Wunder

24.12.2019

Glaubst du an Wunder? Glaubst du, dass es heute noch Wunder gibt? Hast du in deinem Leben ein Wunder erlebt? Und was ist denn überhaupt ein Wunder? Gibt es allgemein gültige Kriterien, wann ich das Wort Wunder verwenden darf? Ich habe eine Definition gefunden:

 

Als Wunder gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst. Es bezeichnet demnach allgemein etwas Erstaunliches und Außergewöhnliches.

 

Ein Wunder ist ein Ereignis, das

 

· außergewöhnlich ist.

 

· den Naturgesetzen oder aller Erfahrung widerspricht. Man kann es nicht erklären.

 

· Staunen bewirkt.

 

· der unmittelbaren Einwirkung einer göttlichen Macht oder übernatürlichen Kräften zugeschrieben wird.

 

Wenn ich diese Kriterien anschaue, kann ich sagen, dass ich in meinem Leben bereits Wunder erlebt habe. Und das größte Wunder, das ich immer wieder in meinem Leben erfahre, ist, dass Gott mir Frieden und Ruhe schenkt, trotz der Situation, der ich gerade ausgesetzt bin. Und ich erlebe, dass Gott gerade in diese Situationen hineinwirkt.

 

Eine kleine Geschichte

 

Tess war eine zauberhafte Achtjährige als sie ihre Mutter und Vater über ihren kleinen Bruder Andreas sprechen hörte.

 

Alles was sie wusste war, dass er sehr krank war und dass sie überhaupt kein Geld mehr besaßen. Nächsten Monat sollten sie in eine Etagenwohnung ziehen, denn Daddy hatte nicht das Geld für die Arztrechnungen und das Haus. Nur eine sehr teure Operation könnte ihn noch retten, und es schien niemanden zu geben, der ihnen das Geld leihen würde. 

Sie hörte, wie ihr Vater ihrer tränenüberströmten Mutter mit hoffnungsloser Stimme sagte: ´Nur ein Wunder kann ihn noch retten. ´

 

Tess ging in ihr Zimmer und zog ein gläsernes Marmeladenglas aus dem Versteck im Wandschrank. Sie schüttete all das Kleingeld auf den Fußboden und zählte es sorgfältig - gleich drei Mal. Die gesamte Summe musste genau die richtige sein. Irrtum war vollkommen ausgeschlossen.

 

Sorgfältig steckte sie die Münzen zurück in das Glas, drehte den Deckel darauf und schlüpfte aus der Hintertür hinaus. Sie ging an sechs Häuserblöcken entlang bis zu Rexall´s Drug Store mit dem großen roten Indianerhäuptling auf dem Schild oberhalb der Tür. Sie ging zur Abteilung mit dem Apotheker im hinteren Teil des Ladens.

 

Geduldig wartete sie, dass er sie bemerkte, aber er hatte gerade zu viel zu tun. Tess machte mit ihren Füßen ein quietschendes Geräusch. Nichts. Sie räusperte sich und versuchte dabei möglichst ekelerregend zu klingen. Nichts tat sich. Endlich nahm sie ein Geldstück aus ihrem Glas und knallte es auf den Glastresen. Das war erfolgreich! ´Und war möchtest du? ´ fragte der Apotheker in gelangweiltem Ton. ´Ich unterhalte
mich gerade mit meinem Bruder aus Chicago, den ich schon ewig nicht mehr gesehen habe´, sagte er, ohne eine Antwort auf seine Frage abzuwarten.

 

´Nun, ich möchte mit Ihnen über meinen Bruder reden´, gab Tess in demselben gelangweilten Ton zurück. ´Er ist wirklich sehr, sehr krank .... und ich möchte ein Wunder kaufen´. ´Wie bitte? ´, sagte der Apotheker. ´Er heißt Andrew und in seinem Kopf wächst etwas Böses, und mein Vater sagt, nur ein Wunder kann ihn noch retten. Was kostet also ein Wunder? ´ ´Wir verkaufen hier keine Wunder, kleines Mädchen. Es tut mir leid, aber ich kann dir nicht helfen´, sagte der Apotheker mit etwas freundlicherer Stimme. ´Hören Sie, ich habe Geld, um es zu bezahlen. Und wenn es nicht genug ist, werde ich den Rest noch holen. Sagen sie mir nur,
wie viel es kostet. ´

 

