzeiten, es sei gut oder böse.

Am Tag des Gerichts wird offenbar werden, ob unsere Werke gut waren und ob wir belohnt werden können. Allerdings wird davon nicht unsere Errettung abhängig sein. Wir werden errettet werden, auch wenn alle unsere Werke verbrennen.

Paulus fordert uns daher auf:

Tit 3,14: Lass aber auch die Unseren lernen, sich hervorzutun mit guten Werken, wo sie nötig sind, damit sie kein fruchtloses Leben führen.

Die Grundlage, um gute Werke vollbringen zu können, ist folgendes Beziehungsmuster: Ich stehe in enger Beziehung zu Gott und zu meinem Mitmenschen. Die Frage ist: Habe ich eine enge Beziehung zu ihm? Sitzt er auf dem Thron meines Herzens? Lasse ich zu, dass er derjenige ist, der die Führung über meinem Leben hat? Höre ich auf seine Stimme? Tue ich, was er sagt? Fühle ich mich von ihm geliebt? Tue ich die Dinge, die ich tue, aus eigener Kraft oder aus der Kraft des Heiligen Geistes? Lasse ich mich von ihm mit der Kraft des Heiligen Geistes erfüllen? Lasse ich mich von ihm mit den Gaben des Geistes ausrüsten, damit ich damit anderen dienen kann? Will ich überhaupt anderen dienen? Vertraue ich darauf, dass Gott mich in meinem Umfeld gebrauchen kann? Ist mir noch bewusst, dass ich aus Gnade errettet bin, weil Jesus bereit war, das Werk Gottes zu vollbringen, und für mich am Kreuz starb? Ist mir noch bewusst, dass ich aufgrund dieser Gnade gerecht vor Gott bin? Ist mir noch bewusst, dass der Gerechte aus Glauben lebt (Hab. 2,4; Röm. 1,17; Gal. 3,11; Hebr. 10,35).

Wisst ihr, Gott fordert uns auf, gute Werke zu tun. Wichtig ist, dass wir darauf achten, was die Motivation unseres Handelns ist. Es ist ein Unterschied, ob wir denken, dass wir Gottes Willen tun, oder ob wir wissen, dass wir Gottes Willen tun. Die Grundlage unseres Handelns sollte immer die enge Beziehung zu Gott sein. Er liebt uns. Weil er uns liebt, können wir ihn lieben. Weil er uns liebt, wird es uns auch gelingen, unsere Mitmenschen zu lieben und ihnen zu dienen.

Gott segne euch.