Der Bruder des Apothekers war ein gut angezogener Mann. Er beugte sich runter und fragte das kleine Mädchen: ´Was für ein Wunder braucht dein Bruder denn? ´ Ich weiß nicht´, antwortete Tess und ihre Augen füllten sich mit Tränen. ´Ich weiß nur, dass er wirklich sehr krank ist und Mommy sagt, er brauche eine Operation. Aber mein Daddy kann sie nicht bezahlen, also möchte ich mein Geld dafür nehmen. ´ Wie viel hast du? ´, fragte der Mann aus Chicago. ´Einen Doller und elf Cents´, antwortete Tess kaum hörbar. ´Und das ist alles Geld, was ich habe, aber ich kann mehr holen, wenn ich es muss. ´
Nun, was für ein Zufall´, lächelte der Mann. ´Ein Dollar und elf Cents - genau der Preis für ein Wunder für kleine Brüder. ´ Er nahm ihr Geld in eine Hand und mit der anderen Hand ergriff er die ihre und sagte: ´Zeige mir wo du wohnst. Ich möchte Deinen Bruder sehen und deine Eltern treffen. Wir wollen mal sehen, ob ich das Wunder habe, das du brauchst. ´

 

Dieser gutangezogene Mann war Dr. Carlton Armstrong, ein Chirurg, spezialisiert auf Neuro-Chirurgie. Die Operation wurde kostenlos durchgeführt, und es dauerte nicht lange, da war Andrew wieder zu Hause und es ging ihm gut. 
Mom und Dad erzählten glücklich von den Ereignissen, die sich so gut gefügt hatten. ´Diese Operation´, flüsterte ihre Mom, ´sie war ein wirkliches Wunder. Ich würde gern wissen, was sie wohl gekostet hat. ´ 

 

Tess lächelte. Sie wusste genau, wie viel ein Wunder kostet ... ein Dollar und elf Cents ... und der Glaube eines kleinen Kindes.

 

Jemand, der nicht an Wunder glaubt, sagt jetzt: „Das war doch nur ein Zufall?“ Nach dieser Theorie müsste es also ein Zufall gewesen sein, dass das Mädchen das Gespräch der Eltern mitbekommen hat. Kleine Mädchen sind neugierig. Sie wollen eben wissen, was ihre Eltern so miteinander zu reden haben. Ist es auch Zufall, dass das Mädchen den Eltern bzw. ihrem Bruder helfen möchte? Ja, das mag in gesunden Familien vorkommen. Aber ist es Zufall, dass sie genau in die Apotheke geht, in der sich genau zu diesem Zeitpunkt ein Spezialist für die Erkrankung aufhält, die der Bruder hat? Ist es Zufall, dass dieser Arzt bereit und in der Lage ist, den Jungen unentgeltlich zu behandeln? Dieser Arzt muss Einfluss in dem Krankenhaus, in dem er gearbeitet hat, haben. Sonst wäre es nicht möglich gewesen, die Behandlung kostenlos durchzuführen. Obwohl – das stimmt nicht ganz. Der Arzt hat dafür das ganze Geld des Mädchens genommen. Und das waren ein Dollar und elf Cent. Und jetzt frage ich: War es ein Zufall oder ein Wunder? Für das Mädchen und die Mutter ist die Antwort klar: Es ist ein Wunder.

 

Ich frage jetzt einmal: Gibt es eine Voraussetzung, damit wir Wunder erleben können? Thérèse von Lisieux, französische Karmelitin, 1873–1897 sagte dazu:

 

"Das Vertrauen vermag alles, es bewirkt Wunder."

 

Was sagt die Bibel dazu? Das Wort Wunder kommt in der Lutherbibel ca. 90 Mal vor. Davon finden wir es ca. 20 Mal im NT. Wir finden somit viele Ereignisse im Wort Gottes, die von Wundern handeln oder Gott als derjenige, der Wunder tut, gelobt und gepriesen wird.

 

Finden wir im Wort Gottes eine Voraussetzung für Wunder?

 

Lk. 17,6: Der Herr aber sprach: Wenn ihr Glauben hättet wie ein Senfkorn, würdet ihr zu diesem Maulbeerbaum sagen: „Reiß dich aus und verpflanze dich ins Meer!“, und er würde euch gehorsam sein.

 

Mt. 17,20-21 Er aber sprach zu ihnen: Wegen eures Kleinglaubens. Denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so könnt ihr sagen zu diesem Berge: „Heb dich dorthin!“, so wird er sich heben; und euch wird nichts unmöglich sein.

 

Mk. 11:

 

22 Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Habt Glauben an Gott! 23 Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berge spräche: „Heb dich und wirf dich ins Meer!“, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte, dass geschehen würde, was er sagt, so wird's ihm geschehen.

 

24 Darum sage ich euch: Alles, was ihr betet und bittet, glaubt nur, dass ihr's empfangt, so wird's euch zuteilwerden.

 

25-26 Und wenn ihr steht und betet, so vergebt, wenn ihr etwas gegen jemanden habt, damit auch euer Vater im Himmel euch vergebe eure Übertretungen.

 

Wie groß soll also unser Glaube sein, damit mir nichts unmöglich ist. Er soll so groß wie ein Senfkorn sein. Wie groß ist ein Senfkorn? Es ist winzig klein. D.h. Gott erwartet nur, dass wir Vertrauen in ihn setzen. Er erwartet nicht, dass dieses Vertrauen eine bestimmte Größe hat. Unser Glaube darf winzig klein sein. Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott auf unseren winzig kleinen Glauben reagiert.

 

In Hebr. 11,1 lesen wir aus der Luther-Bibel:

 

Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

 

Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott zu seinem Wort steht.

 

Wisst ihr, Gott hat bereits nach dem Sündenfall einen Retter versprochen. Wir lesen in 1. Mos. 3:

 

 

14 Da sprach Gott der HERR zu der Schlange: Weil du das getan hast, seist du verflucht vor allem Vieh und allen Tieren auf dem Felde. Auf deinem Bauche sollst du kriechen und Staub fressen dein Leben lang.

 

15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau und zwischen deinem Samen und ihrem Samen; er wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.

 

Und in jedem Buch im AT finden wir Hinweise auf diesen Retter. In Jes. 9 lesen wir:

 

5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;

 

Und heute feiern wir den Geburtstag dieses Kindes. Seine Geburt ist ein Wunder von Anfang an.

 

1. Wunder:

 

Maria ist schwanger, obwohl sie jungfräulich ist. Jesaja 7,14:

 

23 »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns.

 

Ist eine Jungfrauengeburt möglich? Nein! Und doch wird Maria schwanger! Wie wird sie schwanger? Wir wissen es. Wir haben es teilweise vorher gelesen. Sie hat einen Samen (1. Mos. 3, 15), der ihr vom Heiligen Geist gegeben worden ist (Mt. 1,18). Sie ist somit schwanger vom Heiligen Geist.

 

2. Wunder:
Gott lässt Maria über das Kommende nicht im Ungewissen. Sie hat eine Begegnung mit einem Engel und sie vertraut den Worten des Engels. Lk. 1:

 

35 Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.

 

3. Wunder:
Josef heiratet Maria, obwohl sie nicht von ihm schwanger ist. Ist das ein Wunder? Es mag Männer geben, die kein Problem damit haben, eine Frau zu heiraten, die nicht von ihnen schwanger ist. Doch Josef hat damit ein Problem. Er will sie verlassen – und das heimlich, damit es kein Aufsehen darum gibt. Deshalb spricht Gott zu ihm im Traum durch einen Engel. Erst nach dieser Gegebenheit ist Josef bereit, Maria zu heiraten.

 

4. Wunder:

 

Josef hat in Nazareth gelebt. Und dennoch kommt Jesus dort zur Welt, wie es Micha 5 verheißen ist. Dort steht:

 

1 Und du, Bethlehem Efrata, die du klein bist unter den Tausenden in Juda, aus dir soll mir der kommen, der in Israel Herr sei, dessen Ausgang von Anfang und von Ewigkeit her gewesen ist.

 

Wie ist das möglich? Kaiser Augustus ordnet eine Volkszählung an und jeder hat in die Stadt zu gehen, aus der er stammt. Daher macht sich Josef mit seiner schwangeren Frau nach Bethlehem auf.

 

5. Wunder:
Die Weisen aus dem Morgenland folgen einem Stern bis nach Bethlehem, um die Geburt des Kindes zu bestaunen und das Kind zu beschenken. Wieso sind die Weisen denn so wichtig? Sie bestätigen, was Maria und Josef über Jesus gesagt worden ist.

 

6. Wunder:

 

Herodes lässt alle Kinder, die jünger als zwei Jahre sind, in Bethlehem töten. Er möchte das Kind, von dem die Weisen aus dem Morgenland gesprochen haben, töten, um die Herrschaft der Römer zu sichern. Jesus ist nicht unter den ermordeten Kindern, denn Gott erscheint sowohl den Weisen aus dem Morgenland als auch Josef im Traum. Und Jesus wird zum Flüchtling. Und ich nehme an: Das Gold hilft der kleinen Familie, im Ausland zu überleben.

 

7. Und das größte Wunder ist:

 

Gott wird Mensch. Was ist der Grund? Liebe! Mt. 3

 

16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

 

8. Wunder:

Und das letzte Wunder ist das das Wichtigste für uns von allen. Wir sind Gott so wichtig, er liebt uns so sehr, dass er bereit ist, sein Liebstes für uns zu opfern. Und das ist sein Sohn. Und Jesus liebt seinen Vater und auch uns so sehr, dass er bereit ist, dieses Opfer zu bringen. In Röm. 6, 23 erfahren wir den Grund für dieses Opfer:

 

23 Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

 

Gott segne euch!